Ring­vor­le­sung „Kul­tur­wis­senschaften im Dia­log – eine An­stif­tung zum trans­dis­zip­linären Ge­spräch“

Location: J3.213

Sprache im Sportunterricht?! – Perspektiven aus der Sportpädagogik und Deutsch als Zweitsprache

Dr. Julia Diederich (Sachunterrichtsdidaktik, Graduiertensprecherin) und Dr. Anda-Lisa Harmening (Komparatistik, Graduiertenzentrum) veranstalten im Sommersemester 2023 die Ringvorlesung „Kulturwissenschaften im Dialog – eine Anstiftung zum transdisziplinären Gespräch“. Im Rahmen der Veranstaltung sollen unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven einander im Dialog herausfordern und somit ihre Modifikation, Veränderung, Vertiefung oder Erweiterung fördern. Neben konkreten Projektbesprechungen geht es auch um das (Selbst-)Verständnis als Kulturwissenschaftler*in.

Jede Sitzung besteht aus einem Impulsvortrag und einem Responsevortrag. Am Dienstag, 22. Mai, referieren:

Impuls: Alexandra Teder und Prof. Dr. Constanze Niederhaus (Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache)

Response: Prof. Dr. Elke Grimminger-Seidensticker (Sportdidaktik und -pädagogik)

Weitere Informationen
 

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Sportunterrichts ordnet sich dem übergeordneten Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule unter. Dies schlägt sich im sogenannten Doppelauftrag nieder, wonach der Sportunterricht zu einer Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport beitragen und Schüler*innen eine Erschließung der Bewegungs-, Spiel und Sportkultur ermöglichen soll. Übergeordnetes Ziel ist eine systematische Entwicklung und Förderung einer umfassenden Handlungskompetenz im Kontext von Bewegung, Spiel und Sport. Lernen soll hierbei auf unterschiedlichen Dimensionen ganzheitlich erfolgen, d.h. körperlichmotorisch, emotional, sozial und kognitiv.

Im Sinne des ganzheitlichen Lernens soll der Sportunterricht auch die (sogenannten bildungs-)sprachlichen Kompetenzen fördern, worauf auch die Empfehlung „Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache stärken“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 5. Dezember 2019) hinweist. Diese Empfehlung macht deutlich, dass bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache für alle Schüler*innen „die wesentliche Voraussetzung zum Lernen und für den Schulerfolg“ sind und daher „herausragende Bedeutung bei der Verbesserung der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit“ haben (KMK 2019: 2). Sprachliche Bildung ist daher als Aufgabe aller Fächer und somit auch des Sportunterrichts zu verstehen, was eine Integration sprach und DaZ-didaktischer Perspektiven in die Sportpädagogik nahelegt.

In diesem Vortrag wird nach einer sportpädagogischen Grundlegung zum Gegenstand und zu den Aufgaben des Sportunterrichts zunächst ein Überblick über aktuelle Konzepte zur Sprachbildung gegeben und der Forschungsstand zum sprachbildenden Sportunterricht dargestellt. Hierauf aufbauend wird als eine Grundlage für die Umsetzung sprachbildenden Sportunterrichts eine Analyse der sprachlichen Anforderungen des Sportunterrichts präsentiert. Hierzu werden Ergebnisse einer Lehrplananalyse der Kernlehrpläne des Faches Sport der unterschiedlichen Schulformen in Nordrhein-Westfalen vorgestellt und mit Blick auf weitere transdisziplinäre Forschungsperspektiven diskutiert.