Li­bo­ri Sum­mer School 2026: För­de­rung des in­ter­na­ti­o­na­len Di­a­logs zur Ge­schich­te von Phi­lo­so­phin­nen und Wis­sen­schaft­le­rin­nen

Vom 27. bis 31. Juli 2026 fand an der Universität Paderborn die Libori Summer School 2026 zum Thema „The History of Women Philosophers and Scientists“ statt. Ausgerichtet wurde sie vom Center for the History of Women Philosophers and Scientists unter der Leitung von Prof. Dr. Ruth E. Hagengruber und Dr. Jil Muller in Zusammenarbeit mit der European University Alliance COLOURS.

Fünf Tage lang kamen internationale Wissenschaftler*innen, Nachwuchsforschende und Studierende zusammen, um sich über die Geschichte von Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen auszutauschen, aktuelle Forschungsfragen zu diskutieren und interdisziplinäre Netzwerke zu stärken.

Die Summer School wurde in einem hybriden Format durchgeführt: Teilnehmende konnten sowohl vor Ort an der Universität Paderborn als auch online via Zoom am Programm teilnehmen. Dadurch wurde die Veranstaltung einem internationalen Publikum zugänglich gemacht. Insgesamt nahmen 330 Personen aus 53 Ländern teil, unter anderem aus Brasilien, China, Griechenland, Frankreich, Nordmazedonien, Nigeria, den Philippinen, Chile, der Mongolei, Grönland, Vietnam und Malawi. Die große Resonanz zeigt das wachsende weltweite Interesse an der Erforschung der Beiträge von Frauen zur Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte.

Ein besonderer Höhepunkt der Woche war die Reihe internationaler Keynote Lectures. Dorota Dutsch von der University of California, Santa Barbara, USA, eröffnete das Programm mit ihrem Vortrag „Women in the Archive: An Argument with Silence“, in dem sie sich mit den Herausforderungen der Sichtbarmachung weiblicher Stimmen in historischen Archiven auseinandersetzte. Kateryna Karpenko von der Kharkiv National Medical University, Ukraine, sprach in „Ecofeminism in the Context of the Challenges of Artificial Intelligence“ über die Verbindungen von Umweltethik, Geschlecht und neuen Technologien. Priyanka Jha von der Banaras Hindu University, Indien, widmete sich in ihrem Vortrag „Dissent as Survival and Resistance in Global Populist Cultures“ Fragen von Widerstand, demokratischer Teilhabe und globalen populistischen Kulturen. Den Abschluss des Keynote-Programms bildete Ronny Miron von der Bar-Ilan University, Israel, mit ihrem Vortrag „The Phenomenology of Distance and Distance-lessness in Hedwig Conrad-Martius“, der neue Perspektiven auf phänomenologisches Denken eröffnete.

Neben den Keynote Lectures bot die Summer School ein vielfältiges interdisziplinäres Programm mit thematischen Sessions zu Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen in der Antike und im Mittelalter, zur Philosophie der Frühen Neuzeit, zur Phänomenologie, zu Ecofeminism und Ecotechgender, zu nicht-westlichen globalen Wissensgeschichten sowie zu Fragen von Lehre und Kunst. Die Beiträge regten lebendige Diskussionen an, eröffneten transkulturelle Perspektiven und präsentierten aktuelle Forschungsansätze, die das Verständnis der intellektuellen Leistungen von Frauen über Epochen, Disziplinen und Traditionen hinweg erweitern.

Die Libori Summer School hat sich als bedeutendes internationales Forum etabliert, das sich der Erforschung, Bewahrung und Sichtbarmachung der philosophischen und wissenschaftlichen Leistungen von Frauen widmet. Durch die Zusammenführung etablierter Wissenschaftler*innen, Nachwuchsforschender und Studierender aus aller Welt stärkt die Veranstaltung internationale Forschungsnetzwerke und schafft Raum für neue interdisziplinäre Kooperationen.

Die Libori Summer School 2026 hat erneut gezeigt, wie wichtig internationaler wissenschaftlicher Austausch für die Geschichte von Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen ist. Zugleich unterstrich sie das Anliegen, die Stimmen und Beiträge von Frauen stärker in den Mittelpunkt akademischer Diskurse zu rücken. Die Teilnehmenden gingen mit neuen Ideen, erweiterten Netzwerken und frischer Inspiration aus der Summer School hervor, um diese wichtige Arbeit weiterzuführen.