Ambossfreies Ultraschallschweißen für nur einseitig zugängliche Schweißsituationen

Overview

Das Ultraschallschweißen ist aufgrund zahlreicher Vorteile wie der geringen Zykluszeit, der vergleichsweise günstigen
Anlagentechnik und des einstufigen Prozesses kostengünstiger gegenüber anderen Kunststoff-Schweißverfahren. Die
bisherige Notwendigkeit der beidseitigen Zugänglichkeit bei punktuellen Verbindungen stellt jedoch einen der größten
Nachteile dieses Fügeverfahrens dar. Die Verwendung von Handgeräten bei nur einseitig zugänglichen Bauteilen ist Stand
der Technik. Dies ist jedoch aktuell durch die mangelnde Erfahrung und die geringen erzielten Schweißnahtqualitäten nicht
zielführend. Hierbei muss der untere Fügepartner die Aufgaben des Ambosses übernehmen und dementsprechend eine
gewisse Bauteilsteifigkeit aufweisen, über die bisher keine verifizierte Aussage getroffen werden kann. Ziel des
Forschungsvorhabens ist es, ambossfrei ultraschallgeschweißte Bauteile systematisch zu untersuchen um eine validierte
Aussage über die mindestens notwendige Bauteilsteifigkeit des unteren Fügepartners treffen zu können. Hierbei sollen
experimentelle Untersuchungen und parallel dazu ein Simulationsmodell zum Einsatz kommen. Mit Hilfe dieses Modells,
wird zuvor eine Entscheidung getroffen, ob die prinzipielle Machbarkeit für das ambossfreie Ultraschallschweißen der
entsprechenden Probekörpergeometrien gegeben ist oder geringe Anpassungen notwendig sind. Abschließend sollen die
Ergebnisse in Auslegungs- und Gestaltungsrichtlinien festgehalten und in Form von DVS-Regelwerken veröffentlicht
werden. Dies bietet die Möglichkeit, die notwendige Bauteilgeometrie (in Abhängigkeit des Materials) zukünftig mit
einfachen Berechnungen zu bestimmen. Zusätzlich ist es möglich, vorhandene Bauteile entsprechend der notwendigen
Steifigkeit anzupassen, um diese ambossfrei mittels Ultraschalles zu fügen. Da der Bereich der kunststoffverarbeitenden
Industrie von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) geprägt ist, ergeben sich durch die Richtlinien besonders
für KMU enorme Vorteile.

Key Facts

Grant Number:
01IF22621N
Research profile area:
Nachhaltige Werkstoffe, Prozesse und Produkte
Project type:
Forschung
Project duration:
09/2022 - 03/2025
Contribution to sustainability:
Quality Education, Industry, innovation, and infrastructure
Funded by:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)

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Principal Investigators

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Prof. Dr.-Ing. Volker Schöppner

Plastics Processing

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