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Der Campus im Frühling. Bildinformationen anzeigen

Der Campus im Frühling.

Foto: Universität Paderborn, Kamil Glabica.

| Mitteilung Sportmedizinisches Institut

„Durch Sport der Demenz davon laufen“: Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Claus Reinsberger

Seine Antrittsvorlesung unter dem Motto "Können Hirne Tore schießen, kann man einer Demenz davon laufen?" hielt am Freitag Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger. Seit April dieses Jahres leitet Reinsberger das Sportmedizinische Institut an der Universität Paderborn. Zuvor war er an der Harvard University in Boston tätig.

In seinem Vortrag vor mehr als 100 Zuhörern kam Claus Reinsberger zunächst auf einige Zahlen zur Demenz zu sprechen. Die Alzheimer Demenz mache 50 Prozent aller Demenzen aus. Weltweit gebe es rund 35 Millionen Betroffene. In Deutschland seien aktuell rund eine Millionen Menschen an Alzheimer Demenz erkrankt. Jährlich kämen knapp 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Im Kreis Paderborn gebe es laut Reinsberger rund 6.000 Demenz-Patienten. "40 Prozent aller Menschen über 90 Jahre sind betroffen" erläuterte der Leiter des Sportmedizinischen Instituts. Mut machten einige Studien, die zeigten, dass Ausdauertraining die Kognition verbessere. "Wir können durch regelmäßigen Sport der Demenz ein wenig davon laufen", erklärte Reinsberger und ergänzte: "Alle Medikamente auf dem Markt machen nichts anderes." So sei zwar die Progression aufzuhalten, doch heilen könne man die Krankheit nicht. Regelmäßige körperliche Aktivität reduziere jedoch das Auftreten einer Demenz um 28 und das von Alzheimer um 45 Prozent.

Claus Reinsberger kam in seiner Antrittsvorlesung auch auf den bekannten ehemaligen Boxer Paul Pender zu sprechen. Dieser boxte 13 Jahre lang, wurde im Alter vergesslich, rastlos und später apathisch und paranoid. In den 60er Jahren wurden bei Pender schließlich Demenz und Parkinsonismus festgestellt. "Auch anhand von professionellen Footballern wird deutlich: Viele kleine Gehirnerschütterungen im Laufe der Zeit können zu der Krankheit führen", sagte Reinsberger und unterstrich den Schutz des Gehirns. Der Neurologe forderte abschließend, den Sport als "Apotheke bei neurologischen Erkrankungen" zu nutzen und hofft, dass es in den nächsten Jahren weitere Fortschritte auf diesem Gebiet gibt. Claus Reinsberger dankte zum Ende des Vortrags seiner Familie und seinem "hervorragenden Team" an der Uni Paderborn.

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