Am Sonntag, 18. Januar, hat die Universität Paderborn ihren traditionellen Neujahrsempfang mit rund 400 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im Auditorium maximum gefeiert. Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität, begrüßte die Anwesenden zum ersten feierlichen Jahresauftakt des neuen Präsidiums.
„Was neben einem Neubeginn zu glänzen vermag, sind ganz ohne Zweifel Erfolge. Und davon gab es an unserer Universität im vergangenen Jahr sehr viele“, betonte er in seiner Rede. Dazu blickte er auf eine Auswahl an „Leuchttürmen“ und hob insbesondere die Sonderforschungsbereiche (SFBs) hervor, die die Universität national wie international sichtbar machen und die in jeder der fünf Fakultäten angesiedelt sind. SFBs sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler*innen im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für eine Dauer von bis zu 12 Jahren gefördert. Andererseits nannte der Universitätspräsident Leuchttürme in der Infrastruktur der Universität wie die Inbetriebnahme des Supercomputers „Otus“ im vergangenen Jahr, die Eröffnung des PhoQS Labs im Februar und den geplanten Umbau des Kunstsilos (Gebäude S).
„Wir Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler ernten Erfolge und Anerkennung, die ohne Sie nicht möglich wären und die man allzu oft als selbstverständlich betrachtet. Herzlichen Dank dafür“, sagte Prof. Bauer in Richtung der Mitarbeitenden aus Technik und Verwaltung. Anlass war der Unwetterschaden im Auditorium maximum im Juni vergangenen Jahres. Starkregen hatte dazu geführt, dass das Gebäude überflutet wurde. Viele engagierte Mitarbeitende haben dafür gesorgt, dass schon ein halbes Jahr später kein Schaden mehr zu sehen war. Prof. Bauer: „Dieses Beispiel zeigt einen Glanz, der nicht verblasst, sondern der für unsere Universität steht und für die Menschen, die hier arbeiten.“
Mit den Einsparungen der Landesregierung bei der Grundfinanzierung kam Prof. Bauer auch auf Herausforderungen zu sprechen, die die Universität zwar fordern würden, denen sie durch Transparenz, eine weitsichtige Planung und Gespräche auf Augenhöhe aber begegnen könne. „Und das haben wir als Präsidium gemeinsam mit den Fakultäten gemacht. In einer Kombination von Richtungsdefinitionen und gestalterischer Freiheit. Immer begleitet von offenen und konstruktiven Diskussionen unter gleichmäßiger Berücksichtigung aller Statusgruppen.“ Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass Einsparungen in der Grundfinanzierung die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftssystems berühren – „und damit die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft unseres Landes“. Das bedeute für die Universitäten, das Beste aus der Situation zu machen und dafür zu sorgen, dass die Qualität von Lehre und Forschung keine Einbuße erleide.
Zum Abschluss seiner Rede betonte er die demokratische Verantwortung der Universität, die gerade in schwierigen Zeiten aktiv nach außen getragen werden müsse. Die Arbeit der letzten Monate habe ihm Mut gemacht, dass die Universität Paderborn diese Aufgabe meistern werde.
Die vollständige Rede gibt es hier.
Nach seiner Ansprache wechselte Prof. Bauer, in Vertretung für den erkrankten Ulrich Lettermann, von der Rolle des Gastgebers in die des Moderators der Veranstaltung. In einem kurzen Interview mit Prof. Dr. Andreas Siebe, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft, ging es um die Aufgaben und das Engagement von Freund*innen und Förder*innen der Universität. Neben den jährlich verliehenen Preisen an hervorragende Studierende setzt sich der Förderverein für Nachwuchswissenschaftler*innen und Studierendenaktivitäten ein. Sein Wunsch sei es, das Engagement in diesem Jahr weiter zu verstärken.
Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Michaela Vogt, Prorektorin für Internationales, Diversität und Gesellschaft an der Universität Bielefeld, zum Thema „Wissenschaft und Wirkung – Warum eine starke Region starke Universitäten braucht“. Dabei ging sie besonders auf die Relevanz einer guten Kooperation zwischen Universitäten ein. Als Beispiele der Universitäten Paderborn und Bielefeld nannte sie gemeinsame Sonderforschungsbereiche, den Campus OWL und den Studienfonds OWL. Des Weiteren betonte Prof. Vogt, dass Universitäten unverzichtbar für die Demokratie seien. Dementsprechend müsse eine Universität sichtbar machen, dass sie Teil einer Region ist und den Austausch innerhalb dieser fördern.
Herausragende wissenschaftliche Leistungen gewürdigt
Im Rahmen des Neujahrsempfangs vergibt die Universität Paderborn jedes Jahr Preise für besondere Leistungen von Wissenschaftler*innen und Studierenden. Neben den Auszeichnungen des Präsidiums wurden auch Preise der Universitätsgesellschaft und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) verliehen. Die Laudationes sind auf der Veranstaltungswebseite zu finden.
Mit dem Forschungspreis der Universität Paderborn werden außergewöhnliche Forschungsprojekte ausgezeichnet und innovative Ideen für die Wissenschaft gefördert. In diesem Jahr erhielten Dr.-Ing. Sandra Gausemeier, Expertin für Fahrerassistenzsysteme in der Fachgruppe „Regelungstechnik und Mechatronik“ am Heinz Nixdorf Institut, und Dr. Tim Lehmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Trainings- und Neurowissenschaften des Departments Sport & Gesundheit, den mit 150.000 Euro dotierten Preis. Mithilfe ihres Projekts sollen autonome Fahrzeuge Handlungsabsichten von Fußgänger*innen erkennen, indem sie eine Kombination aus KI-Methoden und Bewegungsanalyse verwenden. Beim Neujahrsempfang wurde das Vorhaben in einem Video vorgestellt. „Mit diesem Lösungsansatz kann die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer*innen substanziell erhöht werden“, sagt Prof. Dr. Thomas Tröster, Vizepräsident für Forschung und akademische Karrierewege.
Ehrung für ausgezeichnete Dissertationen
Im Namen des Präsidiums überreichte Universitätspräsident Prof. Bauer vier Wissenschaftler*innen Preise für herausragende Dissertationen, die jeweils mit 2.500 Euro dotiert sind. Dr. Livia Boerner (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften/Organisations-, Medien- und Sportökonomie) wurde mit einem Preis für ihre Arbeit zum Thema „Cognitive Decision Bias among Entrepreneurs and Investors in Televised Startup Pitch Competitions“ ausgezeichnet. Außerdem wurden zwei Wissenschaftlerinnen der Fakultät für Kulturwissenschaften honoriert: Dr. Anne Breckner (Evangelische Theologie) forschte zum Thema „Vaterunser-Parodien in Kontinuität und Wandel: theologische und kulturwissenschaftliche Analysen“ und Dr. Kirsten Behr (Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft/Fachdidaktik) untersuchte „Female Disasterscapes: Frauen im Naturkatastrophenroman der französischsprachigen Karibik“. Aus der Fakultät für Maschinenbau, Fachgebiet Technikdidaktik, erhielt Dr.-Ing. Mats Vernholz den Preis für seine „Analyse akademischer Selbstkonzepte gewerblich-technischer Lehramtsstudierender unter besonderer Beachtung soziodemographischer Heterogenität und Vergleichsprozessen als Entwicklungseinflüsse – Eine Mixed-Methods-Untersuchung im Kontext der Technikdidaktik“.
Besondere Abschlussarbeiten und internationale Studierende ausgezeichnet
Fünf Absolvent*innen aus allen Fakultäten der Universität Paderborn durften sich über ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro freuen. Die Universitätsgesellschaft honorierte Rose Sunil, Luca Maurice Jotzo, Paul Steinmeier, Niklas Lamberty und Nicole Grieger für ihre ausgezeichneten Masterarbeiten. Hasna Mahmoud erhielt den Preis der Universitätsgesellschaft für internationale Studierende mit besonderen fachlichen Leistungen und großem sozialen Engagement. Der Förderpreis des DAAD für internationale Studierende ging an Lakshay Khanna. Dieser Preis wird jährlich einmal pro Hochschule vergeben.
Das Hochschulorchester unter der Leitung von Steffen Schiel rundete die Veranstaltung mit einem abwechslungsreichen Programm aus Klassikern und Filmmusik ab.