Zum Welt­tag der psy­chi­schen Ge­sund­heit

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Jedes Jahr steht der 10. Oktober im Zeichen des seelischen Wohlergehens: Am Welttag für psychische Gesundheit, ausgerufen von der World Federation for Mental Health (WFMH) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wird rund um den Globus auf das psychische Wohlergehen von Menschen aufmerksam gemacht. Es geht um Awareness, Sensibilisierung und Solidarität.

Erste Hilfe für die Seele 

An der Universität Paderborn gibt es zahlreiche Projekte in Forschung und Lehre, die sowohl die körperliche als auch die seelische Gesundheit fördern. Mit Mental-First-Aid steht Studierenden und Mitarbeitenden beispielsweise ein kostenloses Kursangebot zur Verfügung, bei dem sie zu mentalen Ersthelfer*innen ausgebildet werden. Dabei lernen sie u. a., psychische Be- und Überlastung sowie Merkmale von Erkrankungen zu erkennen und entsprechend zu handeln. Sie fungieren damit als „Brücke“ zur professionellen Hilfe. Gemeinsam sollen Stigmata rund um mentale Gesundheit aufgearbeitet und entgegengewirkt werden. Die nächsten Kurse für Studierende finden am 4. und 11. November statt. Der nächste Kurs für Mitarbeitende findet am 6. November statt. 

Bei der psychosozialen Beratung stehen Motivationskrisen im Studium, Gefühle der Überforderung, Stress, oder die Bewältigung von Krankheiten im Fokus. Geschultes Fachpersonal der Zentralen Studienberatung sucht in vertraulichen Gesprächen gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungswegen und bietet Unterstützung bei studienbedingten und persönlichen Problemlagen an. 

Mit den betrieblichen AnsprechPersonen für psychische Belastungen gibt es eine feste Anlaufstelle für Mitarbeitende der Universität: Die Mitglieder beraten Mitarbeitende ehrenamtlich und haben unterschiedliche Schulungen im Bereich der mentalen Gesundheit absolviert. Eine vertrauensvolle Umgebung, in der Betroffene offen über ihre Sorgen sprechen können, und die Einhaltung der Schweigepflicht machen das Unterstützungsangebot für alle Beschäftigten aus Wissenschaft und Verwaltung unabhängig, vertraulich und niedrigschwellig zugänglich. 

Eine Übersicht über alle Angebote für Studierende und Mitarbeitende bietet weitere Orientierung.

Mentale Gesundheit in der Forschung 

E-Mails, Social Media, Musik: Dass uns Smartphones auf den verschiedensten Ebenen beeinträchtigen, ist inzwischen bekannt und häufig auch Gegenstand der Forschung. Eine Studie der Universität Paderborn hat beispielsweise ergeben, dass uns Handys selbst dann ablenken, wenn sie ausgeschaltet auf dem Tisch liegen. Studienautor Prof. Dr. Sven Lindberg, Leiter der Klinischen Entwicklungspsychologie an der Universität Paderborn, hat außerdem untersucht, warum wir ohne „Second Screen“ kaum noch Ruhe finden. „Unser Gehirn liebt neue Reize – aber es braucht genauso Phasen, in denen nichts passiert. Wenn wir jede Lücke mit Scrollen, Streams und Second Screen füllen, fehlt dem Gehirn die Zeit, in Ruhe aufzuräumen: Erinnerungen zu sortieren, Gefühle einzuordnen und wirklich herunterzufahren. Multitasking fühlt sich an, als würden wir mehr tun und ist doch die sicherste Methode, weniger zu schaffen“, so Prof. Lindberg. 

Ab dem 20. Oktober begleitet er als Experte im ZDF-Format „37°: Unsere Klasse – Chaos und Chancen in der 1d" eine Grundschulklasse in Mülheim an der Ruhr und übernimmt darin die externe entwicklungspsychologische Einschätzung der Kinder – mit spielerischen Experimenten zu Konzentration, Selbsteinschätzung und Empathie. 

Das Projekt CARE+CONNECT, angesiedelt an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, zielt darauf ab, die Unterstützung der psychischen Gesundheit an europäischen Hochschulen zu verbessern, indem es strukturierte Interventionen zur Stärkung des Wohlbefindens und der Resilienz von Studierenden anbietet. Zu den Hauptzielen gehören die Einführung eines internetbasierten Tools für kognitive Verhaltenstherapie, der Aufbau von Peer-Support-Netzwerken, die Schaffung sicherer Räume für Gespräche über psychische Gesundheit, die Schulung von Hochschulmitarbeiter*innen und Studierenden sowie die Verankerung nachhaltiger Unterstützungsstrukturen. Das Projekt wird in sechs EU-Ländern durchgeführt.

Eine Arbeitsgruppe am Department Sport und Gesundheit befasst sich zudem mit den neurokognitiven Grundlagen von Sport und Bewegung. In vier Forschungsschwerpunkten geht es um den Zusammenhang von motorischer Expertise und der Kopplung von Wahrnehmungs- und Handlungsleistungen, die neurokognitiven Grundlagen von motorischem Lernen und Automatisierungsprozessen bei der Bewegungskontrolle, die Entwicklung motorischer Fertigkeiten über die Lebensspanne sowie den Zusammenhang von Sport und psychischer Gesundheit.

Gemeinsame Verantwortung

Ob in der Lehre, in der Beratung, am Arbeitsplatz oder in der Forschung: An der Universität Paderborn hat mentale Gesundheit einen hohen Stellenwert. „Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass niemand mit seinen Sorgen allein bleiben muss – durch Kurse, Beratung, Forschung und das einfache, aber entscheidende Angebot, zuzuhören“, hält Simone Probst, Vizepräsidentin für Wirtschafts- und Personalverwaltung, fest. 

 

 

 

Symbolbild (Universität Paderborn, Besim Mazhiqi)