10 Jah­re Bel­gi­en­zen­trum: Ju­bi­lä­ums­fes­t­akt un­ter­streicht eu­ro­pä­i­sche Ver­bun­den­heit

 |  NachhaltigkeitForschungCampusInternationalTransferPressemitteilungInstitut für Leichtbau mit Hybridsystemen (ILH)Belgienzentrum (BELZ)

Vielfalt macht stark – unter diesem Motto haben Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft das zehnjährige Bestehen des Paderborner Belgienzentrums (BELZ) gefeiert. Die Einrichtung der Universität Paderborn beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Regionen und Gemeinschaften in Belgien, der dort vorherrschenden Mehrsprachigkeit sowie der Rolle als historisch bedeutsame Drehscheibe europäischer Geschichte und Politik. Jährlich veranstaltet das Zentrum den Belgientag, der in diesem Jahr die Kreislaufwirtschaft aus belgisch-deutscher Perspektive in den Fokus genommen hat.

Persönliche Glückwünsche zum Jubiläum überreichte unter anderem Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen. „Diejenigen, die Belgien kennen, wissen, dass es sich sehr gut als Forschungsobjekt eignet. Hier in Paderborn hat man das früh erkannt“, lobte er das Engagement. „Wir pflegen mit Belgien nicht nur eine Partnerschaft, sondern Freundschaft. Der Belgientag macht das sichtbar und schafft Verständnis für unser Nachbarland. Europa braucht diese Verbindungen.“

In den vergangenen zehn Jahren hat das BELZ nicht nur den Austausch über Ländergrenzen hinweg ermöglicht, sondern auch auf dem Universitätscampus in Paderborn sichtbare Spuren hinterlassen: In der Bibliothek widmet sich eine ganze Leselounge der Literatur aus und über Belgien. Bunte Glasfenster, die aus einer Kooperation der Paderborner Glaskunstspezialisten „Peters Art & Concept GmbH“, dem wallonischen Künstler Etienne Tribolet und der flämischen Künstlerin Christine Vanoppen durch eine Schenkung der belgischen Regionen und Gemeinschaften entstanden sind, schmücken den Raum von innen und außen. Mit den „BeNeLux-Studien“ bietet die Universität Paderborn einen einzigartigen, dreisprachigen Masterstudiengang an. Darüber hinaus können alle Studierenden, unabhängig vom Studiengang, ein Belgienzertifikat erwerben. 

Als Vorstandsvorsitzende des BELZ hat Prof. Dr. Sabine Schmitz diese Entwicklung vorangetrieben. Für ihr Engagement ist die Professorin für Romanische Literatur- und Kulturwissenschaften bereits vom belgischen Königshaus mit dem Titel „Offizier des belgischen Kronenordens" ausgezeichnet worden. Auch Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer bedankte sich im Rahmen des Jubiläumsfestakts bei Prof. Schmitz und wagte zugleich einen Ausblick: „Zehn Jahre bilden eine hervorragende Basis für die zukünftige Zusammenarbeit. Die Ländergrenze ist vielmehr zu einem Kontaktraum gewachsen. Das können wir insbesondere im Bereich des Studierendenaustauschs noch stärker nutzen.“ 

Kreislaufwirtschaft als Schlüsselthema für Europa

Passend zum „Ciruclar Economy Act“, den die Europäische Union für Ende 2026 angekündigt hat, widmete sich der diesjährige Belgientag inhaltlich der Kreislaufwirtschaft. Dafür kooperierte das BELZ mit dem Lehrstuhl für Werkstoffkunde von Prof. Dr.-Ing. habil. Mirko Schaper am Paderborner Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen. Vertreter*innen aus regionalen Unternehmen und aus der belgischen Politik diskutierten über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze. Eine Führung durch das Y-Gebäude ermöglichte den Gästen Einblicke in die Paderborner Grundlagenforschung zu hybridem Leichtbau und additiver Fertigung. 

Europaminister Liminski betonte: „Kreislaufwirtschaft endet nicht an nationalen Grenzen. Deshalb brauchen wir europäische Lösungen – und starke regionale Partnerschaften. Gerade Nordrhein-Westfalen und Belgien können zusammen mit den Niederlanden in diesem Bereich gemeinsam eine Vorreiterrolle in Europa übernehmen.“ Als Beleg verwies er auf die bestehende trilaterale Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen, Flandern und den Niederlanden. „Diese Partnerschaft funktioniert auch deshalb so gut, weil Unternehmen, Häfen, Forschung und Industrie unserer drei Länder schon jetzt eng miteinander verbunden sind. Daran wollen wir auch in Zukunft anknüpfen.“

Auch im Gymnasium Theodorianum diskutierten Schüler*innen mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft über das Thema Kreislaufwirtschaft und präsentierten ihre analogen und digitalen Museumskoffer aus dem Projekt „Benelux macht Schule“. Diese Kooperation zwischen Universität und Schule fand bereits zum fünften Mal statt. Beim anschließenden Festakt im Rathaus betonten Dr. Sven Mossler vom Auswärtigen Amt und Belgiens Botschafter Piet Heirbaut die Brückenfunktion des BELZ. „Freundschaft und Integration in einem europäischen Staatenbündnis setzen Kenntnisse über die Nachbarn voraus. Belgien ist auf der Landkarte vieler Menschen nicht präsent. Mit dem Belgienzentrum wollen wir das ändern“, erklärt Prof. Schmitz. Eine dreisprachige Podiumsdiskussion – auf Deutsch, Niederländisch und Französisch – sowie ein Gespräch über die Bedeutung kultureller Bildung und Musik vom belgischen Gitarristen Jacques Stotzem rundeten die Abendveranstaltung ab.

Foto (Universität Paderborn, Johanna Pietsch): Feierten gemeinsam das zehnjährige Jubiläum des Paderborner Belgienzentrums: (v. l.) Paderborns stellvertretender Bürgermeister Robert Siemensmeyer, Prof. Dr. Sabine Schmitz, Botschaftsrat Alexander Homann, der belgische Botschafter SE Piet Heirbaut, Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer und Dr. Sven Mossler vom Auswärtigen Amt.
Foto (Universität Paderborn, Johanna Pietsch): Zum BELZ-Jubiläum ist auch NRWs Europa-Minister Nathanael Liminski (2. v. r.) nach Paderborn gekommen. Gemeinsam mit Prof. Dr. René Fahr (l.), Prof. Dr. Sabine Schmitz und Prof. Dr.-Ing. habil. Mirko Schaper von der Universität Paderborn eröffnete er die Feierlichkeiten.
Foto (Universität Paderborn, Johanna Pietsch): Hoher Besuch in Paderborn: (v. l.) die stellvertretende Generaldelegierte Flanderns Marianne Van Boxelaere, der belgische Botschafter SE Piet Heirbaut, Prof. Dr. Sabine Schmitz, Europaminister Nathanael Liminski, Prof. Dr.-Ing. Mirko Schaper und Botschaftsrat Alexander Homann.
Foto (Universität Paderborn, Johanna Pietsch): Beim Festakt im Rathaus beleuchteten verschiedene Gesprächsrunden die deutsch-belgische Beziehung.

Kontakt

business-card image

Prof. Dr. Sabine Schmitz

Belgienzentrum (BELZ)

1. Vorstandsvorsitzende