Die Europäische Kommission hat die „Urbane Flusslandschaft Pader“ in Paderborn mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel (EKS) ausgezeichnet. In wissenschaftlicher Kooperation mit dem Arbeitsbereich Zeitgeschichte der Universität Paderborn reichte die Stadt 2023 die Bewerbung mit dem Titel „Stadt. Mensch. Fluss. – Die Pader für Europa“ ein. Nun wurde die Pader ausgewählt, da sie beispielhaft für die europäische Wasserkultur steht. Sie hat ihren Ursprung in einem der wasserreichsten innerstädtischen Quellgebiete Europas und durchfließt auf 4,6 Kilometern ausschließlich das Stadtgebiet von Paderborn.
„Die Pader mit ihrer einzigartigen Wasserkultur und einer Geschichte, die über Jahrhunderte reicht, zeigt, wie kleinste Flüsse große Geschichten schreiben können – und wie lokale Identität europäische Bedeutung gewinnt. Ich gratuliere herzlich zum Europäischen Kulturerbe-Siegel und freue mich, dass die Universität Paderborn mit dem Arbeitsbereich Zeitgeschichte maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist“, sagt Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn. Das EKS wird an Orte und Stätten verliehen, die europäische Werte symbolisieren und eine Rolle in der Geschichte Europas spielen. Außerdem werden Stätten ausgezeichnet, die Bildungsaktivitäten anbieten und Besucher*innen einander näherbringen.
Vielfältige Projekte rund um die Pader
Im Rahmen des Bewerbungsprozesses beteiligte sich das Historische Institut an der Aufarbeitung der Geschichte und konstruierte u. a. einen virtuellen Rundgang durch das westliche Paderquellgebiet, wie es 1920 aussah. Außerdem entwickelten die Wissenschaftler*innen das Online-Portal „Paderpedia“, auf dem alles Wissenswerte über den kürzesten Fluss Deutschlands in einer Datenbank zusammengeführt wird. Ergänzend wurde das Thema der europäischen Wasser- und Umweltgeschichte in verschiedenen Lehrveranstaltungen beleuchtet.
Zusammen mit der Stadt Paderborn und weiteren Partner*innen führten die Historiker*innen Projekte durch, um den Bürger*innen und Besucher*innen der Stadt Paderborn die Besonderheit der Wasserkultur näherzubringen. Dazu gab es z. B. Projekte an Schulen sowie Ausstellungen und Workshops. In Zukunft sollen entlang des Flusses Lern- und Begegnungsorte entstehen, die digitale und analoge Formate miteinander verknüpfen. Zusätzlich sollen Bildungsangebote und internationale Kooperationen besonders junge Menschen für das Thema Nachhaltigkeit, das europäische Kulturerbe und den Umgang mit Wasser sensibilisieren.