Hey, ich bin Amy
Schön, dass du da bist.
Chemie, Physik, Maschinenbau – du kannst dich einfach nicht entscheiden?
Dann ist der Studiengang Materialwissenschaften genau dein Match! Hier geht’s nicht nur um Formeln, Labore und Werkstoffe – sondern um die Frage, woraus unsere Zukunft eigentlich gemacht ist. Ob nachhaltige Mobilität, neue Lösungen gegen den Klimawandel oder innovative Technologien: Materialien sind die Grundlage für technologischen Fortschritt und gesellschaftlichen Wohlstand.
Um herauszufinden, was die Materialwissenschaften so spannend macht, habe ich hinter die Kulissen des Studiengangs geschaut.
Unser Plan für diese Ausgabe:
- Wie ist das Studium wirklich? Wir haben nachgefragt bei Zihan und Jun. Prof. Nieves Lopez Salas
- Eine Welt, die niemand mit bloßem Auge sieht. Wir schauen sie uns trotzdem an: am Rasterelektronenmikroskop
- Warum ausgerechnet Materialwissenschaften? Frederik erzählt im Podcast, warum er für das Studium brennt
- Abstecher nach China: Dr. Sascha Hohmann erzählt von seinem Aufenthalt in Qingdao
Klingt interessant? Dann pack deinen Laborkittel ein und komm mit in die Welt der Materialien!
Vom Molekül zum Bauteil: Materialwissenschaften debunked
Chemie, Physik oder doch Maschinenbau? Aber auf jeden Fall etwas mit naturwissenschaftlichem und technischem Bezug? Bleib dran, denn das klingt so, als könnte der Studiengang Materialwissenschaften wie für dich gemacht sein.
In sechs Semestern bekommst du alle Grundlagen, die du brauchst, an die Hand. Und das sowohl theoretisch als auch praktisch. Denn hier gehst du vom Molekül zum Bauteil und lernst dabei, wichtige Probleme bei Materialentwicklung und -verwendung zu lösen. In jedem der am Studiengang beteiligten Fächer – Chemie, Physik und Maschinenbau – absolvierst du ein Laborpraktikum, um das Gelernte direkt praktisch anwenden und wichtige Erfahrungen für den späteren Beruf zu sammeln.
Und nach dem Studium? Gute Frage! Das Studium der Materialwissenschaften ermöglicht es dir sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie zu arbeiten und so Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme von morgen zu finden. Interessante Tätigkeitsfelder sind unter anderem die Medizintechnik, die Energiewirtschaft sowie die Kunststoff- und Lackindustrie. Egal, wie du dich später entscheidest: Dein erster Schritt beginnt hier. Also scroll dich weiter durch die Ausgabe!
Mein Interview mit Zihan
Dein Studium in 3 Worten
- herausfordernd
- interessant
- interdisziplinär
Was hat dich dazu bewegt, Materialwissenschaften zu studieren und warum hast du dich für die Uni Paderborn entschieden?
Ich habe mein Studium ursprünglich in China begonnen. Im Studiengang Materialwissenschaften belegt man dort ein sehr breites Spektrum an Kursen, darunter auch Fächer wie Politik. Dadurch ist das Studium sehr vielseitig und anspruchsvoll. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass es nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht und mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Dabei bin ich auf den Chinesisch-Deutschen Campus (CDC) gestoßen, ein Austauschprogramm, durch welches ich für 2 Semester an die Uni Paderborn kommen konnte.
Das Studium hier macht mir sehr viel Spaß, weil der Schwerpunkt stärker auf den Materialwissenschaften liegt und man mehr Zeit für das Selbststudium hat. Daher habe ich mich dazu entschieden, auch nach meinem Auslandsjahr hier zu bleiben und noch mehr über das Leben, die Kultur und das Studium in Deutschland zu lernen. Im Wintersemester 2026/27 bin ich dann erstmals richtig an der Uni Paderborn immatrikuliert, das freut mich wahnsinnig!
Dein Studium passt zu dir, weil...?
…es mir immer mehr Spaß macht, herauszufinden, woher verschiedene Materialien stammen, woraus sie bestehen und was man aus ihnen herstellen kann. Die verschiedenen Fachbereiche – Physik, Chemie und Maschinenbau – sind dabei nicht voneinander losgelöst, sondern eng miteinander verknüpft. So können die chemischen Bestandteile von Materialien beispielsweise Aufschluss über physikalische Phänomene geben.
Wie sieht ein typischer Tag im Studium aus?
Mein Alltag unterscheidet sich stark. Je nachdem, ob ich mich gerade in der Prüfungsphase befinde oder nicht. Außerhalb der Prüfungsphase habe ich morgens Vorlesungen und mittags gehe ich in die Mensa. Nachmittags finden in der Regel Übungen statt. Anschließend sitze ich noch bis etwa 18 Uhr in der Bibliothek, um zu lernen. Nach der Uni gehe ich gerne zum Sport.
Während der Prüfungsphase lerne ich hauptsächlich in der Bibliothek, da bin ich dann auch mal bis 22 Uhr.
Was ist dein Lieblingsort an der Uni?
Ich gehe gerne in die Bibliothek, da verbringe ich viel Zeit. Für Kaffeepausen ist aber auch das Bona Vista super.
Was war dein persönliches Highlight im Studium?
Letztes Semester hatte ich 8 Klausuren, deshalb musste ich viel lernen und die Klausuren waren ziemlich schwierig, weil ich alles erst ins Chinesische übersetzen musste. Gleichzeitig habe ich auch noch meinen Führerschein auf Deutsch gemacht. Das war ganz schön viel Arbeit, aber ich habe alles problemlos bestanden!
Was möchtest du später mit deinem Abschluss machen?
Nach meinem Bachelor möchte ich gerne hier in Paderborn einen Master absolvieren. Zwei Jahre in Deutschland sind mir einfach zu wenig. Ich möchte noch mehr Erfahrungen sammeln und auch gerne nach meinem Studium noch länger bleiben.
Was würdest du jemandem empfehlen, der überlegt, Materialwissenschaften zu studieren?
Das Studium der Materialwissenschaften ist vielseitig und verbindet mehrere Teilbereiche miteinander. Deshalb sollte man sich nicht nur für Chemie und Physik, sondern auch für Mathe, Quantenmechanik und Maschinenbau interessieren. Vorkenntnisse in Chemie und Physik aus der Oberstufe können hilfreich sein, sind aber keine Voraussetzung.
Im Studium beschäftigt man sich mit der Struktur, Herstellung und Anwendung verschiedener Materialien. Außerdem geht es darum, ihre Eigenschaften gezielt zu verbessern und neue Einsatzmöglichkeiten zu entwickeln. Interesse an diesen Themen ist daher besonders wichtig.
Ein Interview mit Jun. Prof. Nieves Lopez Salas
Was macht den Studiengang besonders?
Materialien begegnen uns überall – vom Smartphone über Windkraftanlagen bis hin zum Elektroauto. Im Studium der Materialwissenschaften lernst du zu verstehen, warum Materialien bestimmte Eigenschaften besitzen und wie man sie gezielt für neue Anwendungen entwickelt. Genau diese Verbindung aus Chemie, Physik und Ingenieurwissenschaften macht den Studiengang so spannend. An der Universität Paderborn profitierst du dabei von einer engen Zusammenarbeit der verschiedenen Fachrichtungen, modernen Laboren und einer persönlichen Betreuung.
Gibt es Voraussetzungen, die man mitbringen sollte?
Man muss übrigens nicht schon alles können. Viel wichtiger sind Neugier, Interesse an Naturwissenschaften und Technik sowie Freude daran, Zusammenhänge zu verstehen und Probleme zu lösen. Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie sind hilfreich, aber die notwendigen Grundlagen werden im Studium Schritt für Schritt vermittelt. Motivation und die Bereitschaft, Neues zu lernen, sind oft wichtiger als perfektes Vorwissen.
Was erwartet Studierende an Wissenschaft und Forschung?
Forschung gehört von Anfang an zum Studium. Bereits in den ersten Semestern arbeitest du im Labor, führst Experimente durch und lernst moderne Methoden zur Untersuchung und Charakterisierung von Materialien kennen. So erhältst du früh Einblicke in aktuelle Forschung – beispielsweise zu nachhaltigen Werkstoffen, Materialien für die Energietechnik oder innovativen Kunststoffen – und sammelst erste Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten.
Was erwartet Studierende an Praxisbezug im Studiengang?
Wer gerne praktisch arbeitet, ist hier genau richtig. Laborpraktika sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums und begleiten dich über mehrere Semester. Dabei wendest du theoretisches Wissen direkt an, lernst moderne Analyse- und Charakterisierungsmethoden kennen und arbeitest mit aktueller Labortechnik. So erwirbst du praktische Fähigkeiten, die sowohl in der Industrie als auch in der Forschung gefragt sind.
Gibt es die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen oder sich vertiefend mit etwas auseinanderzusetzen?
Ja. Im letzten Studienjahr kannst du durch Wahlmodule individuelle Schwerpunkte setzen und dein Studium nach eigenen Interessen gestalten. Die Bachelorarbeit bietet außerdem die Möglichkeit, sich intensiv mit einer wissenschaftlichen oder anwendungsorientierten Fragestellung zu beschäftigen und dabei eng mit einer Forschungsgruppe zusammenzuarbeiten.
Was sind die beruflichen Aussichten nach dem Studiengang?
Innovative Materialien werden in nahezu allen Industriebereichen benötigt – entsprechend vielfältig sind die Berufsmöglichkeiten. Absolventinnen und Absolventen arbeiten beispielsweise in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, der Luft- und Raumfahrt, der Chemie- und Kunststoffindustrie, der Elektronik oder der Energietechnik. Typische Tätigkeitsfelder sind Forschung und Entwicklung, Werkstoffentwicklung, Qualitätssicherung oder Prozessoptimierung. Der Bachelor bietet außerdem eine hervorragende Grundlage für ein weiterführendes Masterstudium in den Materialwissenschaften.
Was sind die wichtigsten Punkte, die man bei der Entscheidung für den Studiengang berücksichtigen sollte?
Materialwissenschaften ist der richtige Studiengang für alle, die naturwissenschaftliche Grundlagen mit technischen Anwendungen verbinden möchten. Das Studium ist anspruchsvoll, aber gleichzeitig sehr abwechslungsreich und bietet viele praktische Einblicke. Du musst übrigens noch nicht entscheiden, in welcher Branche du später arbeiten möchtest – Materialwissenschaftlerinnen und Materialwissenschaftler werden in vielen Bereichen gesucht. Wenn du neugierig bist und verstehen möchtest, wie neue Materialien die Technologien von morgen ermöglichen, dann bist du hier genau richtig.
Ganz nah dran: Die Welt unter dem REM
Was glaubst du, was das hier ist?
Spoiler: So sieht es nur aus, wenn man ganz genau hinschaut.
Laura & ich nehmen dich mit ins Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen und zeigen dir, wo Forschende arbeiten, die sich mit Materialien und ihren Eigenschaften beschäftigen.
Die Auflösung gibt’s im Video.
Materialwissenschaften für die Ohren
Reingehört!
Materialwissenschaften: Ein kleiner und familiärer Studiengang, ganz viel Leidenschaft und Vielseitigkeit. Ich hatte da aber noch ein paar offene Fragen, die dich vielleicht ebenso interessieren könnten. In diesem Podcast erklärt mir Frederik, was ihn zu seinem Studium bewegt hat, welche Rolle das Thema Nachhaltigkeit spielt, wie er die Praxisphasen bisher erlebt hat und gibt dabei noch weitere spannende Einblicke in seinen Studienalltag.
Von Paderborn nach Qingdao
Für diese Ausgabe nimmt uns Dr. Sascha Hohmann aus der Physik mit nach Qingdao. Hier erzählt er, wie er den Aufenthalt erlebt hat und warum die Kooperation auch für Studierende der Materialwissenschaften spannend ist:
In Qingdao, an der Küste des Gelben Meeres in China, gibt es neben einer der größten Brauereien der Welt und einigen der bekanntesten Strände Chinas auch die Chinesisch-Deutsche Technische Fakultät an der Qingdao University of Science and Technology. Die Idee ist, dass Studierende neben dem fachlichen Studium auch Deutsch lernen und ihren Bachelor in Materialwissenschaften oder einem anderen Fach in Paderborn beenden.
Der Austausch findet aber in beide Richtungen statt. Auch deutsche Studierende, beispielsweise aus den Materialwissenschaften und dem Maschinenbau, sowie Lehrende haben die Möglichkeit, für einige Wochen oder auch ein bis zwei Semester in die chinesische Großstadt zu kommen. Dafür bietet die Uni spezielle Vorbereitungskurse an, die sowohl die Sprache als auch die Kultur näherbringen.
Ich habe die Möglichkeit genutzt und bin aktuell in Qingdao, um eine Vorlesung (auf Deutsch) für die chinesischen Studierenden zu geben. Die Vorbereitungskurse für die Studierenden habe ich dabei nicht mitmachen können. Die Reise war aber bestens organisiert: Ich wurde vom Flughafen abgeholt und zum Hotel gebracht, mir wurde die Uni gezeigt, die wichtigen Wege und ich habe für alle Fälle immer einen Ansprechpartner – sogar in der Vorlesung. Man muss sich also keine Sorgen machen, man wird hier perfekt umsorgt.
Anders als in Deutschland ist es hier auch für Studierende kein Problem, eine Wohnung zu finden. Ganz im Gegenteil: Alle Studierenden wohnen hier im Wohnheim direkt am Unigelände, Ausnahmen gibt es nur in speziellen Fällen. Auf dem Unigelände findet man auch alles, was man braucht. Hier gibt es nicht nur eine Mensa (allerdings mit hunderten von Gerichten) und einen Friseur wie in Paderborn, sondern auch Supermärkte, Wäschereien und alles, was man im Alltag braucht. Man kann sich also ohne Sorgen in das Abenteuer stürzen und einige Wochen China erleben.
Noch nicht das Richtige dabei?
Kein Problem, vielleicht wartet dein Studiengang einfach an einer anderen Ecke des Campus auf dich.
Klingt Physik nach dir? Dann wirf doch gleich einen Blick in den passenden Uniguide oder entdecke unsere weiteren Ausgaben.
Mein Laborbesuch
Hightech hautnah: Ein spannender Einblick in die Welt der Werkstoffe
Im Video haben wir euch schon mit ans Rasterelektronenmikroskop genommen und gezeigt, wie Forschende Materialien bis in winzige Strukturen hinein untersuchen. Aber das war längst nicht alles. Schon beim Betreten der riesigen Halle im Y-Gebäude blieb mir der Mund offen stehen: Überall stehen beeindruckende Maschinen und hochmoderne Geräte. Man spürt sofort: Hier passiert Forschung auf höchstem Niveau.
Mit einem neugierigen Blick und vielen Fragen im Gepäck bin ich also mit dem stellvertretenden Leiter Herr Dr.-Ing. Hoyer in die faszinierende Welt der Werkstoffkunde eingetaucht.
Voller Neugier und Aufregung durfte ich hinter jeder Tür eine neue Welt entdecken: von Forschungsprojekten, über neue Materialien von Prothesen, bis hin zur Untersuchung und Produktion von Werkstoffen. Hier ist für das technische Herz alles dabei!
Gleich zu Beginn durfte ich geschliffene Metallproben im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe nehmen. Dabei wurde deutlich, dass jede kleine Unebenheit Hinweise auf die Qualität und mögliche Schwachstellen eines Materials gibt. Hier wird wirklich mit höchster Präzision gearbeitet – denn nur so lässt sich feststellen, ob ein Werkstoff vielleicht noch verbessert werden kann.
Auch im Bereich der additiven Fertigung, also dem 3D-Druck mit Metallpulvern, konnte ich spannende Einblicke gewinnen. Hier entstehen Schicht für Schicht Proben, die anschließend genau auf Schwachstellen untersucht werden. So wird sichergestellt, dass am Ende nur das Beste aus dem Drucker kommt.
Ein echtes Highlight war die Zwei-Rollen-Bandgießanlage. Mit sichtbarer Begeisterung erklärte Herr Dr.-Ing. Hoyer mir, wie aus dem Schmelzofen direkt dünne Metallbänder gegossen werden können. Der gesamte Prozess wird von sechs Personen überwacht – kaum zu glauben, wenn man vor der gewaltigen Anlage steht und sieht, wie präzise alles abläuft.
Ein Gerät, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt, ist das sogenannte Pendelschlagwerk. Mit ihm lässt sich die Materialfestigkeit testen – also wie viel ein Werkstoff aushalten kann, bevor er bricht. Doch bevor die Studierenden im Labor selbst Hand anlegen, lernen sie das Gerät über ein Augmented-Reality-Modell kennen. So bekommen sie schon vor dem ersten Versuch ein genaues Verständnis dafür, wie das Gerät funktioniert.
Das Herzstück der Halle war aber die hydraulische Presse. Mit enormer Kraft können hier Werkstoffe umgeformt, geprüft und auf Herz und Nieren untersucht werden. Dabei wird nicht nur gezeigt, wie, sondern auch warum bestimmte Materialien auf bestimmte Weisen reagieren – ein perfektes Beispiel dafür, wie hier Theorie und Praxis Hand in Hand gehen.
Was diesen Besuch im Y-Gebäude so besonders macht, ist nicht nur die Technik, sondern auch das Zusammenspiel der Fachrichtungen. Hier arbeiten Maschinenbau, Chemie und Physik eng zusammen, um gemeinsam an den Werkstoffen der Zukunft zu forschen. Dieser Blick hinter die Kulissen war nicht nur spannend, sondern richtig inspirierend und zeigt, wie vielseitig und zukunftsorientiert das Studium in Materialwissenschaften sein kann.
Mein Fazit: Wer gerne Dingen auf den Grund geht, Naturwissenschaften spannend findet und sich nicht zwischen Chemie, Physik und Maschinenbau entscheiden möchte, sollte Materialwissenschaften definitiv auf dem Schirm haben. Vielleicht hast du deinen Studiengang ja gerade gefunden.
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