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Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

| Pressemitteilung

Technologiebasiertes Sanierungskonzept: ENERVATE entwickelt zukunftsweisendes Konzept für die schnelle und nachhaltige Modernisierung des Altbaubestandes

Um das gesetzte Ziel Deutschlands zu erreichen, bis zum Jahr 2050 rund 80 bis 95 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als noch 1990, muss auch der Gebäudebestand bis dahin nahezu klimaneutral sein. Um dieser ambitionierten wie notwendigen Forderung gerecht zu werden, möchte das Team von ENERVATE um Jona Vogel, Student an der Universität Paderborn, eine nachhaltige und schnelle Transformation des Gebäudealtbestands erreichen. Alte Gebäude sollen mit der entwickelten Technologie in energieeffiziente Smart-Home-Gebäude mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien am Wärmeverbrauch seriell saniert werden. Seit 2018 arbeiten Jona Vogel, Betriebswirtschaftler, und Amir Giebel, Umweltingenieur, bereits an ihrer Entwicklung.

Intelligente Thermofassade

Die Technologie von ENERVATE nutzt dafür die Massivität des alten Mauerwerkes, um diese mit thermischer Energie aus erneuerbaren Energien aufzuheizen oder zu kühlen. Eigens dafür entwickelte thermische Heiz- und Kühlmodule sollen dafür die Außenfassaden der sanierungsbedürftigen Gebäude einkleiden. Die dadurch entstehenden, großflächigen, seriell skalierbaren und modular angelegten Heizplatten arbeiten mit einer Wärmepumpe, die es ermöglicht, auf längst überholte Energiespender wie Öl- oder Gasheizungen zu verzichten. Durch eine intelligente, börsenpreisoptimierte Steuerung der Wärmepumpe erlaubt die Speicherfähigkeit der Außenwandfassade eine Ausnutzung von überschüssig produzierten erneuerbaren Energien, die durch die Volatilität, also durch die üblichen Schwankungen bei der Stromerzeugung erneuerbarer Energien, besser genutzt werden und starke Preisschwankungen des Energiepreises umgangen werden können. So integriert das energetische Sanierungskonzept von ENERVATE eine nachhaltige und intelligente Flexibilitätsoption, welche die zukünftigen Herausforderungen hinsichtlich der Wechselwirkungen von notwendigen Speicherkapazitäten durch den steigenden Anteil an erneuerbaren Energien, steigender Volatilität und steigender Netzbelastung adressiert.

Sozialunternehmertum für die Zukunft

Die Idee verfestigte sich während des Moduls „Green Start-up Academy“, das durch das Technologietransfer- und Existenzgründungscenter der Universität Paderborn (TecUP) in Kooperation mit dem Unternehmen Weidmüller GmbH & Co. KG durchgeführt wird und darauf abzielt, unternehmerisches Denken bei den Studierenden in Bezug auf die Reduktion des CO2-Ausstoßes zu fördern. „Wir versuchen eine Technologie zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch langfristig Bestand hat. So möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Klimaziele und den Klimaschutz maßgeblich zu unterstützen“, erklärt Jona Vogel die Vision des jungen Gründerteams. Mittlerweile haben die beiden Gründer ihr Team um Andreas Fischer, Diplom Elektrotechniker und Spezialist für die Bereiche Software, IT und Programmierung, erweitert.

Nach der erfolgreichen Konzept-Demonstration in einem Pilotprojekt möchten sie ihre Ergebnisse nun als Hochschulausgründung in die Industrie überführen. Für ihr Projekt erhielten die beiden Wissenschaftler Anfang des Jahres eine Förderung im Programm START-UP transfer.NRW vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW). Die 12-monatige Förderung in Höhe von 240.000 Euro soll durch die Nutzung von Forschungs- und Entwicklungsressourcen die Entwicklung von Dienstleistungen, Verfahren oder Produkten hin zur Marktreife vorantreiben und den als Fördervoraussetzung vorgelegten Businessplan für die nachfolgende Gründungs- und Wachstumsphase weiterentwickeln. Von Beginn an wurde das Team durch die garage33, das Gründungszentrum der Universität Paderborn, unterstützt. Seitdem profitieren sie von der Expertise zu allen gründungsrelevanten Themen sowie von dem starken Netzwerk des Gründungszentrums. Mit dem Projektbeginn bezogen sie ihr eigenes Büro in der garage33, von dem aus sie ihre innovative Geschäftsidee sowohl unter strategisch-operativen als auch technologisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten weiterentwickeln.

Website: www.enervate.de

Text: Lena Gold
 

Kontakt:
Lena Gold, Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center der Universität Paderborn, Fon: 05251-60 4412, E-Mail: lena.gold(at)upb(dot)de

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