Hi, ich bin Ali

Schön, dass du da bist.

Die Geschichte gehört uns allen, aber jede*r geht anders mir ihr um. Ich habe mich gefragt, was das eigentlich heißt und dafür sogar einen Zeitzeugen der Uni befragt. Von der Nutzung künstlicher Intelligenz über die Spurensicherung historischer Quellen bis hin zu der Frage, wie man eigentlich vom Knappen zum Ritter aufsteigt; hier war echte Detektivarbeit gefragt.

Hier ist die Timeline unserer Ausgabe:

Begleite mich in ein Studium, das spannender und vielfältiger ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Auf Spuren­suche durch die Geschichte

Du hast dich schon immer dafür interessiert, wie Ereignisse der Vergangenheit die Welt verändert haben? In alten Dokumenten und Karten nach Spuren zu suchen gehört zu deiner Leidenschaft und die Frage danach, weshalb sich manche Ereignisse historisch wiederholen, brennt dir unter den Fingern? Dann könnte das Studienfach Geschichte im Zwei-Fach-Bachelor für dich genau das Richtige sein. Oder willst du deine Begeisterung lieber an die nächste Generation weitergeben? Dann studiere Geschichte einfach auf Lehramt.

Hier lernst du, andere Perspektiven einzunehmen, sie zu interpretieren und wie die Vergangenheit zu unserer Gegenwart wurde. Denn viele Prinzipien und Systeme lassen sich auch heute noch in unserer Gesellschaft finden. Ob auf kultureller, politischer, religiöser oder sozialer Ebene: Die Geschichte zeichnet sich mehr in unserem Alltag ab, als es auf den ersten Blick scheint.

Zu Beginn deines Studiums hast du bereits die Möglichkeit, deine Schwerpunkte in älteren oder neueren Geschichtsepochen zu wählen, während du im Modul „Historische Praxis“ zu einem späteren Zeitpunkt sogar erste Einblicke in historische Berufsfelder und deren Arbeitsweisen bekommst.

 

Mein Interview mit Jule

Jule studiert Geschichte
Dein Studium in 3 Worten
  • kritisch hinterfragend
  • abwechslungsreich
  • perspektivenreich

Ich weiß, das sind mehr als 3 Wörter ;)

Was hat dich dazu bewegt, Geschichte zu studieren und warum hast du dich für die Uni Paderborn entschieden?

Ich habe zuerst Lehramt studiert und hatte auch dort schon das Fach Geschichte. Im Studium habe ich dann relativ schnell gemerkt, dass mir die Arbeit mit historischen Quellen super viel Spaß macht, genauso wie die Spezialisierung auf eine Epoche oder ein bestimmtes Thema, in dem man wirklich gut ist. In der Schule geht es allerdings eher um eine große Vielfalt an Themen, die in kurzer Zeit im Unterricht behandelt werden. Als mir das klar wurde, habe ich einen Beratungstermin mit einem meiner Dozenten vereinbart und mich anschließend dazu entschieden, den Studiengang vom Lehramt zum Zwei-Fach-Bachelor zu wechseln. Jetzt studiere ich Geschichte und Erziehungswissenschaft und bin sehr glücklich damit.

Für die Uni Paderborn habe ich mich einerseits aufgrund der Fächerkombination entschieden, da es diese an nur wenigen anderen Unis gibt. Andererseits aber auch, weil ich gerne an einer Uni in NRW studieren wollte, die nicht zu weit von zu Hause weg ist, gleichzeitig aber trotzdem ein wenig Distanz bietet.

Dein Studium passt zu dir, weil...?

…ich mich schon als Kind sehr für Geschichte interessiert habe. Es ist einfach ein Studium, an dem ich wirklich viel Spaß habe. Außerdem bin ich jemand, der sich gerne mal in andere Sichtweisen einliest, was man in Geschichte super machen kann.

Wenn du einem Freund oder einer Freundin Geschichte in einem Satz erklären müsstest, wie würde der lauten?

Das Geschichtsstudium ist sehr vielfältig und individuell gestaltbar, da man aus verschiedenen Epochen und Themenschwerpunkten wählen kann, viel mit historischen Quellen und Texten arbeitet und dabei lernt, Inhalte kritisch zu hinterfragen.

Wie sieht ein typischer Tag im Studium aus?

Normalerweise habe ich vormittags immer eine Vorlesung. Danach gehe ich in die Mensa oder in die Bibliothek und nachmittags finden dann meistens Seminare in dem Schwerpunkt, den man gewählt hat, statt. Zu Beginn des Studiums stehen die Epochenschwerpunkte Alte Geschichte oder Mittelalterliche Geschichte sowie Frühe Neuzeit oder Neueste Geschichte zur Auswahl. Aus den jeweiligen beiden Epochen wählt man dann jeweils einen Schwerpunkt.

Als ersten Schwerpunkt hatte ich Alte Geschichte gewählt und mich mit den Werken von Herodot beschäftigt, da waren teilweise sehr skurrile Geschichten dabei, aber das ist einfach genau meins. Demnächst wähle ich dann die Neuere/Neuste Geschichte als weiteren Schwerpunkt und plane, das Archiv-Seminar zu besuchen.

Was ist dein Lieblingsort an der Uni Paderborn?

Ich mag besonders das Bona Vista, da ist meine Standardbestellung der Cappuccino mit Hafermilch.

Was war dein persönliches Highlight im Studium?

Mein persönliches Highlight war definitiv die Kreta-Reise mit der Alten Geschichte letztes Jahr. Da waren wir 10 Tage lang unterwegs und haben uns archäologische Funde und Ausgrabungen angeschaut, von denen man sonst nur liest. Zu jedem Fundort haben wir Studis eine Art Touristenführung erstellt und die anderen vor Ort herumgeführt, das war schon echt cool. Insgesamt haben wir an drei verschiedenen Standorten übernachtet und konnten so auch einen kleinen Roadtrip durch Kreta machen.

Ein weiteres Highlight war auch das Völkerballturnier des Geschichtsinstituts, da haben Teams aus wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Professor*innen und Studierenden gegeneinander gespielt. Mein Team hat zwar nicht gewonnen, aber wir hatten trotzdem Spaß.

Was war die größte Herausforderung für dich?

Besonders wenn man gerade aus der Schule kommt, ist alles neu und man muss erst einmal lernen, wie man in der Uni überhaupt arbeitet. Das kann ziemlich herausfordernd sein. Vor allem, weil sich die Erwartungen an der Uni ziemlich stark von denen in der Schule unterscheiden. Während man in der Schule eher Daten und Ereignisse auswendig lernt, ist es in der Uni wichtiger, richtig mit Quellen umgehen zu können und daraus Dinge abzuleiten. 

Die Quellenarbeit allein stellt schon eine Herausforderung dar, weil die Art der Quelle in Geschichte immer wechselt, wodurch sich auch die Arbeitsweise immer unterscheidet. Mal liest man zum Beispiel Texte, dann schaut man sich Filme an oder untersucht Gegenstände. 

Was möchtest du später mit deinem Abschluss machen?

Ich werde auf jeden Fall noch einen Master machen. 

Für die Zeit danach schweben mir aktuell zwei Möglichkeiten vor. Zum einen könnte ich mir vorstellen, im Archiv zu arbeiten. Dann aber mehr mit einem pädagogischen Schwerpunkt, also in Richtung Archivpädagogik, wo man dann zum Beispiel Führungen für Schulklassen gibt. Zum anderen finde ich auch die Arbeit im Museum cool, dort Ausstellungen zu kuratieren, könnte ich mir gut vorstellen. 

Seit April habe ich auch einen Minijob im Heinz-Nixdorf-Museum, wo ich häufig Schulklassen oder Seniorengruppen Führungen gebe. Die sind meistens besonders begeistert von der Schreibmaschinenausstellung und erzählen mir davon, welche Maschine sie selbst früher hatten.

Was würdest du jemandem empfehlen, der überlegt, Geschichte zu studieren?

Empfehlen würde ich auf jeden Fall, Fragen zu stellen, wenn man etwas nicht versteht oder nicht weiterkommt. Die meisten Dozierenden sind dann auch sehr hilfsbereit, man muss sie nur ansprechen. 

Außerdem ist es wichtig, dass man Interesse daran hat, sich intensiv mit Texten auseinanderzusetzen, denn davon gibt es im Studium viele. Hier würde ich davon abraten, die Arbeit einfach von der KI machen zu lassen, die gibt nämlich nur Wissen wieder, ist jedoch nicht in der Lage, es auch kritisch einzuordnen. 

Der wichtigste Tipp ist aber, einfach das zu machen, woran man Spaß hat. Ich habe zum Beispiel mal einen Kurs zur Fußballgeschichte belegt und nachher eine Hausarbeit zum Frauenfußball geschrieben, das war super! 

Ansonsten sind der Spieleabend, Kulttreff und Hochschulsport wirklich empfehlenswert. Da kann man prima neue Leute kennenlernen und sich gut vernetzen. Ich habe dort beispielsweise einige Studierende aus höheren Semestern kennengelernt, die mir bei meinen ersten Abgaben geholfen und mich beim Wechsel vom Lehramt zum Zwei-Fach-Bachelor unterstützt haben.

Gibt es etwas, das man vor dem Studium wissen sollte?

Man sollte wissen, dass in Geschichte viele Hausarbeiten geschrieben werden, die kein Faktenwissen abfragen, sondern verlangen, dass man Sachverhalte kritisch einordnen kann. 

Zudem benötigt man für das Studium ein Latinum und zwei moderne Fremdsprachen. Sollte man in der Schule nur eine moderne Fremdsprache gelernt haben, kann man die zweite aber auch problemlos in einem Sprachkurs an der Uni nachholen. Ich habe so noch Spanisch gelernt. 

De­tekt­iv sein im ei­gen­en Stu­di­um: Herr Süß­mann klärt auf

Geschichte bietet eine Art Orientierung über den eigenen Platz in der Welt und auch der Gesellschaft.” 

- Prof. Dr. Johannes Süßmann

Hieb- und stich­fest: Amy beim Real­istischen Schwer­tkampf

Von Ritterrüstung über Schwert und Schild bis hin zum Dolch, beim Realistischen Schwertkampf ist der Name Programm. Denn hier wird großer Wert auf die historisch korrekten Waffen und Kampftechniken gelegt. Als kompletter (und untrainierter) Neuling haben mich einige Dinge sehr überrascht. 

First things first: Ja, wir sprechen tatsächlich von echtem Schwertkampf mit Metallschwertern, schwerer Rüstung und echten Holzschilden. Aber keine Sorge, falls die Ausrüstung anfangs für dich zu schwer ist, hast du immer die Möglichkeit in normaler Kleidung und mit Trainingsschwertern aus Kunststoff zu kämpfen. Und das ganz in deinem Tempo, in offenem, herzlichem und diversem Umfeld. 

Ich hatte so viel Spaß, habe so viel gelernt und neue interessante Menschen kennengelernt, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie schnell die Zeit vergangen ist. :)

Ob du schon erste Erfahrungen hast oder noch im Hofknaben-Status steckst, du hast hier die Möglichkeit, eine Sportart zu erlernen, die nicht jede*r ausübt. Crash-Kurs in Selbstverteidigung inklusive. Und wenn du jetzt noch sehen möchtest, wie so ein Training aussehen kann, dann schau doch gerne in‘s Video.

Noch mehr Schwertkampf findest du hier: R.S.K. - Schwertkampf - YouTube

Bleib auf dem Laufenden!

Dein Uniguide per Mail

Wir sind Laura, Ali, Amy und Lisa und wir begleiten dich bei deiner Studienwahl: mit persönlichen Tipps und Einladungen zu Veranstaltungen, bei denen du Studium und Campus selbst erleben kannst. Nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt.

Jetzt anmelden!

Lust auf Kul­tur? Dann ab zum Kult­treff!

Du interessierst dich für politische, geschichtliche und gesellschaftliche Themen und möchtest auch außerhalb der Schule Neues entdecken? Dann lohnt sich ein Blick auf den Kulttreff Paderborn! Die studentische Initiative organisiert regelmäßig Veranstaltungen rund um Kultur, Politik und Geschichte – von spannenden Vorträgen und Diskussionsrunden bis hin zu Stadtrundgängen, Kennlernabenden und Kulturpartys.

Auch wenn du als Schüler*in vielleicht noch nicht direkt an den Veranstaltungen vor Ort teilnehmen kannst, kannst du den Kulttreff trotzdem schon kennenlernen: Auf Instagram @kulttreff_upb bekommst du Einblicke in das aktuelle Programm, Themen und Aktionen. Außerdem findest du auf YouTube einige Vorträge, die du dir ganz einfach von zu Hause aus anschauen kannst.

Und wer weiß, vielleicht wirst du ja schon bald selbst Teil des Kulttreffs!

Back to the Past: Per Archiv in die Ver­gan­gen­heit

Knisterndes Papier, geheimnisvolle Dokumente, Silbermünzen, die die spannende Geschichte der Universität Paderborn offenbaren. Das alles bietet das Archiv unserer Universitätsbibliothek. Hier finden sich nicht nur zahlreiche Dokumente zu Bau, Umbau und Entstehung, sondern auch Foto- und Videomaterial zu Feierlichkeiten sowie zahlreiche Nachlässe, die von Lehrenden an das Archiv übergeben wurden. 

Natürlich kommen auch Datensätze zu ehemaligen Studierenden oder zu Prüfungsordnungen nicht zu kurz. Aber wie sieht es im Archiv aus? Was kann man dort alles finden? Und was haben Dokumente im Kühlschrank zu suchen? Diese und weitere Fragen hat uns Frau Dr. Szabó, Leiterin des Archivs, beantwortet.

In medias res: Finde es heraus und begleite unsere Uniguides auf einer Zeitreise durch das Archiv. 

Die Lizenz zum Reis­en als His­toriker­*in

Hi! Wir sind Jenifa & Jule, studieren Geschichte und waren für 12 Tage mit der Alten Geschichte in Kreta auf Exkursion! Dort haben wir uns minoische Paläste, griechische Siedlungen und römische Inschriften angeschaut!

Du fragst dich jetzt sicher, was minoisch bedeutet. Die Minoer werden als erste europäische Hochkultur bezeichnet und ihre Bauten und Schriften bereiten uns bis heute noch Kopfzerbrechen. Auch wir haben versucht, hinter die Geheimnisse zu kommen. Ob wir der Lösung dabei nähergekommen sind? Vielleicht. Ob wir eine gute Zeit hatten? Auf jeden Fall!
Dabei haben wir auch griechische und römische Siedlungen besichtigt. Wusstet ihr, dass es in Gortyn die längste erhaltene griechische Gesetzesinschrift aus der Antike zu sehen gibt? (600 Zeilen!)

Was die meisten dabei übersehen: Neben Gortyn befindet sich eine ebenso sehenswerte römische Siedlung, auf der sich nicht nur ein Apollo-Tempel finden lässt, sondern auch das ein oder andere Artefakt.


Zwar konnten wir die Keramik-Stücke nicht mitnehmen, aber wir hatten Spaß daran, uns die Fundstücke nach und nach zusammenzupuzzeln.
Na, schon erkannt, was wir da gefunden haben?

Schließlich war eines unserer Highlights die dorische Stadt Lato. Ganz oben auf dem Berg war sowohl die Aussicht beeindruckend als auch der Weg durch die Spuren einer vergangenen Stadt. Das war spannend, oder wie die Amerikaner sagten, die wir auf dem Weg trafen: „No idea what it is, but it‘s magnificent!“

Unser Fazit ist dabei: Exkursionen wie diese bleiben einem im Kopf. Nicht nur wegen der vielen spannenden Ausgrabungsstätten, sondern auch oder gerade wegen des Spaßes, den es macht, zusammen auf Reisen zu sein. Dazu gehören auch all die Geschichten, die wir jetzt nicht erzählt haben - aber was auf Kreta passiert, bleibt nunmal auf Kreta!

Noch nicht das Richtige dabei? 

Kein Problem, vielleicht wartet dein Studiengang einfach an einer anderen Ecke des Campus auf dich.
Klingt Soziologie nach dir? Dann wirf doch gleich einen Blick in den passenden Uniguide oder entdecke unsere weiteren Ausgaben.

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