Am Mittwoch, 17. September, lädt das Forschungszentrum „C:POP. Transdisciplinary Research Center for Popular Music Cultures and Creative Economies“ der Universität Paderborn zu einer Lesung mit anschließendem Talk ein. Die Popmusikjournalistin und Kulturwissenschaftlerin Sonja Eismann wird dabei aus ihrem neu erschienenen Buch „Candy Girls. Sexismus in der Musikindustrie“ lesen. Die Veranstaltung findet von 16 bis 17.30 Uhr im Hörsaal G statt und ist Teil der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft, die in diesem Jahr unter dem Titel „*Macht*“ an der Universität Paderborn ausgetragen wird. Alle Interessierten sind eingeladen, sich einzubringen und mitzudiskutieren. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Frauen, die sich im Musikbereich sichtbar und hörbar machen, stoßen nach wie vor auf tief verankerte Abwehrmechanismen. Obwohl weibliche Präsenz in der Popkultur unübersehbar ist, wird Expertise noch immer überwiegend Männern zugeschrieben. Frauen werden dagegen oft allein über ihr Geschlecht wahrgenommen. Ein Mechanismus, der von subtilem Gatekeeping bis hin zu offener Abwertung reicht. Gerade im digitalen Raum äußert sich dies in Form von Beschimpfungen, Anfeindungen oder gar Gewaltandrohungen. Die Veranstaltung knüpft deshalb an grundlegende Fragen an: Wer darf im öffentlichen Diskurs über Pop sprechen? Wer wird als Expert*in gehört, wer bleibt unsichtbar? Und wie tief wirken historische Ausschlussmechanismen in das heutige Schreiben über Musik hinein? Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten durch feministische und antisexistische Perspektiven im Popfeld viel verändert hat, stellen sich diese Fragen immer wieder (neu).
Sonja Eismann ist Mitbegründerin und Mitherausgeberin des Missy Magazine sowie Autorin und Publizistin (u. a. taz, Jungle World, Der Freitag, Spex, Deutschlandfunk). Ihre langjährige Arbeit an der Schnittstelle von Popkultur, Geschlecht und Gesellschaft macht sie zu einer der profiliertesten Stimmen im deutschsprachigen Popdiskurs. Sie ist zudem Beiratsmitglied des Forschungszentrums C:POP.
Begleitet werden die Lesung und der anschließende Talk durch musikalisch-künstlerische Interventionen von Charlie Mio Marlin. Prof. Dr. Beate Flath, geschäftsführende Direktorin vom C:POP und Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Qualitätsmanagement an der Universität, sowie Prof. Dr. Christoph Jacke, der ebenfalls zur geschäftsführenden Direktion des C:POP gehört, moderieren die Veranstaltung, die von der Universitätsgesellschaft gefördert wird.