Im Wintersemester 2026/27 laden das Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie das Zentrum für deutschsprachige Gegenwartsliteratur der Universität Paderborn alle Interessierten zu einer Reihe von literarischen Lesungen mit Gesprächen ein. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg führte das Veranstaltungsformat bereits mehr als 250 renommierte Gegenwartsautor*innen nach Paderborn. Die Lesungen aus ihren Werken finden jeweils montags um 16.15 Uhr in Hörsaal G der Universität statt. Der Eintritt ist frei. Ausgerichtet und moderiert werden die Veranstaltungen von Prof. Dr. Norbert Otto Eke und Prof. Dr. Stefan Elit. Die Veranstaltungsreihe findet statt mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), des Rotary Clubs Paderborn-Kaiserpfalz und der Kunststiftung NRW. Weitere Informationen und alle Termine im Überblick finden Interessierte auf der Veranstaltungsseite.
Zur Einstimmung auf die Lesungsreihe hält Prof. Dr. Norbert Otto Eke am 19. Oktober einen Überblicksvortrag zur Frage „Was ist Gegenwartsliteratur?“.
26. Oktober: Christoph Peters liest aus seinem Roman „Entzug“
Zum Auftakt präsentiert der Schriftsteller Christoph Peters Auszüge aus seinem Werk „Entzug“. Peters, der über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt ist, wurde am 11. Oktober 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studierte er von 1988 bis 1994 Malerei. 1996 erhielt er ein Stipendium im Künstlerdorf Schöppingen. 2004 hatte Peters die Poetik-Dozentur der Akademie der Wissenschaften und der Literatur an der Universität Mainz inne, im Jahre 2008 die 22. Tübinger Poetik-Dozentur und im Wintersemester 2014/2015 die 33. Paderborner Gastdozentur für Schriftsteller*innen. Im Jahr 2017 folgte eine weitere Poetikdozentur an der Universität Bonn. Mit seiner Frau, der Schriftstellerin Veronika Peters, lebt er in Grömitz (Ostsee).
Bislang publizierte Peters u.a. die Erzählbände „Kommen und gehen, manchmal bleiben“ (2001) und „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“ (2010), den Gedichtband „Die lieben Lande“ (2015) und Romane wie „Stadt Land Fluß“ (1999), „Ein Zimmer im Haus des Krieges“ (2006), „Mitsukos Restaurant“ (2009), „Wir in Kahlenbeck“ (2012), „Der Arm des Kraken (2015)“ und „Dorfroman“ (2020). 2022 bis 2024 veröffentlichte er eine viel beachtete Romanreihe in Anlehnung an Wolfgang Koeppens „Trilogie des Scheiterns“ sowie 2026 seinen neuesten Roman „Entzug“.
Für sein Schaffen wurde Peters mehrfach ausgezeichnet: Zu seinen Auszeichnungen gehören u. a. der Martha-Saalfeld-Förderpreis (1998), der aspekte-Literaturpreis (1999), der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld (1999 und 2022), der Rheingau-Literaturpreis (2009), der Friedrich-Hölderlin-Preis Bad Homburg (2016), der Wolfgang-Koeppen-Preis (2018) und der Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt (2021). Zudem hat er den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld (2022), den Christian-Friedrich-Daniel-Schubart-Preis (2025) und den Franz-Hessel-Preis 2026 erhalten.
2. November: Thomas von Steinaecker liest aus seinem Roman „Schwestern“
In der folgenden Woche erhalten die Zuhörenden Einblicke in Thomas von Steinaeckers Roman „Schwestern“, der weibliche Perspektiven in den Vordergrund stellt. Geboren am 6. Februar 1977 in Traunstein, studierte der Schriftsteller, Regisseur und Audiokünstler Literaturwissenschaft in München und Cincinnati und wurde 2006 mit einer Arbeit über „Literarische Foto-Texte. Zur Funktion der Fotografien bei Brinkmann, Kluge und Sebald“ promoviert. Bereits seit dem Ende der 1990er-Jahre veröffentlichte er literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Zudem erhielt er noch vor seinem Debütroman im Jahr 2007 („Wallner beginnt zu fliegen“) ein Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin (2003/2004). Heute lebt er als freier Autor und Fernsehregisseur in Augsburg.
Zu seinen Auszeichnungen gehören der Hattinger Förderpreis (1996), der Aspekte-Literaturpreis (2007), der Bayerische Kunstförderpreis (2007), der Preis der Autoren (2010), der Kunstförderpreis der Stadt Augsburg (2011), der Kulturpreis Bayern (2015) sowie der Carl-Amery-Literaturpreis (2017). Darüber hinaus war er Stipendiat des Deutschen Literaturfonds (2007) und ist seit 2021 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. 2015 erhielt er einen Echo Klassik für seine Fernsehdokumentation „Richard Strauss und seine Heldinnen“.
Von Steinaecker hat bis dato eine große Bandbreite an Erzählungen, Romanen, Hörspielen und Filmen veröffentlicht, darunter die Erzählung „Götz – Eine Travestie“ (2004), die Romane „Wallner beginnt zu fliegen“ (2007), „Geister“ (2008), „Schutzgebiet“ (2009), „Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen“ (2012) und „Die Verteidigung des Paradieses“ (2016) sowie die Graphic Novel „Der Sommer ihres Lebens“ (2017) und seinen 2026 erschienenen Roman „Schwestern“. Auch Hörspiele und Filmeskripte gehören zum Portfolio von Steinaeckers, darunter „Meine Tonbänder sind mein Widerstand“ (2007), die Audiogeschichte „Herzrhythmusgeräusche“ (2010) und die Dokumentarfilme „Karlheinz Stockhausen: Musik für eine neue Welt“ (2009), „Bewegte Republik Deutschland“ (2014), „Die großen Musikrivalen“ (2019/2020) und „Rilke – Du musst dein Leben ändern“ (2025).
Weitere Lesungen finden am 9., 16., 23. sowie am 30. November statt.