Hey, ich bin Laura
Schön, dass du da bist!
Warum ist unsere Gesellschaft eigentlich so, wie sie ist?
Mit genau dieser Frage beschäftigt sich die Soziologie. Sie untersucht unser Zusammenleben, soziale Unterschiede und große gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, Bildung oder Migration. Aber wie sieht das Studium dazu eigentlich aus? Was lernt man dort konkret und welche Möglichkeiten hat man später im Beruf?
Um das herauszufinden, war ich wieder an der Uni unterwegs und habe mir das Studienfach einmal genauer angeschaut.
Der Ablaufplan für diese Ausgabe:
- Im Interview: Emma und Malte sowie Dr. Lisa Knoll sprechen über den Studiengang
- Mein Besuch beim Improtheater Studio Spontan
- Ein Gespräch mit Erstakademikerin Jenifa
- Ein Podcast über KI und Gesellschaft mit Prof. Dr. Isabel Steinhardt
Klingt spannend? Dann komm mit und wir werfen gemeinsam einen Blick ins Soziologie-Studium.
Soziologie: Systeme, Schichten, Sinn
Warum gibt es soziale Ungleichheit? Wie verändert KI unsere Arbeitswelt? Und was hat Gender eigentlich mit Bildung zu tun? Wenn du dir diese Fragen schon mal gestellt hast, bist du in der Soziologie genau richtig. Denn genau hier setzt sie an und durchleuchtet dabei soziale Strukturen, sucht nach Systemen, die man im ersten Moment vielleicht nicht vermuten würde und hilft dir somit gesellschaftliche Phänomene nicht bloß zu beobachten, sondern sie auch zu verstehen.
Im Zwei-Fach Bachelor der Kulturwissenschaften kannst du Soziologie als Anteilsfach nebst einem zweiten aus 17 weiteren Studienfächern, wie zum Beispiel Management, Erziehungswissenschaften oder Medienwissenschaften studieren. Außerdem hast du die Möglichkeit, ein eigenes Lehrforschungsprojekt in Bereichen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Diversität zu verfolgen. So bist du nah an allem dran, was die Welt bewegt, kannst erste Luft in der Forschung schnuppern und bist zudem mit deinem Profil auf dem späteren Arbeitsmarkt sehr gefragt.
Na, haben wir deine Neugierde geweckt? Dann scroll doch gerne weiter.
Mein Interview mit Emma
Dein Studium in 3 Worten
- vielfältig
- kritisch
- neugierig
Was hat dich dazu bewegt, Soziologie zu studieren und warum hast du dich für die Uni Paderborn entschieden?
Ich habe mich einerseits für die Uni Paderborn entschieden, weil ich aus meinem Bekanntenkreis viel Positives über die Uni gehört habe und andererseits, weil ich aus Paderborn komme und gerne hier fürs Studium bleiben wollte. Als ich mich dann auf der Studienangebotsseite über die verschiedenen Studiengänge informiert habe, hat mich Soziologie direkt gecatcht. Die Gesellschaft und Systeme kritisch zu reflektieren hat mich direkt angesprochen und dadurch, dass die Soziologie so breit aufgestellt ist, hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass mir das Studium viele Möglichkeiten bieten kann. Das Talentscouting an meiner Schule hat mir während der Schulzeit geholfen herauszufinden, welche Studiengänge ich spannend finde.
Dein Studium passt zu dir, weil...?
Dadurch, dass ich in der Schule Pädagogik-LK hatte, hat mich die Kombination im Zwei-Fach-Bachelor aus Soziologie und Erziehungswissenschaft angesprochen. Ich bin interessiert an der Art und Weise, wie man in der Soziologie denkt, weswegen für mich schnell klar war, dass die Anteilsfächer nicht nur gut zueinander, sondern auch gut zu mir passen.
Wie war es, der erste Bachelorstudiengang im Fach Soziologie zu sein?
Wir wurden als erster Jahrgang total viel eingebunden, vor allem am Anfang. Es wurde direkt am Anfang betont, wie wichtig unser Feedback ist und dass wir viel Teilhabe daran haben, wie dieser Studiengang geformt wird. Durch diesen direkten Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden ist echt ein familiäres Verhältnis entstanden.
Was ist dein Lieblingsort an der Uni Paderborn?
Einerseits das Picknick, wo ich gerne mit Freunden Pausen verbringe und mich austausche oder einfach so quatsche. Wenn das Wetter gut ist, gehen wir auch gerne zur Wiese vor dem Audimax und spielen Karten und schalten einfach mal kurz ab.
Was war dein persönliches Highlight im Studium?
Mein Highlight im Studium war der Aha-Moment, den ich in einer Lehrveranstaltung über Gender und Fashion hatte. Wir haben uns Germany's Next Topmodel angeschaut und geguckt, wie Gender performativ hergestellt wird. Dort habe ich gemerkt, dass ich auf soziologischer Ebene etwas dazu sagen konnte, also Fachbegriffe und Konzepte verwenden konnte. Da habe ich gemerkt: Moment mal - ich kann das! Und das macht auch noch richtig Spaß!
Was war die größte Herausforderung für dich?
Es war definitiv herausfordernd, als ich meine erste wissenschaftliche Hausarbeit schreiben musste. Diese beiden Begriffe waren echt respekteinflößend. Ich war mir am Anfang nicht sicher, worüber ich überhaupt schreiben kann. Doch als ich dann ein Thema hatte und ins Schreiben gekommen bin, hat sich die Sorge gelegt. In der Soziologie sagen wir auch gerne, dass wir Theoriebrillen aufsetzen. Dann hatte ich eine Brille auf, die aber noch nicht ganz scharf gestellt war. Da konnte ich noch nicht richtig durchgucken. Doch als sich der Blick geschärft hat, ging es voran.
Was möchtest du später mit deinem Abschluss machen?
Ich möchte gerne einen Master in Soziologie machen und kann mir derzeit auch vorstellen, weiter in der Wissenschaft zu bleiben. Später kann ich mir auch die Arbeit bei NGOs oder Stiftungen vorstellen.
Was würdest du jemandem empfehlen, der überlegt, Soziologie zu studieren?
Man muss definitiv offen gegenüber sämtlichen Themen und auch sich selbst sein, da man in manchen Kursen auch sich selbst als Forschungsgegenstand behandelt. Genauso wichtig ist das Interesse an gesellschaftlichen Themen und wissenschaftliche Texte lesen, verstehen und anwenden zu können.
Mein Interview mit Malte
Was hat dich dazu bewegt, Soziologie zu studieren und warum hast du dich für die Uni Paderborn entschieden?
Ich war zehn Jahre bei der Bundeswehr und habe in meinen letzten drei Jahren dort mein Abitur gemacht, wobei sich währenddessen mein Wunsch gefestigt hat, zu studieren. An der Soziologie hat mich gereizt, dass sie eine große Relevanz für die Gesellschaft in sich trägt und viele Personen etwas mit den Themen wie Rollen, Ungleichheiten und sozialen Erwartungen anfangen können. Besonders in der Kombination mit germanistischer Sprachwissenschaft finde ich an der Soziologie spannend, wie Sprache auf Menschen und Gesellschaften wirkt. Durch die Kombinationsmöglichkeiten aus 17 verschiedenen Anteilsfächern kann jeder für sich sein eigenes Interesse im Zwei-Fach-Bachelor finden und verfolgen. Für die Uni Paderborn habe ich mich entschieden, weil ich in der Nähe wohne.
Wenn du einem Freund oder einer Freundin Soziologie in einem Satz erklären müsstest, wie würde der lauten?
Soziologie fragt danach, wie Gesellschaft funktioniert und wie unser Denken und Handeln durch soziale Regeln, Gruppen und Strukturen geprägt wird.
Wie sieht ein typischer Tag im Studium aus?
Vor allem am Anfang des Studiums hat man vormittags Seminare und Lehrveranstaltungen und hat dann Zeit für eine Mittagspause. Dadurch, dass man sich untereinander im Studiengang kennt, gehen wir meistens in einer größeren Gruppe, manchmal auch mit Lehrpersonen gemeinsam in die Mensa. Meistens gibt es noch ein bis zwei Lehrveranstaltungen am Nachmittag. An Tagen, wo ich zum Hochschulsport gehe, nutze ich meistens die Zeit und lese Texte für meine Kurse, bevor es für mich zum realistischen Schwertkampf geht.
Was macht für dich die Uni so besonders?
Die Universität ist für mich ein spannender Ort, an dem ich gerne Zeit verbringe. Ich sehe die Mischung aus Offenheit, theoretischem Wissen und der Kontakt zu ganz vielen unterschiedlichen Menschen als große Chance, um neue Perspektiven kennenzulernen und aktiv in den Austausch mit anderen zu gehen.
Ein Interview mit Dr. Lisa Knoll
Was macht den Studiengang besonders?
Soziologie ist das Fach, das Gesellschaft erforscht. Das ist ungewöhnlich. Wissenschaftliche Fächer haben sonst eher Teilbereiche der Gesellschaft zum Gegenstand: das Recht, die Wirtschaft, die Politik, die Bildung. In der Soziologie beschäftigen wir uns mit all diesen Phänomenen, um deren gesellschaftliche Rolle und die Verknüpfungen der Bereiche zu verstehen.
Gibt es Voraussetzungen, die man mitbringen sollte?
Soziologie ist besonders für diejenigen interessant, die wissen wollen, wie Gesellschaft und das Zusammenleben in ihr funktioniert. Was finden wir normal und warum? Wieso denken wir, was wir denken? Wie ist sozialer Wandel möglich, aber auch was hindert uns daran, dass wir uns als Gesellschaft verändern?
Was erwartet Studierende an Wissenschaft und Forschung?
In der Soziologie lernt man verschiedene Methoden kennen, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu erforschen, z.B. mit Statistik oder Interviews. In Paderborn legen wir viel Wert auf die Methodenausbildung und tragen Sorge dafür, dass alle Studierenden mitgenommen werden. Forschung soll Spaß machen. Dabei beschäftigen wir uns mit Themen wie Diversität, Digitalisierung/Künstlicher Intelligenz, Arbeit und Nachhaltigkeit und deren gesellschaftlicher Rolle.
Was erwartet Studierende an Praxisbezug im Studiengang?
Unser Studiengang ist so angelegt, dass er methodische, theoretische und praktische Elemente verbindet. Sie werden von Anfang an in Projekten das Gelernte praktisch anwenden. Dabei ist uns in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wichtig, diese sinnvoll im Studium einzusetzen. Immer wieder bieten wir auch Seminare mit Praxispartnern (z.B. Verwaltungen oder Unternehmen aus OWL) an und ermöglichen so auch interessante Zugänge zu Praktika.
Gibt es die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen oder sich vertiefend mit etwas auseinanderzusetzen?
Genau darin sehen wir den Sinn des Soziologiestudiums. Das Studium beginnt mit einem Überblick über theoretische und methodische Grundlagen und mündet dann darin, dass eigenständige Schwerpunkte gesetzt werden können und dann auch mit Unterstützung eigene kleine Forschungsprojekte durchgeführt werden können.
Was sind die beruflichen Aussichten nach dem Studiengang?
Soziolog*innen sind Generalisten. Sie werden überall dort gebraucht, wo Organisationen, Institutionen, Gruppendynamiken oder soziale Ungleichheit und Machtverhältnisse eine Rolle spielen und verstanden werden müssen. Das sind Fähigkeiten, die nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden können, weshalb Soziolog*innen immer noch sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt sind. Dabei sind Unternehmen genauso potentielle Arbeitgeber*innen, wie öffentliche Verwaltungen oder NGOs.
Was sind die wichtigsten Punkte, die man bei der Entscheidung für den Studiengang berücksichtigen sollte?
Soziologie kann man auch dann studieren, wenn man noch nicht so genau weiß, was man will. Der Vorteil des Soziologiestudiums ist seine thematische Breite. Man kann sich im Verlauf des Studiums weiter spezialisieren und eigene Schwerpunkte setzen. Das Studium bietet viele Möglichkeiten später in unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten, denn es werden Kompetenzen erworben, die nach wie vor gefragt sind, wie etwa mit Komplexität umzugehen.
Bleib auf dem Laufenden!
Was passiert noch so in der Soziologie?
Die Fachschaft der Soziologie ist von Studierenden für Studierende. Auf deren Instagram-Kanal sind unter Anderem wichtige Überlebenstipps fürs Studium: Wie schreibe ich eine wissenschaftliche Hausarbeit? Was ist die Forschungswerkstatt und wo finde ich sie? Und wie bekomme ich Studium und Leben unter einen Hut? Diese und weitere Fragen beantwortet die Fachschaft in ihren Instagram-Beiträgen. Schau einfach auf deren Instagram-Profil vorbei und lass dich inspirieren!
Soziologie für die Ohren
Wie hängen KI und Gesellschaft zusammen und was ist eigentlich ein Digital Divide? Ali hat bei Prof. Dr. Isabel Steinhardt nachgefragt und sich außerdem mit ihr über die Nutzung von Large Language Models* wie ChatGPT oder Claude in Schule und Hochschule unterhalten. Zudem erfährst du im Podcast, welche Möglichkeiten dir bereits im Studium offen stehen, um dich an der KI-Forschung zu beteiligen.
*Large Language Models beschreiben eine Unterart von KI, die mit großen Mengen an Daten und Texten trainiert wurden, um daraus zu lernen, wie Sprache funktioniert. Auf diese Weise kann sie innerhalb eines Chat-Bots Antworten auf Fragen generieren, die der menschlichen Kommunikation und Sprache ähnlich sind.
Kein Text gelernt? Perfekt vorbereitet! – Mein Besuch beim Studio Spontan
Vor kurzem wurde ich eingeladen, die Generalprobe des Improtheaters Studio Spontan, einer studentischen Initiative, für ihre Krimi-Show zu besuchen. Als mich die Nachricht erreichte, schwirrten mir zunächst einige Fragen – und ehrlich gesagt auch ein paar Vorurteile – durch den Kopf.
Ohne großes Vorwissen machte ich mich also auf dem Weg und ließ mich von der Gruppe überraschen. Wir starteten mit einigen Interviews, durch die mir das Konzept des Improtheaters schon etwas klarer wurde, denn Fragen hatte ich viele: Wie probt man überhaupt für eine Impro-Show? Welche Rolle spielt das Publikum? Und wie entsteht aus spontanen Ideen eine ganze Geschichte?
Anschließend ging es für die Generalprobe in den Proberaum, wo sich die Gruppe – und auch ich – zunächst aufwärmten. Dazu wurde beispielsweise der Körper abgeklopft, Tonfolgen wurden nachgeahmt, Ein-Wort-Geschichten erzählt oder auch imaginäre Gegenstände geworfen und gefangen. Schon in diesem Moment wurde mir klar: Improtheater ist viel schwieriger, als es von außen vielleicht wirkt. Es braucht eine große Portion Mut, Selbstbewusstsein und vor allem ein tolles Team, in dem man sich wohlfühlt und dem man vertrauen kann.
Während der Generalprobe durfte ich dann in die Rolle des Publikums schlüpfen und die Geschichte der Show maßgeblich mitbestimmen. Dadurch entstand von Anfang an eine humorvolle, aber auch spannungsgeladenen Atmosphäre, die die Schauspieler*innen mit ihren kreativen Ideen und unerwarteten Wendungen durchgehend aufrechterhielten.
Anders als erwartet riss mich die Show und überhaupt die Energie im Raum richtig mit. Beeindruckt von dem Talent, dem Zusammenspiel und der Spontanität der Schauspieler*innen wurde ich innerhalb kürzester Zeit zum Fan. So sehr, dass ich gar nicht anders konnte, als auch die offizielle Show am Freitagabend zu besuchen. Und die war meiner Meinung nach sogar noch eindrucksvoller, witziger und emotionaler als die Generalprobe.
Für mich steht fest: Ich komme wieder – und das solltest du auch!
Aktuelle Infos und Einblicke findest du auf Instagram @studio_spontan und der Website.
Noch nicht das Richtige dabei?
Kein Problem, vielleicht wartet dein Studiengang einfach an einer anderen Ecke des Campus auf dich.
Klingt Psychologie nach dir? Dann wirf doch gleich einen Blick in den passenden Uniguide oder entdecke unsere weiteren Ausgaben.
Als Erste*r in der Familie studieren? You got this!
Studieren klingt erstmal nach riesigem Campus, komplizierten Fachbegriffen, 1.000 Fristen und einer Menge Menschen, die genau wissen, was sie tun. Ich kann dich beruhigen, ganz so kompliziert ist es nicht – außer vielleicht der Teil mit den Fachbegriffen. ;)
Gerade wenn du die erste Person in deiner Familie bist, die studieren möchte, kann der Weg zur Uni ziemlich überwältigend sein. Aber keine Sorge: Du bist damit nicht allein! Viele Studierende haben zu Beginn dieselben Fragen, Zweifel und Unsicherheiten.
Eine von ihnen ist Jenifa. Sie ist selbst Erstakademikerin und erzählt, wie ihr Weg an die Uni aussah, welche Herausforderungen ihr begegnet sind und wo sie Unterstützung gefunden hat.
Du willst auch als Erste*r in deiner Familie studieren? Dann findest du hier alle wichtigen Infos, Tipps und Anlaufstellen für deinen Weg ins Studium.
Campus Live
Erst reinschnuppern und probieren, dann studieren? Das ist problemlos mit den Orientierungsangeboten, Info- und Erlebnistagen an der Uni Paderborn möglich. Bereits ab der Mittelstufe bieten wir damit Einblicke in unser Studienangebot und den Campus. Spätestens in der Oberstufe ist das Reinschnuppern und Vergleichen von Studiengängen ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Studienwahlentscheidung. Meistens merkt man vor Ort und im Gespräch mit Studierenden oder Lehrenden, ob man die richtigen Vorstellungen von einem Studiengang hat. Wie beim Hosenkauf: Anprobieren hilft oft weiter ;)
Egal ob Vortrag, Campustag mit der Klasse oder einzeln mit einer*m Studienbotschafter*in, Laborführung, Probevorlesung, Ferienprogramm oder Workshops - für jede*n ist etwas dabei. Schau einfach mal rein!
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