Das „Center for the History of Women Philosophers and Scientists“ an der Universität Paderborn feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Dieser Meilenstein wurde am Montag, 27. Juli, in Anwesenheit von u. a. führenden Wissenschaftler*innen und internationalen Partner*innen im feierlichen Rahmen gewürdigt. Prof. Dr. Ruth Edith Hagengruber, Gründerin und Leiterin des Centers sowie Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, findet zum Jubiläum eindrückliche Worte: „Damit Frauen ihre Zukunft gestalten können, muss man ihnen ihre Vergangenheit zurückgeben. Diese These bildet das Leitbild des Centers für die Erforschung der Ideengeschichte der Frauen. Frauen, denen ihre Geschichte vorenthalten wird, lassen sich mit Menschen vergleichen, die ihr Gedächtnis verloren haben. Sie sind nicht in der Lage, eine persönliche Identität aufzubauen oder sich eine Zukunft zu schaffen.“
Das 2016 von Prof. Hagengruber gegründete Center war weltweit die erste Forschungseinrichtung, die sich ausschließlich der Geschichte von Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen widmete. In den vergangenen zehn Jahren hat es sich als international anerkanntes Zentrum für Forschung, digitale Geisteswissenschaften, kritische Ausgaben und globale wissenschaftliche Zusammenarbeit etabliert.
Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier mit einigen Grußworten von u. a. Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer sowie der zweiten stv. Bürgermeisterin von Paderborn Sabine Kramm. Anschließend bot sich den Anwesenden ein Rückblick auf zehn Jahre wegweisender Forschung, welche die Sichtbarkeit von Philosophinnen in der Ideengeschichte grundlegend verändert hat. In dieser Zeit war das Center an zahlreichen internationalen Forschungsprojekten beteiligt, hat innovative digitale Ressourcen geschaffen, Publikationsreihen bei führenden wissenschaftlichen Verlagen herausgebracht und wiederholt mit Universitäten auf der ganzen Welt kooperiert. Letzterer Aspekt wurde im Rahmen der Veranstaltung nochmal besonders unterstrichen, da vor Ort zwei Absichtserklärungen mit der University of the Philippines Diliman und der Islamic University of Science & Technology in Kashmir (Indien) unterzeichnet wurden.
Elisabeth-von-Böhmen-Preis verliehen
Darüber hinaus wurde im Rahmen der Feierlichkeiten auch der diesjährige Elisabeth-von-Böhmen-Preis verliehen. Mit der Auszeichnung werden Wissenschaftler*innen geehrt, deren Arbeit den Beitrag von Frauen zur Geschichte der Philosophie am besten würdigt. Der von Unternehmerin Dr. Ulrike Detmers gestiftete Preis ging dieses Jahr an Dr. Dr. Luka Boršić und Dr. Ivana Skuhala Karasman von der University of Zagreb. Ausgezeichnet wurden sie für ihre Pionierarbeit bei der systematischen Wiederentdeckung von marginalisierten Philosophinnen in Kroatien. Darüber hinaus haben sie das CIŽUF (Centar za istraživanje žena u filozofiji, Forschungszentrum für Frauen in der Philosophie) gegründet, das erste spezialisierte Zentrum in Kroatien für die Erforschung und Förderung von Frauen in der Philosophie.