Wie Arefeh als Tutorin anderen Internationals das Leben erleichtert
Arefeh Shirzadsibeni kam 2023 auf der Suche nach neuen Perspektiven aus dem Iran nach Deutschland. Seitdem studiert die 26-Jährige im Master International Economics and Management an der Universität Paderborn. Neben ihrem eigenen akademischen Weg liegt ihr besonders die Unterstützung anderer internationaler Studierender am Herzen: Als Tutorin beim Studierendenwerk Paderborn engagiert sie sich dafür, Neuankömmlingen den Start in Deutschland zu erleichtern.
Auf der Suche nach neuen Perspektiven
Ihren Bachelor in Rechnungswesen hat Arefeh in Teheran, der Hauptstadt des Irans gemacht. Die Entscheidung, den Iran zu verlassen, war für die Studentin eng mit dem Wunsch nach besseren Bildungs- und Lebensperspektiven verbunden: „Der Iran kämpft mit vielen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen, gerade für Frauen. Auch das sanktionierte Bildungssystem hat es für mich zunehmend schwieriger gemacht, mich akademisch weiterzuentwickeln“, erklärt sie. Deutschland bot ihr dagegen neue Chancen: ein starkes Bildungssystem, internationale Möglichkeiten und langfristige berufliche Perspektiven.
Von Sprachbarrieren und Ansprechpersonen
Der Start in Deutschland war für Arefeh alles andere als einfach. Neben einem völlig neuen Bildungssystem und kulturellen Unterschieden stellte insbesondere die Sprache zunächst eine große Hürde dar: „Ich bin ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland gekommen und auch mein Englisch war nicht gut genug, um hier zurecht zu kommen“, erinnert die Studentin sich. Doch mit viel Fleiß und der Hilfe von Freund*innen konnte Arefeh sich schnell anpassen und ihre Sprachkenntnisse stetig verbessern.
Eine besondere Stütze stellte für die gebürtige Iranerin vor allem auch die Universität da. Die Qualität der Lehre, die internationale Ausrichtung und besonders die enge Verbindung zwischen Studierenden und Lehrenden erlebte sie als große Bereicherung: „Professor*innen sind hier keine distanzierten Autoritätspersonen, sondern echte Ansprechpartner*innen, die einem Halt und Orientierung bieten können,“ schildert Arefeh.
Der Wunsch, zurückzugeben
Neben dem Studium engagiert sich Arefeh als Tutorin für internationale Studierende beim Studierendenwerk Paderborn. Dabei unterstützt sie Neuankömmlinge bei Themen im Alltag, sozialer Integration oder Fragen wie „Wie eröffne ich ein Bankkonto?“.
Die Studentin hilft wo sie kann: „Ich kenne die Hürden, die ein Neustart in einem fremden Land mit sich bringen kann. Ich möchte daher anderen helfen, so wie mir geholfen wurde!“ Viele der internationalen Studierenden kommen aus Krisenregionen, haben Krieg erlebt oder stammen aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen. Für Arefeh ist daher klar: Diese Menschen verdienen eine ganz besondere Unterstützung.
Die Welt der Steuern
Auch beruflich hat Arefeh bereits klare Ziele: Sie möchte in einem internationalen Umfeld arbeiten und ihre Expertise gezielt in globale wirtschaftliche Zusammenhänge einbringen. Ihr Interesse gilt dabei vor allem der Welt der Steuern: „Ich finde es beeindruckend, wie zentral Steuern für unternehmerische Entscheidungen sind. Alleine das Steuersystem kann entscheiden, in welchem Land ein Unternehmen beispielsweise investiert“, erörtert sie begeistert.
Neben ihrem Studium sammelte sie bereits praktische Erfahrungen in den Bereichen Steuerberatung, Controlling und wissenschaftlicher Steuerforschung. Um sich optimal auf ihren weiteren Berufsweg vorzubereiten, macht die Studentin aktuell ein Praktikum im Bereich Corporate Tax Advisory bei Ernst & Young (EY). EY ist eine der vier umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt und zählt zu den sogenannten Big Four.
Ein Stückchen Heimat
Mittlerweile ist Paderborn für Arefeh so etwas wie Heimat geworden: „Ich bin unfassbar froh, an die Universität Paderborn gekommen zu sein. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, in einem fremden Land so gut aufgenommen zu werden.“
Ihr wichtigster Rat an internationale Studierende: „Gib niemals auf! Offenheit, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, aktiv auf andere zuzugehen, öffnen dir alle Türen. Unterstützung anzunehmen ist dabei keine Schwäche, sondern der Schlüssel für ein erfolgreiches Studium in einem fremden Land.“
Für Arefeh steht fest: Erfolg bedeutet nicht, perfekt zu sein. Erfolg bedeutet, trotz Herausforderungen weiterzumachen.
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