Bei einem Besuch am Flughafen Paderborn-Lippstadt hat sich Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer über aktuelle Maßnahmen zur Dekarbonisierung sowie geplante Innovationen informiert. Seit dem Neustart nach der Coronapandemie sind zahlreiche Projekte und Initiativen mit Vorbildcharakter entstanden. Zu diesen zählen auch „FastGate“ und „AEM-Speedport“, an denen die Universität Paderborn beteiligt ist. Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Transfer und Nachhaltigkeit der Universität Paderborn, stellte dem Verkehrsminister die Initiative „Innovationsflughafen PAD“ vor.
Krischer beschrieb die wichtige Rolle der Regionalflughäfen am Beispiel von Paderborn/Lippstadt: „Der Flughafen zeigt, wie Innovation, Klimaschutz und regionale Mobilität zusammen gedacht werden können. Er ist das Reallabor der Region Ostwestfalen-Lippe für nachhaltige Mobilität und ein gutes Beispiel dafür, wie die Zukunft der Luftfahrt regional vorangetrieben werden kann." Unter Beteiligung der regionalen Forschungslandschaft, insbesondere der Universität Paderborn und von Fraunhofer IEM, geht es vor allem um vorbildliche, neuartige Anwendungen, die auch an anderen Standorten zum Einsatz kommen könnten.
Zwei der ersten Innovationsprojekte sind eine automatisierte Fluggast-Brücke („FastGate“) sowie das automatisierte Manövrieren von Flugzeugen auf dem Vorfeld („AEM-Speedport“). Bei „FastGate“ wurde der Flughafen Paderborn-Lippstadt als Reallabor genutzt, um eine automatisierte Fluggast-Brücke zu realisieren, mit der Airports auch schwer verfügbares Fachpersonal kompensieren können. Die Projektpartner*innen haben eine sogenannte speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und einen Roboter implementiert, der die Brücke auf Basis eines robusten und intelligenten Sensornetzes führen kann. Er steuert z. B. die Flugzeugtüren von Passagiermaschinen. Bei „AEM-Speedport“ steht das autonome Manövrieren von Flugzeugen mithilfe modernster Sensorik und KI-unterstützter Prozesse im Blickpunkt. Die Universität Paderborn ist im Bereich der Technologieakzeptanz beteiligt. Die Wissenschaftler*innen komplementieren die ingenieurwissenschaftliche Sicht auf die technische Funktionalität in der Entwicklung frühzeitig mit den Erwartungen, Anforderungen und Befürchtungen der relevanten Stakeholder rund um autonome Technologien.