Kreislaufwirtschaft

Dieses Handlungsfeld befasst sich mit den Material- und Ressourcenflüssen innerhalb der Universität Paderborn – von der Beschaffung über die Nutzung und Wiederverwendung bis zur Entsorgung. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines ganzheitlichen Ressourcenmanagements, das auf Abfallvermeidung, zirkuläre Nutzung, Wertstofferhalt und die Förderung geschlossener Stoffkreisläufe ausgerichtet ist. Die Kreislaufwirtschaft an der Universität wird dabei nicht nur als betriebliche Notwendigkeit, sondern als integraler Bestandteil einer zukunftsgerichteten, lernenden Organisation verstanden, die ökologische Grenzen einhalten möchte und Innovationspotenziale erschließt.

Stra­te­gi­sches Ziel

Die Universität Paderborn arbeitet durch effiziente, kreislauffähige Beschaffung und Nutzung von Ressourcen sowie abfallarme Prozesse entlang des gesamten Lebenszyklus von Materialien, Produkten und Infrastrukturen auf die Etablierung und Weiterentwicklung einer zirkulären Wirtschaftsweise hin. Darüber hinaus trägt die Universität durch ihre Forschung aktiv zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung von Kreislaufwirtschaftskonzepten bei. Dies umfasst unter anderem die Erforschung neuer Materialien, Prozesstechnologien, Kreislaufmodelle und sozioökonomischer Rahmenbedingungen. In enger Verbindung mit Lehre und Transfer werden innovative Ansätze erprobt, reflektiert und in die Praxis überführt, um die gesellschaftliche Transformation hin zu einer ressourcenschonenden Zukunft aktiv mitzugestalten.

Ope­ra­ti­ve Zie­le

  1. Effektive Ressourcennutzung im Universitätsbetrieb

    Es erfolgt der Aufbau geschlossener Materialkreisläufe durch Wiederverwendung, Reparatur, Refurbishment, Recycling und Upcycling. Systematische Prozesse (R-Prinzipien) zur Erfassung, Trennung und Rückführung von Materialien in den Nutzungskreislauf werden entwickelt und etabliert.

  2. Reduktion des ökologischen Fußabdrucks durch zirkuläre Beschaffung und Abfallvermeidung

    Kreislaufwirtschaftliche Kriterien werden in alle relevanten Beschaffungs- und Ausschreibungsprozesse (z. B. Lebenszyklusbetrachtung, Mehrwegkonzepte) integriert. Ein wirksames, ressourcenschonendes Abfallmanagementsystems mit Fokus auf Vermeidung, Trennung und Rückführung wird aufgebaut.

  3. Entwicklung eines ressourcenschonenden, lernenden Campus

    Der Campus wird als Vorbild für zirkuläres Wirtschaften, gleichberechtigte Bildungs-, Kommunikations- und Beteiligungsformate für Hochschulangehörige gestaltet. Pilotprojekte zur Kreislaufwirtschaft in Kooperation mit Forschung, Lehre, Verwaltung und externen Partner*innen und der Studierendenschaft werden angeregt.

  4. Verbindung von Forschung und Betrieb zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft    
    Es erfolgt sowohl die Sichtbarmachung als auch strukturelle Verankerung von Forschung zu zirkulären Ansätzen, Materialien und Systemen in verschiedenen Disziplinen. Die Anwendung von Forschungsergebnissen in der betrieblichen Praxis zur messbaren Reduktion des Ressourcenverbrauchs der Universität wird gezielt angeregt.

Im­pul­se

  1. Niedrigschwellige Rückgabe und transparente Wertstoffkreisläufe ermöglichen      

    Die Einrichtung zentraler, gut sichtbarer Sammelstellen auf dem Campus, an denen Studierende und Mitarbeitende Wertstoffe gezielt und korrekt abgeben können, wird angestrebt.

  2. Aufbau intelligenter Abfall- und Ressourcenmanagementsysteme

    Auf dem gesamten Campus wird durch standardisierte, klar gekennzeichnete Sammelsysteme die Optimierung der Abfalltrennung erfolgen. Kreislaufprozesse zum Recycling verwendeter Produkte sollen identifiziert und eingeführt werden.

  3. Stärkung der internen Wiederverwendung und Ressourcenkreisläufe

    Ein interner Wiederverwendungspool für Büroausstattung, Geräte und Verbrauchsmaterialien („Reuse-Plattform“) soll eingerichtet werden. Zudem werden Reparaturinitiativen innerhalb der Universität (z. B. Reparaturwerkstätten, Wartungsteams) gestärkt.

  4. Schulung und Bewusstseinsbildung zur Kreislaufwirtschaft

    Bildungsangebote (z. B. Schulungen, Infoformate, E-Learnings) für Studierende und Mitarbeitende zu zirkulären Prinzipien, Abfallvermeidung und Ressourcenbewusstsein werden entwickelt und umgesetzt. Kreislaufwirtschaftliche Themen wird in die allgemeine Nachhaltigkeitskommunikation auf dem Campus integriert werden.

  5. Forschung und Pilotprojekte zur Kreislaufwirtschaft

    Forschungsvorhaben zu zirkulären Materialien, Designprinzipien, Nutzungsmodellen und urbanen Stoffströmen sollen unterstützt werden. Pilotprojekte und – wo wissenschaftlich begleitet – Reallabore zur Umsetzung und Evaluation zirkulärer Konzepte direkt auf dem Campus sollen entwickelt werden.

For­schung im Be­reich Kreis­l­auf­wirt­schaft

Es wurden 65 Projekte gefunden

Intelligenter Produktpass für ein Engineering zirkulärer Produkte im produzierenden Gewerbe; Teilvorhaben: Engineeringprozess zur Umsetzung zirkulärer Produkte mit intelligenten Produktpässen

Die Transformation hin zu einer zirkulären Wirtschaft stellt für den Industriestandort Deutschland eine zentrale ökologische und ökonomische Zukunftsaufgabe dar. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Engineering zu. In der Produktentwicklung werden bereits maßgebliche Entscheidungen über Reparierbarkeit, Wiederverwendung und ...

Laufzeit: 02/2026 - 01/2029

Erweiterte Messtechnik und Modellierung der verweilzeitabhängigen Molekularstrukturen von Polymeren

Im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft kommt es zu der Mehrfachverarbeitung von Kunststoffen. Hierdurch kann zwar eine Synthetisierung von Neuware aus Erdöl vermieden werden, jedoch stellt die Beibehaltung der Materialeigenschaften beim Recycling von Kunststoffen eine Herausforderung dar. Bei jeder Verarbeitung von Kunststoffen werden diese ...

Laufzeit: 01/2026 - 12/2027

Vorgehen zur durchgängigen Zielsystembildung in der generationsübergreifenden Entwicklung von Produktportfolios

Das Forschungsvorhaben ZuPro II entwickelt ein Vorgehen zur durchgängigen Zielsystembildung in der generationsübergreifenden Gestaltung von Produktportfolios. Im Mittelpunkt steht die transparente und steuerbare Verbindung zwischen den Bestandteilen komplexer Produktportfolios. Besonderes Augenmerk gilt der Verzahnung von ...

Laufzeit: 01/2026 - 12/2027

Materialqualifizierung im medizinischen 3D-Druck

Laufzeit: 01/2026 - 12/2028

Circular Economy für die PEM-Elektrolyse

Laufzeit: 01/2026 - 12/2028

Konfiguration und Co-Evolution von Datenöko- und Arbeitssystemen

Laufzeit: 01/2026 - 12/2028

Secure, Resilient and Intelligent Unmanned aircraft Systems

Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für „Secure, Resilient and Intelligent Unmanned aircraft Systems“. In der Zukunftsmeile in Paderborn sind alle Kompetenzen gebündelt, die dazu erforderlich sind: Produktentstehung, Regelungstechnik, Softwareentwicklung, Systemsicherheit, Verhaltensforschung und Technikethik des Heinz ...

Laufzeit: 01/2026 - 06/2030

Mahlgutoptimierung für die Direktverarbeitung auf Schneckenmaschinen

Ziel des Projektes ist es, die wirtschaftliche Direktverarbeitung mengenmäßig relevanter Mahlgüter in Einschneckenmaschinen zu technisch hochwertigen Produkten durch eine Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften des Mahlguts zu ermöglichen. Hierdurch kann der zusätzliche Schritt der Regranulierung eingespart werden, was insbesondere KMUs aus dem ...

Laufzeit: 12/2025 - 11/2027

Konzeptentwicklung für die Nutzung von Post-Consumer-Rezyklaten in Infrarotschweißverbindungen

Laufzeit: 12/2025 - 12/2027

Mahlgutoptimierung für die Direktverarbeitung auf Schneckenmaschinen

Die Wiederaufbereitung von Kunststoffen ist ein zentraler Baustein der modernen Kreislaufwirtschaft. Unser neues Forschungsprojekt widmet sich der Direktverarbeitung von Kunststoffmahlgütern auf Einschneckenmaschinen – ein Verfahren, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch enorme Vorteile bietet.Das Problem: Bisher müssen Mahlgüter (z. B. aus ...

Laufzeit: 12/2025 - 11/2027

Kon­takt Nach­hal­tig­keits­bü­ro

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