Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Perspektivenwechsel. Bildinformationen anzeigen

Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

Intersexualität/Intergeschlechtlichkeit

Als intersexuell oder auch intergeschlechtlich – früher wurden häufig die Bezeichnungen Hermaphrodit oder Zwitter verwendet – wird eine Person bezeichnet, deren sexuelle Identität aufgrund von uneindeutigen resp. mehrdeutigen, d.h. männliche wie weibliche Bestandteile aufweisenden Geschlechtsmerkmalen nicht in das zweigeschlechtliche Muster passt (vgl. Holzleithner 2002: 189). Intersexualität kann medizinisch gesehen in unterschiedlichen Formen vorliegen: So kann die fehlende Übereinstimmung sich auf Ebene der äußeren (bspw. Penis, Vulva) mit den chromosomalen Geschlechtsmerkmalen, des gonadalen Geschlechts, d.h. der Keimdrüsen (Eierstöcke oder Hoden), oder auch des hormonellen Geschlechts befinden. Da das deutsche Recht bis 2013 nur zwei Geschlechter kannte und die Eindeutigkeit von Geschlechtsidentität vorsah, wurden im Falle zweigeschlechtlicher Genitalien von Neugeborenen lange Zeit häufig direkt nach der Geburt noch geschlechtszuweisende Operationen vorgenommen, bei denen das vermeintlich ‚wahre‘ Geschlecht des Kindes festgelegt wurde. (Vgl. ebd.: 190) Diese operativen Eingriffe, häufig durch Hormonzugaben mit dem Ziel unterstützt, kulturellen Männlichkeits- und Weiblichkeitsidealen zu entsprechen, führ(t)en oftmals nicht nur zu Vernarbungen und Empfindungsstörungen, sondern riefen nicht selten schwerwiegende psychische Probleme bei den Betroffenen hervor (vgl. ebd.). Der Deutsche Ethikrat hat daher am 23. Februar 2012 im Auftrag der Bundesregierung eine Stellungnahme zur Situation intersexueller Menschen in Deutschland veröffentlicht, in der entsprechend irreversible medizinische Maßnahmen zur Geschlechtszuweisung als „Eingriff[e] in das Recht auf körperliche Unversehrtheit, [die] Wahrung der geschlechtlichen und sexuellen Identität und das Recht auf eine offene Zukunft und oft auch […] auf Fortpflanzungsfreiheit“ (Deutscher Ethikrat 2012: 174) und damit als diskriminierend gewertet werden. Aufgrund anhaltender Kritik u. a. vom Deutschen Ethikrat am Personenstandsgesetz in seiner damaligen Form, in der grundsätzlich eine Eintragung des Geschlechts als weiblich und männlich im Personenstandsregister erfolgen musste, hat es im November 2013 eine Änderung gegeben: Seither ist es möglich, bei uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen auf diese Angabe zu verzichten. Insgesamt erweist es sich jedoch als schwierig, verlässliche Aussagen über die Verbreitung von Intersexualität zu treffen - dies u.a. aus dem Grunde, dass Intersexualität zu verschiedenen Zeitpunkten offenbar werden kann. Ferner berichten Personen häufig, dass ihnen ihre Intersexualität verheimlicht wurde und gehen damit auch nicht grundsätzlich an die Öffentlichkeit (vgl. Wilmers 2014: 18) . Laut Wilmers (2014) lassen sich allerdings schätzungsweise bei jedem 1.000. bis 2.000. Neugeborenen Hinweise auf Intersexualität finden (vgl. ebd.).

 

Literatur:

Deutscher Ethikrat: Intersexualität. Stellungnahme vom 23. Februar 2012. URL: http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/stellungnahme-intersexualitaet.pdf (letzter Zugriff: 08.03.2015).

Holzleithner, Elisabeth (2002): Intersexualität. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 189f.

Wilmers, Nicola (2014): Leben zwischen den Geschlechtern. Hinweise zum schulischen Umgang mit einer besonderen Situation. In: Lernchancen 101/2014, S. 17-21. 

Weiterführend:

Morgan, Clara: Mein intersexuelles Kind. weiblich männlich fließend. Berlin: Transit 2013.

Gleichstellungsbeauftragte

Dipl. Päd. Irmgard Pilgrim
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität Paderborn

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Raum: E2.103
Tel.: 05251/603724
E-Mail: irmgard.pilgrim(at)upb(dot)de 

Webseiten der Gleichstellungsbeauftragten

Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies

Dr. Claudia Mahs
Geschäftsführerin des Zentrums für Geschlechterstudien/Gender Studies

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Raum: H5.206
Telefon: 05251/60-2730
E-Mail: claudia.mahs(at)upb(dot)de

Webseiten des ZG

Frauen gestalten die Informationsgesellschaft

Dr. Stephanie Forge
Projektleitung

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Raum: P1.6.09.1
Telefon: 05251/60-3003
E-Mail: stephanie.forge(at)uni-paderborn(dot)de

Webseiten des Projekts

Die Universität der Informationsgesellschaft