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Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

| Pressemitteilung

Paderborner Forscher*innen erarbeiten Leitfaden zur Entwicklung digitaler Plattformen

Projekt „DigiBus“ hilft Industrieunternehmen beim Einstieg

Digitale Plattformen spielen für Unternehmen sowohl im direkten Kundenvertrieb als auch beim Handel untereinander eine entscheidende Rolle. Im November 2018 ist deshalb das Innovationsprojekt „DigiBus – Digital Business“ im Rahmen des Spitzenclusters it’s OWL gestartet. Forscher*innen des Heinz Nixdorf Instituts der Universität Paderborn, des SICP – Software Innovation Campus Paderborn, des Fraunhofer-Instituts für Entwurfstechnik Mechatronik IEM (Konsortialführer) und Berater*innen der UNITY AG haben gemeinsam mit den Anwenderunternehmen WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG und der DENIOS AG ein Instrumentarium zur Entwicklung einer unternehmenseigenen Plattformstrategie erstellt. Damit schließen sie das vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) mit fast drei Millionen Euro geförderte Projekt nach zweieinhalb Jahren erfolgreich ab.

„Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht es insbesondere produzierenden Unternehmen, die Potentiale von digitalen Plattformen zu nutzen. Für die Einführung solcher Werkzeuge sind allerdings neue Geschäftsmodelle notwendig, die sich wesentlich von klassischen Geschäftsmodellen unterscheiden“, erläutert Michel Scholtysik, Wissenschaftler der Fachgruppe „Advanced Systems Engineering“ am Heinz Nixdorf Institut unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu. „Eine große Herausforderung ist es, überhaupt die Facetten der Plattformökonomie zu begreifen. Den Unternehmen fehlen Übersichten zu Anwendungsfällen und Best Practices“, fügt Simon Hemmrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter im SICP der Universität Paderborn, hinzu.

Viele Unternehmen haben beispielsweise Interesse daran, eine digitale Plattform zu etablieren, um darüber ihre Serviceleistungen anzubieten und von einer höheren Kundeninteraktion als beim klassischen Verkauf zu profitieren. „Es mangelt ihnen jedoch häufig an Gestaltungswissen für den Einstieg“, so Scholtysik. Ziel von „DigiBus“ war es deshalb, digitale Plattformen für Unternehmen greifbar zu machen und den Einstieg zu erleichtern.

Der SICP, vertreten durch die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Daniel Beverungen, Prof. Dr. Nancy Wünderlich und Prof. Dr. Dennis Kundisch, hat gemeinsam mit den Projektpartnern zunächst die Herausforderungen an ein Plattformgeschäft ganzheitlich erhoben und analysiert. Daraufhin wurde eine Art Fahrplan erstellt, der mit einer Orientierungsphase startet. Das hierfür entwickelte „Plattformradar“ (www.plattform-radar.de) gibt einen weitreichenden Überblick über bestehende Plattformen und deren charakteristische Eigenschaften. Im weiteren Verlauf werden die Potentiale einer digitalen Plattform im Rahmen der Strategieentwicklung identifiziert und für die Unternehmen transparent gestaltet. Mit dem Wissen werden konkrete Ideen entwickelt und abschließend das zukünftige Geschäft geplant.

„Im Rahmen des Projekts wurde jeweils eine Plattformidee für die DENIOS AG und für die WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG entwickelt und konzipiert. Diese werden in Zukunft weiter ausgestaltet und veröffentlicht“, so Scholtysik. Damit noch mehr Unternehmen von der erfolgreichen Arbeit, die im Rahmen des Projekts „DigiBus“ geleistet wurde, profitieren können, erstellen die Forschenden derzeit außerdem eine Methodensammlung, die in Form eines Buchs veröffentlicht wird.

Kontakt

Michel Scholtysik

Michel Scholtysik

Advanced Systems Engineering / Heinz Nixdorf Institut

Zur Person
Simon Hemmrich

Simon Hemmrich

Wirtschaftsinformatik, insb. Betriebliche Informationssysteme

Zur Person

Die Universität der Informationsgesellschaft