Biologische Vielfalt

Dieses Handlungsfeld umfasst den verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit natürlichen Lebensräumen und Arten auf den Geländen der Universität Paderborn, in deren direkter Umgebung sowie in durch universitäre Aktivitäten beeinflussten Räumen. Dazu zählen gezielter Erhalt und Ausbau, Wiederherstellung und Pflege vonBiodiversität/ Biologische Vielfalt auf den Campusflächen – z. B. durch Blühflächen, Rückzugsräume, Nistplätze für Tiere, naturnahe Gestaltung von Freiräumen, Entsiegelung sowie Dach- und Fassadenbegrünung. Biologische Vielfalt wird so nicht nur als ökologischer Wert verstanden, sondern als eine wesentliche Grundlage für ein lebenswertes und zukunftsfähiges gesellschaftliches Miteinander. Sie greift als wichtiger Faktor und Basisbaustein von Klimafolgenanpassungen in systemische Zusammenhänge ein.

Stra­te­gi­sches Ziel

Die Universität Paderborn fördert die biologische Vielfalt von Ökosystemen auf dem Campus durch eine klimaflexible und biodiverse Gestaltung, Nutzung und Entwicklung ihrer Flächen. Es sollen Lebensräume erhalten, regeneriert und neu geschaffen werden, um positive Umweltauswirkungen der Universitätsflächen zu stärken – etwa durch den Ausbau artenreicher Grünflächen, die Verbesserung des Mikroklimas, die Unterstützung von Bestäuberinsekten sowie die Erhöhung der Bodenqualität und Wasserrückhaltefähigkeit. Gleichzeitig sollen negative Einflüsse auf Artenvielfalt, Boden, Klima und ökologische Kreisläufe minimiert werden. Neben der Förderung des ökologischen Gleichgewichts wird so auch ein Beitrag zur Lebensqualität und zur transformativen Bildungs- und Forschungskultur der Universität geleistet.

Ope­ra­ti­ve Zie­le

  1. Verbesserung der ökologischen und sozialen Aufenthaltsqualität

    Es erfolgt die Entwicklung naturnaher und barrierefreier Freiräume, die biologische Vielfalt mit Gesundheit, Erholung und sozialer Teilhabe verbinden. Ein gesundes Mikroklima, bessere Luftqualität und Rückzugsräume durch klima- und biodiversitätssensible Flächennutzung werden gefördert.

  2. Etablierung einer vorbildhaften, zukunftsweisenden Campusgestaltung

    Die Universität Paderborn positioniert sich als Modell- und Lernraum für biodiversitätsfördernde Campusgestaltung. Es erfolgt die Sichtbarmachung und Kommunikation ökologischer Maßnahmen zur Förderung von Bewusstsein und Nachahmung – innerhalb und außerhalb der Universität.

  3. Verknüpfung mit Forschung, Lehre und partizipativer Mitgestaltung

    Biodiversitätsrelevante Themen werden eingebunden in inter- und transdisziplinäre Forschungsvorhaben und Studienangebote durch die Förderung partizipativer Formate zur Mitgestaltung biodiversitätsfreundlicher Flächen durch Hochschulangehörige.

  4. Förderung eines artenreichen und resilienten Campusökosystems

    Strukturreiche, standortgerechte Lebensräume zur Steigerung der Artenvielfalt auf dem Campus werden erhalten, geschaffen, wiederhergestellt und/oder gepflegt. Es erfolgt die Integration biodiversitätsfördernder Maßnahmen wie Dachbegrünung, Entsiegelung und naturnaher, insektenfreundlicher Gestaltung unter Berücksichtigung von Nähr- und Wirtspflanzen für Insekten in Bau- und Pflegekonzepte.

Im­pul­se

  1. Intensivierung biodiversitätsfördernder Dachgestaltung

    Es erfolgen die Erprobung, Weiterentwicklung und systematische Umsetzung von Dachbegrünungsprojekten auf bestehenden und neuen Gebäuden.

  2. Naturnahe Gestaltung von Campusfreiflächen

    Nähr- und Blühwiesen, Wildstaudenbeete, Hecken, Hochbeete und Trittsteinbiotope zur Förderung von Insekten- und Pflanzenvielfalt werden angelegt und gepflegt. Ökologisch wertvolle Übergangszonen, z. B. zwischen Gebäuden und Wegen als strukturreiche Lebensräume, werden entwickelt.

  3. Entsiegelung und Flächenrenaturierung

    Die Identifikation und Priorisierung entsiegelbarer Flächen zur Wiederherstellung ökologischer Bodenfunktionen werden ermöglicht. Es erfolgt die Integration von Versickerungsflächen und Regenwassermanagement zur Förderung der Bodenökologie und Klimaanpassung.

  4. Biodiversitätsorientierte Material- und Flächenauswahl

    Eine nachhaltige und umweltfreundliche Auswahl von Pflanzen, Baumaterialien und Ausstattungen unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien, z. B. keine invasiven Arten, standortangepasste Bepflanzung, wird vorgenommen. Biodiversitätsfördernde Kriterien werden in die Beschaffungsrichtlinien und Ausschreibungen eingebunden.

  5. Sichtbarkeit und Bildung stärken

    Beschilderung, Infotafeln und digitale Formate tragen zur Vermittlung von Biodiversitätsmaßnahmen für Hochschulangehörige und Besucher*innen bei. Die Beteiligung von Studierenden und Mitarbeitenden an Biodiversitätsprojekten, z. B. Urban Gardening, Citizen Science, Artenmonitoring, soll realisiert werden.

  6. Biologische Vielfalt erlebbar machen

    Die Universität nutzt ihre Multiplikatorinnen-Funktion und fördert die biologische Vielfalt in Aufenthaltsbereichen am Campus. Durch gezielte Bewusstseinsbildung und niedrigschwellige Angebote wie die Bereitstellung von Samenbomben werden aktive Beiträge zur Begrünung und Artenvielfalt angeregt und sichtbar gemacht.

Kon­takt Nach­hal­tig­keits­bü­ro

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