Prof. Dr. Peter Clive Sarnak, international vielfach ausgezeichneter Mathematiker, hat als diesjähriger Festredner der Weierstraß-Vorlesung an der Universität Paderborn Einblicke in seine Forschung gegeben. Die Vorlesung, die auch international große Beachtung findet, ist nach Karl Weierstraß benannt, der 1834 sein Abitur am Gymnasium Theodorianum in Paderborn als bester Absolvent der Schule gemacht hat. Weierstraß zählt zu den bedeutendsten Mathematikern des 19. Jahrhunderts und gilt u. a. als Begründer der modernen Analysis.
Die Bedeutung der Veranstaltungsreihe hob Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität, gleich zu Beginn hervor: „Die Weierstraß-Vorlesung stärkt die Position von Paderborn als internationalen Standort der Mathematikforschung und ehrt damit gleichzeitig die historische Bedeutung unserer Stadt als Wirkungsstätte eines der größten Mathematiker des 19. Jahrhunderts.“
Prof. Dr. Jürg Kramer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, stellte die Organisation vor und gab einen Überblick über Weierstraß’ akademischen Werdegang. Der Dekan der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik Prof. Dr. Jürgen Klüners begrüßte die Anwesenden: „Die Vorlesung ehrt das Erbe von Karl Weierstraß und reflektiert die Würdigung der verschiedenen Disziplinen der Mathematik durch die Universität.“
Den historischen Vortrag zur mittelalterlichen Astronomie von vor etwa 700 Jahren hielt Prof. Dr. Thomas Sonar von der TU Braunschweig. Der Wissenschaftler beschäftigt sich mit der Geschichte der Mathematik, insbesondere mit Dedekind, Gauss, Newton und Leibniz.
Prof. Dr. Martin Kolb, Professor für Stochastik an der Universität Paderborn und Mitorganisator der Vorlesung, führte in den Festvortrag ein. Er bezeichnete Prof. Sarnak als brillant und nannte es ein „Vergnügen, ihm zuhören zu dürfen“.
In seinem Vortrag ging Prof. Sarnak auf das sogenannte Markoff-Spektrum ein. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Konzept aus der Zahlentheorie. Es beschreibt eine Menge von reellen Zahlen, die als untere Schranken („Minima“) von indefiniten binären quadratischen Formen auftreten.
Prof. Sarnak war bis 1991 an der Stanford University, USA, tätig. Seit 1991 ist er Professor für Mathematik an der Princeton University, ebenfalls USA. Seit 2007 ist er zudem einer von acht ständigen Mitgliedern der angesehenen „School of Mathematics“ in Princeton. Zu seinen Auszeichnungen gehören u. a. der „George-Pólya-Preis“ der „Society for Industrial and Applied Mathematics“ (SIAM), der „Ostrowski-Preis“ und der „Levi-L.-Conant-Preis“. Für seine Arbeiten zur Zahlentheorie wurde er mit dem „Frank Nelson Cole Prize“ der „American Mathematical Society“ ausgezeichnet.