Beschaffung
Dieses Handlungsfeld umfasst den Einkauf von Waren, Dienstleistungen, Software und Infrastrukturen, die den laufenden Betrieb sowie Forschungs- und Lehraktivitäten sowie studentisches Engagement der Universität unterstützen. Im Mittelpunkt steht die verantwortungsvolle Auswahl und Nutzung von Ressourcen über die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette.
Strategisches Ziel
Die Universität Paderborn gestaltet ihre Beschaffungspraxis im Sinne einer ganzheitlich nachhaltigen Entwicklung. Ziel ist es, durch verantwortungsbewusste Entscheidungen entlang der gesamten Beschaffungskette Ressourcenschonung, soziale Gerechtigkeit und langfristige Nutzbarkeit zu fördern, ohne dabei signifikante, ökonomische Faktoren unberücksichtigt zu lassen. Eine zukunftsgerichtete, reflektierte Beschaffung unterstützt dabei nicht nur den ökologischen und funktionalen Betrieb der Universität, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur gesellschaftlichen Transformation und zur Stärkung regenerativer Systeme – unter Berücksichtigung möglichst geringer Ressourcenverbräuche und der sozialen Fundamente.
Operative Ziele
Ressourcenschonende Beschaffung stärken
Produkte und Software werden vermehrt aus ökologischer Herstellung, sozialen Arbeitsbedingungen mit Reparaturfähigkeit und Wiederverwendbarkeit ausgewählt.
Lebensdauer und Nutzungszyklen von Produkten verlängern
Maßnahmen zur Wartung, Wiederverwendung, Weitergabe, Reparatur und ggf. gemeinsamen Nutzung (Pooling) von Geräten und Materialien zur Reduktion von Neuanschaffungen und Mehraufwendungen werden implementiert.
Nachhaltigkeitskriterien im Beschaffungsprozess verankern
Es erfolgt eine systematische Integration von Nachhaltigkeitsanforderungen in Ausschreibungen, Vergabeverfahren und Vertragsbedingungen und durch verbindliche Umweltstandards, Positivlisten und Lieferantenerklärungen in den Beschaffungsprozessen abgesichert.
Beitrag zu gesellschaftlicher Verantwortung sicherstellen
Menschenrechtliche und soziale Aspekte werden entlang der Lieferketten durch gezielte Nachfrage ökologisch und fair produzierter Produkte sowie die Beachtung anerkannter Standards berücksichtigt.
Bewusstseinsbildung und Schulung von Mitarbeitenden und Studierenden aufbauen
Es erfolgt eine regelmäßige Information und Qualifizierung von Mitarbeitenden zu nachhaltiger Beschaffungspraxis, rechtlichen Rahmenbedingungen und verfügbaren nachhaltigen Alternativen sowie über den AStA an die Studierendenschaft.
Lebenszykluskosten berücksichtigen
Bei der Kostenbeurteilung sollen die Kosten über alle Lebensphasen des beantragten Guts berücksichtigt werden, statt nur die Anfangsinvestition zu beachten.
Nachhaltigkeitskriterien für Software und IT-Infrastruktur berücksichtigen
Bei der Beschaffung und Nutzung von Software, Hardware und IT-Infrastrukturen werden Nachhaltigkeitsaspekte wie Energieverbrauch, Wartbarkeit, Langlebigkeit, Kompatibilität, Herstellerunterstützung sowie Datenschutz und IT-Sicherheit berücksichtigt. Ziel ist es, die langfristige Nutzbarkeit, Ressourceneffizienz und Verlässlichkeit digitaler Systeme zu stärken und Folgekosten über den gesamten Nutzungszyklus hinweg zu reduzieren.
Impulse
Implementierung eines Geräte-Sharing-Systems
Es erfolgt eine Einführung eines Systems zur gemeinsamen Nutzung von Geräten zwischen Abteilungen und Mitarbeiter*innen.
Maßnahmen zur Reduzierung des Standby-Verbrauchs
Es erfolgen sowohl eine Aufklärung als auch Schulungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs durch Abschalten von Geräten im Standby-Modus.
Anregen des Einkaufs von Refurbished Geräten
Die Beschaffung von aufbereiteten Geräten wird vereinfacht/simplifiziert, sodass Anreize für deren Nutzung geschaffen werden.
Zentrale Materiallager
Durch den Aufbau und die Nutzung eines zentralen Materiallagers können Geräte, Materialien und Ausstattung effizienter verwaltet, mehrfach genutzt und ressourcenschonend verteilt werden.
Nachhaltigkeit in der Beschaffung bewusst machen
Mitarbeitende und Studierende werden durch die Sichtbarmachung von Best Practices und gezielte Informationsangebote für einen verantwortungsvollen Verbrauch sensibilisiert. Ziel ist es, die Notwendigkeit von Beschaffungen kritisch zu hinterfragen und dadurch eine möglichst lokale und nachhaltige Beschaffung aufbauen.
Energiesparendes Verhalten anregen
Mitarbeitende und Studierende werden durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen und praxisnahe Informationen zu energiesparendem Verhalten im Alltag der Universität befähigt.
Ressourcen sichtbar machen
Zur Erhöhung der Transparenz und Vermeidung unnötiger Neuanschaffungen wird eine zentrale Datenbank vorhandener Geräte und Ressourcen aufgebaut. Ziel ist es, bestehende Ausstattung besser zu nutzen, Doppelnutzungen zu ermöglichen und dadurch Beschaffungen sowie Energie- und Materialverbräuche zu reduzieren.
Nachhaltige Beschaffungspraxis
Ein hochschulweit geltender Leitfaden für nachhaltige Beschaffung wird entwickelt. Er bündelt Umweltstandards, Positivlisten und Musterformulierungen und unterstützt die einheitliche Anwendung nachhaltigkeitsbezogener Kriterien in Vergabe- und Beschaffungsprozessen.
Orientierungsrahmen für nachhaltige IT-Beschaffung und -Nutzung
Es erfolgt die Erarbeitung eines orientierenden Kriterienkatalogs für nachhaltige Software- und Hardwarebeschaffung in Abstimmung mit den zuständigen IT-, Datenschutz- und Beschaffungsstellen. Der Kriterienkatalog adressiert unter anderem Energieeffizienz, Wartungs- und Updatefähigkeit, Lebensdauer, Herstellerabhängigkeiten, Datenschutzanforderungen sowie Kompatibilität mit bestehenden Systemen und unterstützt eine transparente, nachhaltigkeitsorientierte Entscheidungsfindung.
Vernetzung zu Bereichen der Universität
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