Leitfaden zur Durchführung eines Blended Intensive Programmes (BIP)
Informationen für Professorinnen und Professoren der Universität Paderborn
Warum ein Blended Intensive Programme?
Die Universität Paderborn verfolgt das Ziel, klassische Exkursionen innerhalb Europas nach Möglichkeit als Blended Intensive Programme (BIP) im Rahmen von Erasmus+ durchzuführen.
Ein BIP ist keine völlig neue Veranstaltungsform, sondern kann häufig eine Exkursion, Summer School oder Blockveranstaltung im europäischen Ausland ersetzen. Der entscheidende Vorteil besteht darin, dass Studierende über Erasmus+ eine deutlich höhere Förderung erhalten können als bei einer klassischen Exkursion.
Mit der verstärkten Durchführung von BIPs verfolgt die Universität Paderborn mehrere Ziele:
- mehr Studierenden einen kurzen Auslandsaufenthalt ermöglichen,
- die Erasmus+-Fördermittel möglichst vollständig ausschöpfen,
- die finanzielle Förderung der Studierenden deutlich verbessern (statt 50–100 € Exkursionsförderung bis zu ca. 1.000 € Erasmus+-Förderung),
- gleichzeitig Haushaltsmittel für Exkursionen einsparen.
Frühzeitig mit dem International Office sprechen
Sobald erste Überlegungen bestehen, eine Exkursion oder Summer School im europäischen Ausland durchzuführen, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem International Office.
Viele organisatorische Fragen lassen sich bereits in einer frühen Planungsphase klären, beispielsweise:
- Eignung als BIP,
- Auswahl geeigneter Partner,
- Fördermöglichkeiten,
- Zeitplanung,
- notwendige Erasmus-Verträge,
- Beantragung der Fördermittel.
Da die Erasmus-Mittel langfristig beantragt werden müssen, sollte das International Office möglichst etwa ein Jahr vor der geplanten Durchführung informiert werden.
Prüfen, ob ein BIP grundsätzlich möglich ist
Ein BIP ist möglich, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Das Programm findet innerhalb des Erasmus+-Raums statt.
- Mindestens drei Hochschulen aus drei verschiedenen Erasmus-Ländern nehmen teil:
- Universität Paderborn,
- zwei weitere Hochschulen aus zwei unterschiedlichen Erasmus-Ländern.
- Die beteiligten Hochschulen verfügen über eine Erasmus Charter for Higher Education (ECHE).
Geeignete Partner finden
Bevorzugt sollten bestehende Erasmus-Partner der Universität Paderborn eingebunden werden.
Empfehlung:
Nach Möglichkeit zunächst Partner aus dem COLOURS-Konsortium ansprechen, da hier häufig bereits enge Kooperationen bestehen und die Organisation einfacher ist.
Einbindung weiterer Einrichtungen
Neben den beteiligten Hochschulen können selbstverständlich auch weitere Einrichtungen in das fachliche Programm eingebunden werden, beispielsweise
- Forschungsinstitute,
- Unternehmen,
- Museen,
- Behörden,
- Verbände,
- kulturelle Einrichtungen oder
- andere wissenschaftliche Organisationen.
Diese Einrichtungen können beispielsweise Workshops, Vorträge, Laborbesuche oder Exkursionen anbieten und das Programm fachlich bereichern.
Wichtig: Solche Einrichtungen zählen in der Regel nicht zu den für das BIP erforderlichen Projektpartnern, da sie meist nicht über eine Erasmus Charter verfügen und deshalb keine Erasmus-Verträge mit der Universität Paderborn abschließen können. Sie ersetzen daher nicht die erforderlichen drei Erasmus-Hochschulen.
Einen koordinierenden Partner gewinnen
Für ein BIP muss einer der ausländischen Partner die Koordination übernehmen.
Dieser Partner
- organisiert das Programm vor Ort,
- erhält die organisatorischen Erasmus-Mittel,
- übernimmt beispielsweise die Raumplanung, lokale Exkursionen oder weitere organisatorische Aufgaben.
Die Universität Paderborn erhält dagegen die Erasmus-Mittel zur Förderung der eigenen Studierenden und Lehrenden.
Empfehlung
Besonders bewährt haben sich wechselseitige Kooperationen.
Jahr 1
- Partnerhochschule organisiert das BIP.
- Studierende aus Paderborn reisen dorthin.
Jahr 2
- Universität Paderborn organisiert das BIP.
- Die Partner schicken ihre Studierenden nach Paderborn.
So entsteht eine nachhaltige Zusammenarbeit mit deutlich geringerem Organisationsaufwand.
Erasmus-Verträge prüfen
Zwischen der Universität Paderborn und allen beteiligten Hochschulen muss ein gültiges Erasmus-Abkommen bestehen.
Falls noch kein Vertrag vorhanden ist,
→ rechtzeitig vor der Durchführung einen Erasmus-Vertrag abschließen.
Hierfür genügt grundsätzlich auch ein auf das jeweilige BIP beschränktes Erasmus-Abkommen.
Die Verträge werden vollständig digital abgeschlossen.
Ansprechpartnerin ist die Erasmus-Koordination des International Office.
Virtuelle Komponente einplanen
Ein Blended Intensive Programme besteht immer aus
- einer virtuellen Phase und
- einer physischen Mobilität.
Die virtuelle Komponente muss kein großer zusätzlicher Aufwand sein. Sie kann beispielsweise bestehen aus
- einer gemeinsamen Zoom-Konferenz,
- einer digitalen Auftaktveranstaltung,
- gemeinsamer Vorbereitung,
- Online-Projektarbeit,
- einer digitalen Abschlussveranstaltung.
Entscheidend ist, dass die virtuelle Phase sinnvoll mit der Präsenzphase verbunden ist.
Umfang und Teilnehmerzahl planen
Für ein BIP gelten unter anderem folgende Mindestanforderungen:
- Die physische Mobilität muss die Erasmus+-Vorgaben erfüllen (derzeit mindestens fünf Tage).
- Während der Präsenzphase müssen mindestens zehn geförderte Studierende bzw. Lernende aus den beteiligten Hochschulen teilnehmen (ohne die lokalen Studierenden der gastgebenden Hochschule).
Anerkennung der Studienleistung sicherstellen
Ein BIP soll Bestandteil des Studiums sein.
Daher sollte bereits bei der Planung geklärt werden,
- welche Studienleistung erbracht wird,
- wie die Leistung geprüft wird,
- wie viele ECTS vergeben werden (mindestens 3!),
- in welchem Modul die Leistung anerkannt wird.
Fördermittel beantragen
Sobald feststeht, dass ein BIP durchgeführt werden soll, informiert die Professorin oder der Professor das International Office über
- das geplante Thema,
- die Partnerhochschulen,
- die ungefähre Teilnehmerzahl,
- den geplanten Zeitraum.
Auf dieser Grundlage beantragt das International Office die Erasmus-Mittel bei der Europäischen Kommission.
Nach der Bewilligung können die Mobilitätsförderungen für Studierende und Lehrende über das International Office beantragt und ausgezahlt werden.
Typischer Zeitplan
| Zeitpunkt | Schritt |
|---|---|
| 12–18 Monate vorher | Erste Idee entwickeln und Kontakt zum International Office aufnehmen |
| ca. 12 Monate vorher | Partner gewinnen und koordinierende Hochschule festlegen |
| ca. 12 Monate vorher | Erasmus-Verträge prüfen bzw. abschließen |
| ca. 12 Monate vorher | Beantragung der Erasmus-Mittel durch das International Office |
| 6–9 Monate vorher | Programm, virtuelle Phase und Anerkennung der Studienleistungen festlegen |
| nach Bewilligung | Mobilitätsförderungen beantragen |
| Durchführung | Blended Intensive Programme |
Checkliste
- Frühzeitig Kontakt mit dem International Office aufgenommen
- Geeignete Erasmus-Partner gefunden
- Mindestens drei Hochschulen aus drei Erasmus-Ländern beteiligt
- Koordinierende Hochschule festgelegt
- Erasmus-Verträge vorhanden
- Virtuelle Komponente eingeplant
- Mindestens zehn geförderte Studierende vorgesehen
- Anerkennung der Studienleistungen geregelt
- International Office über Teilnehmerzahl und Partner informiert
- Erasmus-Mittel beantragt
Empfehlung
BIPs sollten möglichst nicht als einmalige Veranstaltung, sondern als langfristige Kooperation mit festen Partnerhochschulen geplant werden. Wiederkehrende Programme reduzieren den organisatorischen Aufwand erheblich, erleichtern die Beantragung der Erasmus-Mittel und schaffen nachhaltige internationale Kooperationen.
Grundsatz: Bei jeder geplanten Exkursion innerhalb Europas sollte zunächst geprüft werden, ob sie als Blended Intensive Programme durchgeführt werden kann. Dadurch profitieren die Studierenden von einer deutlich höheren Förderung, die Universität Paderborn kann ihre Erasmus+-Mittel besser ausschöpfen und gleichzeitig Haushaltsmittel für Exkursionen einsparen.
Information for Students
The UPB International Office provides funding for up to 5 days of stay. The daily funding amount is 79 euros. In addition, the days of departure and return are each funded at 79 euros. Additional financial grants for eco-friendly travel and for individuals with special needs (disabilities, chronic illnesses, students with children, first-time university students) may be applied for. Students are selected by the faculty at the University of Paderborn.
Insurance:
Erasmus+ participants must obtain adequate health and travel insurance. EU/EEA citizens are generally covered by the European Health Insurance Card (EHIC).
Detailed information on organization, funding, and insurance can be found on the UPB website or through the National Agency for Erasmus+ (DAAD).
Guide & Project Application BIP for Faculties
Stefan Blecke
International Office (Unit 3.1)
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Office hours
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