Mil­li­o­nen­för­de­rung für bes­se­ren In­for­ma­tik­un­ter­richt: Ers­tes bun­des­wei­tes Pro­mo­ti­ons­kol­leg für In­for­ma­tik­di­dak­tik

 |  Bildung,  Forschung,  Transfer,  Mitteilung,  Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik,  Institut für Informatik,  Didaktik der Informatik (DDI)

Durch eine Förderung der Carl-Zeiss-Stiftung entsteht ein deutschlandweit einzigartiges Promotionskolleg für Informatikdidaktik an sechs universitären Standorten in fünf Bundesländern. Ziel ist es, die Forschung, Qualifizierung und überregionale Vernetzung in der Informatikdidaktik nachhaltig zu stärken – und somit den Lehrkräftemangel an Schulen langfristig zu beheben und den Informatikunterricht bundesweit zu stärken.

Gestern erfolgte in Berlin offiziell der Startschuss für das CZS KID – Kolleg für Informatikdidaktik, das von der Carl-Zeiss-Stiftung mit zwölf Millionen Euro gefördert wird. Es ist die bislang größte private Initiative für die Informatikdidaktik in Deutschland. In dem interdisziplinären Promotionskolleg wird die Entwicklung von Informatikkompetenzen im Schulunterricht erforscht. Es wird in Zusammenarbeit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, der Universität Heidelberg, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der Universität Koblenz, der Universität Paderborn, der Universität Münster und der Gesellschaft für Informatik durchgeführt. Die Geschäftsleitung übernimmt die Gesellschaft für Informatik. Ziel des Kollegs ist, die Informatikdidaktik-Forschung überregional auf- und auszubauen. Gemeinsam wollen die Partner*innen junge Forschende für die Informatikdidaktik begeistern und die Disziplin sowie die dazugehörige Community deutschlandweit stärken.

Prof. Dr. Carsten Schulte von der Universität Paderborn ist Mit-Antragsteller und einer der hauptverantwortlichen Wissenschaftler*innen im Projekt. Der Leiter der Paderborner Arbeitsgruppe „Didaktik der Informatik“ am Institut für Informatik erklärt: „Wir bauen insgesamt auf zwei Bereichen auf: Einmal die Idee verschiedener fachdidaktischer Traditionen und zum anderen teilen wir uns verschiedene Facetten der fachdidaktischen Forschung auf. Ich bin mit dem Kollegen Michael Rücker von der Uni Jena für den Bereich Theorien und Modelle zuständig, in dem es um Modelle informatischer Bildung und bildungstheoretische Grundlagen geht.“

Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung: „Informatische Bildung war noch nie so wichtig wie heute: Sie spielt eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands und ist zugleich der Schlüssel für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Es braucht neue Ansätze, um so komplexe und sich stark wandelnde Inhalte zeitgemäß zu vermitteln. Mit dem neuen Kolleg wollen wir dazu beitragen, dass es in Zukunft genügend gut qualifizierte Informatiklehrerinnen und -lehrer gibt.“

Anna Sarah Lieckfeld, Geschäftsführerin des CZS KID: „Viele Bundesländer haben Informatik mittlerweile zum Pflichtfach erhoben. Das ist ein wichtiger Schritt, doch es fehlt bundesweit an Lehrkräften, um das Fach flächendeckend und in angemessenem Umfang zu unterrichten. Um die Informatiklehrkräfte von morgen auszubilden, braucht es zudem ausreichend qualifizierte Wissenschaftler*innen und Dozent*innen. Hier setzen wir mit dem Kolleg an und arbeiten dabei ganz bewusst über Ländergrenzen und Gebiete der Informatikdidaktik hinweg zusammen.“

Promovierende des CZS KID erhalten eine Qualifizierung, die fachliche Tiefe und Breite umfasst. Das Kolleg ermöglicht ihnen viel Austausch über Standorte hinweg sowie den nötigen Freiraum, um eigene Ideen und Forschungsansätze zu entwickeln, zu verfolgen und individuelle Expertise aufzubauen. Um die Ergebnisse ihrer Forschung nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern, liegt ein besonderer Fokus auf Wissenschaftskommunikation und Transfer.

Foto (David Ausserhofer): Eröffnung des ersten bundesweiten Promotionskollegs für Informatikdidaktik.

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