Forschende der Universität Paderborn veröffentlichen Erkenntnisse und Empfehlungen
Das Wissen um die Dringlichkeit der globalen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ist heutzutage weit verbreitet. Entscheidend ist jedoch vor allem die konsequente Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Am „Paderborn Research Center for Sustainable Economy“ (PARSEC) der Universität Paderborn widmet sich eine Arbeitsgruppe, die vom Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth (DKN)1 gefördert wird, diesem Thema und hat jetzt einen Artikel in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Portfolio Journal: Climate Action“ veröffentlicht. Sie argumentieren, dass technologische Innovation und ein kohärenter politischer Rahmen nicht ausreichen. Vielmehr sind insbesondere in der öffentlichen Verwaltung Arbeitskräfte gefordert, die über entsprechende Kompetenzen – sogenannte „Green Skills“ – verfügen, um die Einführung kohlenstoffarmer Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu beschleunigen. So kann sichergestellt werden, dass Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll in institutionellen, wirtschaftlichen und sozialen Kontexten verankert werden.
„Green Skills“ müssen klar definiert werden
Prof. Dr. Daniel Reimsbach, Sprecher der Arbeitsgruppe am PARSEC, erklärt: „Wir beobachten, dass die Entwicklung von ,Green Skills‘ gefährdet ist. Einerseits haben Regierungen weltweit damit begonnen, den Aufbau der Kompetenzen zu fördern. Andererseits könnte die aktuelle geopolitische Instabilität, die beispielsweise aus veränderten Prioritäten der US-Regierung und aus andauernden Kriegen oder regionalen Konflikten resultiert, zu einer Kürzung öffentlicher Mittel führen.“ Prof. Dr. Martin Kesternich, ebenfalls Sprecher der Arbeitsgruppe, ergänzt: „Wir möchten die Debatten über ,Green Skills‘ im Kontext der globalen ökologischen Wende vorantreiben und sie mit den Diskussionen über wirksame politische Maßnahmen zur nachhaltigen Transformation des öffentlichen Sektors verknüpfen.“ Im Artikel betonen die Wissenschaftler*innen der Arbeitsgruppe die Wichtigkeit dieses Zusammendenkens und die Notwendigkeit einer präziseren konzeptionellen Ausgestaltung, die es ermöglicht, „Green Skills“ bei Verwaltungsmitarbeitenden zu messen und zu vergleichen. Die Forschenden konzentrieren sich dabei auf Akteur*innen, die in ihrer täglichen Arbeit direkten Kontakt mit Bürger*innen haben und politische Programme sowie Richtlinien auf operativer Ebene umsetzen. „Da bislang wenig darüber bekannt ist, welche spezifischen Fähigkeiten für eine effektive Umsetzung nachhaltiger politischer Systeme im Bereich der öffentlichen Verwaltung erforderlich sind, wollen wir eine klarere Definition und Konzeptualisierung von ,Green Skills‘ anregen“, so Prof. Reimsbach. Ziel ist es, eine Grundlage zu schaffen und konkrete Hinweise zu geben, wie „Green Skills“ dabei helfen können, Nachhaltigkeitsziele in der Politik und in der öffentlichen Verwaltung künftig besser umzusetzen.
Arbeitsgruppe forscht zur Umsetzung öffentlicher Förderprogramme
Die Arbeitsgruppe vereint Expert*innen aus den wissenschaftlichen Fachdisziplinen Umwelt- und Verhaltensökonomik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftspädagogik sowie Betriebswirtschaftslehre – insbesondere Berichtswesen, Unternehmensführung, Personalmanagement und Leadership. Dabei legen die Wissenschaftler*innen den Fokus auf Mitarbeitende in Städten, Gemeinden und Kommunen sowie insbesondere auf Förderprogramme, die sich an private Haushalte richten. Mit dem PARSEC stärkt die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn die fakultätsweiten Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit.
Der Artikel (Open Access) ist zu finden unter: www.nature.com/articles/s44168-026-00389-9
1 Das DKN ist ein unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).