Geschlechter- und Diskrimin­ier­ungs­sens­ible Med­iz­in – eine Qual­itätsstrategie für eine nach­haltig bessere Med­iz­in für alle

Location: L1

Zum Vortrag: 

Lange Zeit gab es in der Medizin eine Standardperson, an der sich Forschung, Wissen und Behandlung orientierten. Das hat dazu geführt, dass viele Menschen und ihre Lebensrealitäten bis heute im medizinischen Wissensschatz fehlen oder nur unzureichend berücksichtigt werden. Die Folge ist eine Gesundheitsversorgung, die nicht alle Menschen gleichermaßen gut erreicht und behandelt.

Eine geschlechter- und diskriminierungssensible Medizin hilft dabei, diese Daten- und Wissenslücken zu schließen. Sie schafft die Grundlage für eine medizinische Zukunft, in der wir alle – unabhängig von Geschlecht, Rassismuserfahrung, Geld oder sozialem Status – gut und gerecht behandelt werden. Im Fokus stehen die Ursprünge der Problemlage, ihre Bedeutung für die klinische Praxis, bestehende Herausforderungen und die Frage, wie nachhaltige Veränderung gelingen kann.

 

Zur Person:

Awa Naghipour ist Ärztin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin im Bereich Geschlechter- und Diskriminierungssensible Medizin. Sie forscht, lehrt und berät zu inklusiver, diskriminierungskritischer und kontextsensibler Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt auf Gesundheitsgerechtigkeit und Wissenstransfer in die Lehr-, klinische und gesundheitspolitische Praxis.  Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Frage, wie eine inklusive, geschlechter- und diskriminierungssensible klinische Praxis strukturell verankert und sichergestellt werden kann – beispielsweise auf institutioneller Ebene anhand klinischer Leitlinien. Sie ist Co-Initiatorin und Mitbegründerin des gemeinnützigen Vereins Feministische Medizin e.V. und gesundheitspolitisch aktiv in zahlreichen national wie internationalen Fachgremien u.a. im Deutschen Frauenrat, Co-Sprecherin der AG Geschlechtersensible Medizin im Deutschen Ärztinnenbund, in der Task Force Antidiskriminierung im Gesundheitswesen der Landesgesundheitskonferenz Berlin, im DFG-Netzwerk "Strukturelle Ungerechtigkeit in der Bioethik".