20 Jah­re Stu­di­en­fonds OWL

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23 Millionen Euro an über 4.000 Studierende an den fünf staatlichen Hochschulen der Region ausgeschüttet

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat der Studienfonds OWL im Heinz Nixdorf MuseumsForum Fördernde, Geförderte und Wegbegleiter*innen eingeladen, um das Engagement der beteiligten Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen und Gesellschaft zu würdigen. Über 300 Gäste, darunter auch die Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Ina Brandes MdL, waren der Einladung gefolgt und ließen Erfolge und Meilensteine Revue passieren.

Was 2006 als ambitionierte Idee der Gründungsmitglieder, konkret der damaligen Rektorin und der Rektoren und Präsidenten der fünf staatlichen Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe begann, hat sich in den folgenden 20 Jahren als echtes Erfolgsmodell erwiesen: Die Förderung von Studierenden per Stipendium durch das gebündelte finanzielle und ideelle Engagement von Hochschulen, Unternehmen, Organisationen und Privatmenschen ist ein Konzept, das sich bewährt hat. 

Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL: „Jedes Talent soll die Chance auf ein Studium bekommen. 20 Jahre Studienfonds OWL sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass junge Menschen unabhängig von sozialer Herkunft oder finanziellen Mitteln ihren gewünschten Berufsweg wählen und gehen können. Sie erhalten Zugang zu Netzwerken, Mentoring und individueller Förderung. Meinen herzlichen Dank an alle Stifter und Unterstützer, denn Talentförderung ist eine gemeinsame Aufgabe. So bleibt Nordrhein-Westfalen attraktiv für die klügsten Köpfe, die Innovationen und den Fortschritt in unserem Land in Zukunft mitgestalten werden. Denn die Ausbildung junger Menschen zu qualifizierten Fachkräften ist DIE entscheidende Aufgabe, damit wir unseren Wohlstand und unsere soziale Sicherheit werden halten und mehren können.“

Anstieg von zehn Stipendien jährlich auf 510 Stipendien und 1,7 Millionen Euro pro Jahr

Angefangen mit zehn Stipendien um die Jahreswende 2006/07, vergibt der Studienfonds inzwischen über 500 Stipendien jährlich. Dies bedeutet ein Fördervolumen von jährlich mehr als 1,7 Millionen Euro. Seit der Gründung wurden mehr als 23 Millionen Euro an Stipendienmitteln ausgeschüttet.

Die größere der zwei Förderlinien, mit den Studierende an der Universität Paderborn, Universität Bielefeld, Hochschule Bielefeld, Technischen Hochschule OWL sowie der Hochschule für Musik Detmold gefördert werden, ist das Deutschlandstipendium. Dies ist ein bundesweites, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragenes Programm, in dem eine Hälfte der Stipendienmittel vom Bund und die andere Hälfte aus privaten Mitteln stammen – letztere für die Region OWL eingeworben vom Studienfonds. Das Programm Deutschlandstipendium hat seinen Ursprung beim Studienfonds OWL, denn schon 2009 wurde von der damaligen nordrhein-westfälischen Landesregierung erkannt: Das Konzept des Studienfonds OWL hat das Potenzial, etwas Großes zu werden.

Deutschlandstipendium: Idee aus OWL über NRW als bundesweites Erfolgsmodell 

Zunächst wurde das Fördermodell in ein landesweites Stipendienprogramm übernommen. Aus diesem wurde 2011 das „Deutschlandstipendium“, das es seither bundesweit an Hunderten Hochschulen gibt. Von dem Public-private-partnership-Modell profitieren heute bundesweit rund 35.000 Studierende. Dabei ist die Förderung nicht aufs Finanzielle beschränkt: Allein beim Studienfonds OWL gibt es jährlich in Kooperation mit den Geldgebern über 140 Veranstaltungen im ideellen Bereich: Von der Unternehmensbesichtigung über Workshops und Diskussionsrunden hin zu Soft Skill Trainings und kulturellen Veranstaltungen gibt es eine Vielfalt an Themen und Formaten, an denen die Geförderten teilnehmen können – und das auch über die Zeit der Förderung hinaus als Ehemalige.

Sozialstipendium für Studierende in Notlagen

Neben dem Deutschlandstipendium hat der Studienfonds OWL eine eigene Förderlinie, die sich zu 100 Prozent aus Spenden der regionalen Stifter*innen finanziert: das Sozialstipendium. Hiermit wird Studierenden geholfen, die sich in einer prekären finanziellen und/oder persönlichen Notlage befinden, die die Fortführung oder Beendigung des Studiums gefährden kann. Auch hier ist das ideelle Förderprogramm, das beiden Linien zugrunde liegt, ein wichtiger Baustein der Unterstützung. Neben dem Blick über den eigenen Tellerrand ist es den Studierenden so schon frühzeitig möglich, Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und erste Weichen für die berufliche Zukunft zu stellen. 

Beim Festakt würdigte Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Hochschule Bielefeld und Vorsitzende der Stiftung, die Pionierleistung derer, die im Jahr 2006 den damals unkonventionellen Schritt der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit gegangen sind. Es sei ein wahrer Schatz, den die Hochschulen und alle beteiligten Player mit dem Studienfonds OWL in der Region gehoben hätten und den es zu erhalten gelte. An ihr Grußwort anschließend gaben sämtliche Vorstands- und Kuratoriumsmitglieder der Stiftung außerdem Statements vor dem Publikum ab – jeder mit einem eigenen Schwerpunkt, doch einig in der Sache: Der Studienfonds OWL und seine Stipendienvergabe haben Zukunft.

Festakt mit abwechslungsreichem Programm

Das von Geschäftsführerin Katja Urhahne moderierte Festprogramm war abwechslungsreich. Neben kurzweiligen Talkrunden mit relevanten Akteur*innen der letzten zwei Dekaden und Musik von zwei Studierenden im Fach Violine der Hochschule für Musik Detmold fand als unkonventionelles Format eine Karaoke-Show statt, wie sie wohl nur im Hochschulkontext erdacht werden kann: Drei mutige Stipendiatinnen bekamen Themen und PowerPoint-Folien und eine kurze Vorbereitungszeit, bevor sie dann ihnen völlig fachfremde, hochkomplexe wissenschaftliche Themen unterhaltsam und mit viel Improvisationskunst dem Publikum näherbrachten. Ebenfalls besonderen Applaus erhielt Anne Catherine Neuhaus, Vorsitzende der Herforder Carina Stiftung, die gemeinsam mit ihrem Team einen Programmpunkt gestaltet und die Arbeit ihrer Stiftung sowie die enge Kooperation mit dem Studienfonds beleuchtet hat. Die Carina Stiftung ist Förderin der ersten Stunde und hat den Studienfonds OWL seither mit 1,8 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt – damit liegt sie mit Abstand an der Spitze.

Weitere Fördernde für Stipendienfinanzierung gesucht

Für die Zukunft wünscht sich die Stiftung Studienfonds OWL weiterhin ambitionierte Unterstützer*innen für ihre Stipendienprogramme und die darin Geförderten. Im Jubiläumsjahr hat die Stiftung dafür eine Kampagne initiiert. Einer der Claims lautet: „Wir gehen den Bildungsweg. Gehen Sie mit!“ Wer als Spender*in – ob Unternehmen, Verein oder Privatmensch – dem Studienfonds-Netzwerk beitreten möchte, kann sich gerne in der Geschäftsstelle unter info@studienfonds-owl.de melden oder sich vorab auf der Webseite des Studienfonds informieren. 

Foto (Stiftung Studienfonds OWL / Sarah Jonek): (v. l.) Prof. Dr. Gunther Olesch, Prof. Dr. Dieter Timmermann, Prof. Dr. Nikolaus Risch, Dr. Birgit Osterwald, Simon Bekemeier, Prof. Martin Christian Vogel, Tristan Niewöhner, Anne-Catherine Neuhaus, Jürgen Wannhoff, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk (HSBI), Prof. Dr. Thomas Grosse (HfM Detmold), Ministerin Ina Brandes, Prof. Dr. Matthias Bauer (Universität Paderborn), Katja Urhahne (Studienfonds OWL), Dr. Michael Brinkmeier, Hermann Vogel, Prof. Dr. Yvonne-Christin Knepper-Bartel (TH OWL), Anja Böllhoff, Dr. Ursula Frank, Prof. Dr. Beate-Rennen-Allhoff.
Foto (Stiftung Studienfonds OWL / Sarah Jonek): Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW Ina Brandes MdL kam anlässlich des Festaktes des Studienfonds OWL nach Paderborn.
Foto (Stiftung Studienfonds OWL / Sarah Jonek): (v. l.) Katja Urhahne mit Fördernden der ersten Stunde: Jürgen Eggers, Personalleiter Goldbeck GmbH und Goldbeck Stiftung, Dr. Heinrike A. Heil, Geschäftsführerin Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, Klaus Drücker, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Lemgo.
Foto (Stiftung Studienfonds OWL / Sarah Jonek): Neben Fördernden und Wegbegleiter*innen waren auch Stipendiat*innen und Alumni beim Festakt eingeladen.