Verfahrensentwicklung und Auslegung einer Nietverbindung ohne Wärmeeintrag auf Basis des viskolelastischen Fließverhaltens
Überblick
Steigende Anforderungen an Bauteile und Baugruppen erfordern zunehmend den Einsatz von Hybridbauweisen. Durch Hybridbauweisen können die
Vorteile verschiedener Materialklassen gezielt kombiniert und ihre Nachteile abgemindert werden. In diesem Kontext gewinnt die Substitution von
Metallen durch Kunststoffe eine größere Bedeutung. Die Vorteile der Kunststoffe im Vergleich zu anderen Materialien liegen in der hohen
Designfreiheit und der erreichbaren Gewichtsreduktion durch die geringe Dichte der Werkstoffe. Besonders der Aspekt der Gewichtsreduktion rückt in
Anbetracht der hohen Bedeutung des Leichtbaus im Fahrzeugbau oder der Luftfahrtindustrie stetig in den Vordergrund. Der Einsatz von
Hybridverbindungen und -bauteilen erfordert den Einsatz von geeigneten Fügetechnologien. Das Kunststoffnieten stellt dabei eine punktförmige,
unlösbare und kostengünstige Fügetechnologie dar, welche auch artfremde Materialien fügen kann. Allen Kunststoffnietverfahren ist gemein, dass ein
Wärmeeintrag für den Umformvorgang benötigt wird. Dies kann bei temperatur- oder schwingungsempfindlichen Bauteilen zu Problemen führen.
Voruntersuchungen an der Kunststofftechnik Paderborn zeigen, dass ein Nietverfahren ohne Wärmeeintrag auf Basis des visko-elastischen
Fließverhaltens von Kunststoffen möglich ist. Die Vorteile eines kalten Nietverfahrens sieht die Forschungsstelle in reduzierten Energiekosten und
erhöhten Taktfrequenzen.
Das Zeil des Vorhabens ist die Verfahrensentwicklung des Kaltnietverfahrens, wobei der Fokus insbesondere auf einer ausführlichen Strukturanalyse
des kalt geformten Kunststoffs liegt. Außerdem wird die Verbindung hinsichtlich der Festigkeit charakterisiert und optimiert. Die Validierung erfolgt
durch einen Vergleich zu einem klassischen Warmnietverfahren.
Die Ergebnisse sollen als Empfehlungen für die Auslegung von Kaltnietverbindungen ausformuliert werden, um besonders kmU neue Industriezweige
und eine Alternative zu den gängigen Warmnietverfahren zu eröffnen.
Key Facts
- Grant Number:
- 01IF25015N
- Profilbereich:
- Nachhaltige Werkstoffe, Prozesse und Produkte
- Art des Projektes:
- Forschung
- Laufzeit:
- 05/2026 - 04/2028
- Beitrag zur Nachhaltigkeit:
- Industrie, Innovation und Infrastruktur
- Gefördert durch:
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)