Neuer Name, weiterentwickeltes Konzept, aber immer noch dasselbe Ziel: Mit der „edYOUcate@UPB“, vormals bekannt als der „Tag der Lehre“, möchte die Universität Paderborn gute Lehre sichtbar machen und gemeinsam weiterentwickeln. Am Dienstag, 23. Juni, haben sich die Teilnehmer*innen zu dem Motto „Hochschule als demokratischer Raum. Demokratie lernen – Demokratie lehren“ ausgetauscht.
„Mit der ‚edYOUcate@UPB‘ möchten wir alle Mitarbeitenden und vor allem die Studierenden dazu einladen, Lehre und Studium an der Universität Paderborn aktiv mitzugestalten und darüber ins Gespräch kommen, wie zukunftsorientierte Lehre gestaltet sein soll. Das diesjährige Thema ‚Hochschule als demokratischer Raum‘ eignete sich hierfür ganz besonders und ist zudem gesellschaftspolitisch hoch aktuell“, sagt Prof. Dr. Beate Flath, Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Qualitätsmanagement der Universität Paderborn. Dr. Nerea Vöing, Leiterin der Stabsstelle Bildungsinnovationen und Hochschuldidaktik, ergänzt: „Der neue Name steht für etwas, das gute Hochschullehre auszeichnet: Lernen und Lehren als gemeinsamen Gestaltungsprozess. Das ‚YOU‘ verweist dabei ganz bewusst auf alle, die diesen Prozess täglich mit Leben füllen – Lehrende, Studierende und Mitarbeitende gleichermaßen. Die ‚edYOUcate@UPB‘ bietet Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam neue Ideen für Studium und Lehre zu entwickeln.“ Gemeinsam eröffneten Prof. Flath und Dr. Vöing die Veranstaltung.
Keynote: „Politische Bildung in Zeiten von Rechtspopulismus“
Prof. Dr. Tim Engartner, Professor für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt ökonomische Bildung und stellvertretender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für empirische Lehrer*innen- und Unterrichtsforschung (IZeF) an der Universität zu Köln, beleuchtete in seiner Keynote die wachsenden Herausforderungen für demokratische Grundwerte und Institutionen. Dabei ging er insbesondere auf die Frage ein, was politische Bildung im Umgang mit Rechtspopulismus leisten muss. Für ihn bedeutet politische Bildung u. a., Begegnungen zwischen verschiedenen Gruppen zu schaffen. Rechtspopulistische Entwicklungen seien als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu verstehen, die ein aktives Eintreten für demokratische Werte erfordert. Die Aufgabe von Hochschulen liege darin, Demokratie als Lebensform zu integrieren und nicht rein institutionell, betonte Prof. Engartner.
Podiumsdiskussion und Workshops für einen interdisziplinären Austausch
Bei der Podiumsdiskussion, moderiert von Daniel Al-Kabbani von Creaversity, diskutierten Expert*innen über die Rolle und den Auftrag der Hochschule bei der Vermittlung demokratischer Kompetenzen und Werte. „Teilhabe müssen wir im Sinne von Wechselseitigkeit verstehen und das bedeutet auch, die eigene Wohlfühlzone zu verlassen“, so Prof. Flath. Vertreten waren außerdem Prof. Engartner, Prof. Dr. Brigitte Kottmann vom Institut für Erziehungswissenschaften an der Universität Paderborn und Mo Falke, Vorsitz des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Im Anschluss an die Diskussionsrunde tauschten sich die Teilnehmer*innen u. a. in Workshops, Diskussionsrunden und Themenforen aus und betrachteten so das Leitthema „Hochschule als demokratischer Raum“ aus verschiedenen Blickwinkeln.
Auszeichnung von hervorragender Lehre und Vergabe von hochschuldidaktischen Zertifikaten
Neben dem Austausch diente die „edYOUcate@UPB“ auch dazu, besondere Leistungen von Lehrenden der Universität Paderborn zu würdigen. Drei Projekte wurden mit dem „Förderpreis für Innovation und Qualitätsverbesserung in der Lehre 2025“ ausgezeichnet: Prof. Dr. Dennis Kundisch und Prof. Dr. Oliver Müller erhielten den Förderpreis für das Projekt „Studentische KI-Kompetenzen in den Wirtschaftswissenschaften“. Für das Projekt „Bildung durch Bewegung – Lehrverhältnisse verändern, um Innovationen in der Lehre zu gestalten“ wurden Dr. Carolin Waltert, Dr. Nicole Satzinger und Prof. Dr. Miriam Kehne ausgezeichnet. Außerdem erhielten Dr. Max Hoffmann und Prof. Dr. Lena Wessel einen Förderpreis für ihr Projekt „ProM@IK-KI – Professionalisierung von Mathematiklehramtsstudierenden im Bereich informatischer Kompetenzen durch KI-Nutzung“.
Auch der Lehrpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs wurde vergeben. Er würdigt Lehrkonzepte und -methoden mit herausragendem und beispielhaftem Charakter. Maike Althaus und Lea Biere erhielten den Lehrpreis für das Seminar „KI und Conversational Agents: ein interdisziplinäres Praxisprojekt“ sowie das Projektseminar „Conversational Agents: Wirtschaftsinformatik und Soziologie im Dialog“. Dr. Yvonne Webersen und Dr. Pascal Pollmeier bekamen eine Auszeichnung für die interdisziplinäre Lehrveranstaltung „Vom Treibhauseffekt zur Brennstoffzelle: Energieversorgung von morgen“. Zudem wurde der Lehrpreis an Jonas Spieker für das Seminar „,Wovon sollen wir träumen?‘ Musik in politischen Bewegungen und Kämpfen – ein Podcast-Seminar im Sommersemester 2025“ vergeben. Als Absolvent*innen des Qualifizierungsprogramms „Professionelle Lehrkompetenz in der Hochschule“ bekamen Larissa Jäger, Nadine Michel, Philipp zur Heiden, Lea Biere, Sebastian Rost, Sven Thomas, Arnold T. Simeu, Birte de Gruisbourne und Amy Ziemniak die hochschuldidaktischen Zertifikate verliehen. Ziel des Programms ist es, Lehrenden an Hochschulen im Hinblick auf alle ihre Kernaufgaben im Bereich Lehre Weiterbildungsinhalte anzubieten, die systematisch aufeinander bezogen sind.
Über „edYOUcate@UPB“
Der „Tag der Lehre“ findet seit 2012 jährlich statt und wird von der Stabsstelle Bildungsinnovationen und Hochschuldidaktik organisiert. In diesem Jahr trug der Tag erstmals den Namen „edYOUcate@UPB“. Der neue Titel der Veranstaltung soll einen Schritt der Weiterentwicklung markieren: hin zu einem inklusiven, dialogorientierten und partizipativen Austauschformat für die gesamte Universität. Das „YOU“ im Namen betont die aktive Rolle aller Beteiligten bei der Gestaltung der Lehre.