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Photo: Paderborn University, Johannes Pauly

| Mitteilung Historisches Institut

Vortrag von Prof. Dr. Werner Paravicini: „Ein neuer Staat entsteht: Frankreich und Burgund im 15. Jahrhundert“ am 4.5., 20.00 Uhr, Hörsaal 2, Theologische Fakultät Paderborn, Kamp 6

Das Historisches Institut der Universität Paderborn und der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn laden ein zu einem Vortrag von Prof. Dr. Werner Paravicini (Christian-Albrechts-Universität Kiel) über „Ein neuer Staat entsteht: Frankreich und Burgund im 15. Jahrhundert“ am Dienstag, dem 4. Mai, um 20.00 Uhr im Hörsaal 2 der Theologischen Fakultät Paderborn, Kamp 6.

Heute ist Burgund eine Region im Südosten Frankreichs, die für ihre Gastronomie und Weine bekannt ist. Im 14. und 15. Jahrhundert aber stand der Name Burgund für die Familie der burgundischen Herzöge, die im Laufe der Jahrzehnte eine Fülle von Herrschaften und Territorien für sich gewonnen hatte und so nicht nur über das Gebiet des heutigen Burgund, sondern ebenso über Flandern, Brabant und Holland herrschten. Dank dieses territorialen Zugewinns stiegen die Herzöge von Burgund schon bald zu einer neuen Macht in Europa auf, die sich zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich fest zu etablieren suchte.

Dabei standen die Herzöge vor allem vor zwei Problemen: Zum einen mussten sie die verschiedenen, teils zu Frankreich, teils zum Reich gehörigen Territorien, die auch sozial und wirtschaftlich große Unterschiede aufwiesen, an sich binden und in ihren Herrschaftsverband integrieren. Und zum anderen hatten sie ihre zunehmende Eigenständigkeit gegenüber dem französischen König zu behaupten, der nicht gewillt war, diese neue Macht, die sich auf seine Kosten entwickelte, dauerhaft hinzunehmen.

Indem sich die Herzöge diesen Herausforderungen stellten, die Verwaltung reformierten, über ein aufwändiges Hofleben den Adel zu binden suchten oder neue Bündnisse schlossen, entstand ein neuer dynastisch geprägter Staat, dessen Entwicklung der Kieler Historiker Prof. Dr. Werner Paravicini in seinem Vortrag bis zum Jahr 1477 nachzeichnen wird, als der Tod des letzten burgundischen Herzogs, Karls des Kühnen, das Ende des burgundischen Herrschaftsgebildes einläutete. Damit nimmt sich Prof. Paravicini, der von 1993 bis 2007 das Deutsche Historische Institut in Paris leitete, eines Themas an, dessen Erforschung er wie kein zweiter in den letzten Jahrzehnten durch zahlreiche eigene Arbeiten, vielfältige Projekte und betreute Dissertationen geprägt und vorangebracht hat.

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