Wenn man mit UPB-Alumna Magdalena Reith, Lehrerin an der Lippetalschule im Kreis Soest, spricht, spürt man sofort ihre Begeisterung für Bildung – und für die Kinder, die etwas mehr Unterstützung brauchen, um ihren Weg zu finden. Aufgewachsen in Rheda-Wiedenbrück, entschied sich die 32-Jährige nach dem Abitur für ein Lehramtsstudium in Deutsch und Katholischer Religion für Gymnasien und Gesamtschulen an unserer Universität.
Ihre Gründe für die Studienwahl bezeichnet sie als „klassisch“: „Mich haben meine Fächer motiviert – die Kraft von Sprache und der kritische Blick auf Religion haben mich schon immer begeistert – und ich hatte inspirierende Vorbilder.“
2012 startete sie mit ihrem Lehramtsstudium und wählte zusätzlich das Profil „Umgang mit Heterogenität“, das ihren Blick für individuelle Voraussetzungen und schulische Wege öffnete. Erste Erfahrungen mit Nachhilfeschüler*innen mit Förderbedarf bestätigten ihr Interesse, langfristig an einer Schule zu arbeiten, die „den Schnitt der Gesellschaft gut abbildet – in Fähigkeiten, Lernstilen, kulturellen Hintergründen und sozialer Herkunft.“
Nach dem erfolgreichen Studienabschluss folgte 2017 das Zweitstudium Lehramt im Bachelor und Master für sonderpädagogische Förderung (SP) mit den Förderschwerpunkten „Emotionale und soziale Entwicklung“ und „Lernen“, 2020 startete das Referendariat. Heute arbeitet sie an einer Schule des gemeinsamen Lernens – zur Hälfte als Gymnasiallehrerin, zur Hälfte in der sonderpädagogischen Förderung. „Ich wollte nie in eine rein beratende Rolle rutschen“, sagt sie. „Ich unterrichte sehr gern, aber mit einem besonderen Blick auf die Kinder, die mehr Unterstützung brauchen.“ Aktuell begleitet sie zehn Schüler*innen mit Förderbedarfen, entwickelt Förderziele und -maßnahmen, berät Kolleg*innen und hält engen Kontakt zu Eltern.
Krisen aushalten, Erfolge feiern und gemeinsam das Fundament für die Zukunft legen: Eine Lehrerin erzählt von ihrer besonderen Verbindung zu Schüler*innen mit Förderschwerpunkt
„Mir war früh klar: Ich möchte dorthin, wo ich wirklich etwas bewirken kann – bei den Kindern, die vielleicht etwas mehr Unterstützung brauchen, um ihre eigene gute Geschichte zu schreiben.“ Besonders prägend war die Begleitung zweier Schüler*innen über drei Jahre bis zum ersten vergleichbaren Schulabschluss in Klasse 10: „Am Ende waren sie so stolz auf sich selbst – das zu sehen, war großartig. Der Weg war nicht immer leicht, aber wir haben Vertrauen aufgebaut. Solche Momente zeigen mir, warum ich diesen Beruf mache.“
Chancen nutzen und wachsen: Studium zwischen kompakter Campus-Uni und einer lebenswerten Stadt
Warum die Ehemalige sich für die Uni Paderborn entschieden hat? „Ich wollte in NRW bleiben und mochte die Atmosphäre einer mittelgroßen Campus-Uni. Alles ist gut zu Fuß erreichbar, und die Stadt bietet viel, was ich zum Leben brauche.“ Rückblickend erinnert sie sich besonders gern an die intensive Campuszeit: „Am Anfang wollte ich kompakte Stundenpläne ohne Pausen – später habe ich gemerkt, wie schön es ist, Lücken zu haben und die Uni wirklich zu entdecken.“
Herausfordernd war für sie eigentlich nur das Nachholen des Latinums – „drei Semester, plus ein finaler Crash-Kurs“. Ansonsten hat sie das Studium sehr genossen. Studienverlaufspläne gaben Struktur, doch mit der Zeit lernte sie, wie viel man sich wirklich zumuten kann und wo man Schwerpunkte setzt. Rückblickend wünscht sie sich, noch mehr Zeit auf dem Campus verbracht zu haben: „Ich bin anfangs viel gependelt und habe erst im zweiten Studium gemerkt, wie viel man auf dem Campus mitnehmen kann. Die Mitarbeit im AStA-Stadtcampus und das Kennenlernen von Studierenden anderer Fachrichtungen waren unglaublich bereichernd.“
Alumna-Engagement: Erfahrungen weitergeben – für die Sekundarstufe 1 begeistern
Magdalena Reith steht weiterhin im Austausch mit ihrer Alma Mater: Sie wirbt in Uni-Seminaren für den Berufseinstieg als Sonderpädagogik-Lehrerin in die Sekundarstufe I und berichtet über ihre Praxiserfahrungen. Ihr Rat an Studierende: „Früh vernetzen, Fragen stellen, Praxisphasen nutzen und den eigenen Weg reflektieren.“ Geschwindigkeit sei dabei nicht alles: „Mein zweites Studium hat mir auch die Möglichkeit gegeben, mich als Mensch weiterzuentwickeln – und das ist im Schulalltag oft ein großer Vorteil.“
Auch ihr Referendariat während der Corona-Zeit betrachtet sie rückblickend als wertvolle Erfahrung. Studierenden empfiehlt sie, dem Druck mit vorausschauender Planung und strukturierter Arbeitsweise zu begegnen: „Nur Angst sollte man nicht haben. Am Ende geht es darum, das Gelernte praktisch umzusetzen – und endlich das zu tun, worauf man im Studium hingearbeitet hat: wirklich zu unterrichten.“
Studium als Fundament, Flexibilität und Weiterbildung im Schulalltag
Auch wenn das Studium vor allem Theorie und Fachwissen vermittelt, bleibt es ein wichtiges Fundament: „Meine Unterlagen verstauben nicht – ich schaue immer wieder punktuell etwas nach. Wichtig ist, flexibel zu bleiben und sich auf neue Situationen einzustellen. Schule verändert sich – gerade in Zeiten von KI.“ Das stellt die Alumna auch selbst unter Beweis: Aktuell absolviert sie eine Fortbildung für den dritten sonderpädagogischen Förderbedarf „Sprache“, der während ihres Studiums an der Universität Paderborn noch nicht angeboten wurde.
Ihre Tipps für aktuelle Lehramtsstudierende:
- Frühzeitig vernetzen, Zeit auf dem Campus verbringen und Kontakte knüpfen sowie Randzeiten für spannende Veranstaltungen nutzen
- Die eigene Lehrer*innenpersönlichkeit entwickeln, Schwerpunkte setzen und persönliche Interessen im Studium vertiefen – als Motivation und Grundlage für den späteren Beruf.
- Praxisphasen aktiv nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und Fragen aus der Schulpraxis mit an die Uni zu bringen.
- Durch gezielte Nebenjobs, etwa in der Schulbegleitung oder in der Offenen Ganztagsschule (OGS), wertvolle Einblicke in den Schulalltag gewinnen und Gelerntes praktisch erproben.
- Der Herausforderung Referendariat mit vorausschauender Zeiteinteilung und einer strukturierten Arbeitsweise begegnen.
Das Interview wurde im Oktober 2025 geführt.
Noch Fragen? Mehr Informationen zum Studien- und Beratungsangebot:
- Alle Infos rund um das Lehramtsstudium an der Uni Paderborn gib es bei der PLAZ – Professional School of Education.
- Hier finden Sie das vollständige Studienangebot der UPB.
- Fragen zum Studium? Die Zentrale Studienberatung berät Studieninteressierte und Studierende.