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Die Evolution von komplexen Textmustern

Foto: Simon Atzbach | www.augwerk.de unter Verwendung einer Grafik der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Susanne Haaf) sowie eines Digitalisats der Bayerischen Staatsbibiothek (Allgemeine Zeitung vom 01.01.1875)

Die Evolution von komplexen Textmustern

Foto: Simon Atzbach | www.augwerk.de unter Verwendung eines Digitalisats des Deutschen Textarchivs (http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/egger_vater_1895/?hl=Egger;p=223)

Die Evolution von komplexen Textmustern: Entwicklung und Anwendung eines korpuslinguistischen Analyseverfahrens zur Erfassung der Mehrdimensionalität des Textmusterwandels

Die Erfahrung, dass Kommunikationsformen und Textsorten sich wandeln, ist heute allgegenwärtig: Kaum jemand schreibt heute noch einen Privatbrief und nutzt die über Jahrhunderte tradierten Briefmuster, stattdessen erlauben uns unterschiedliche soziale Medien, unsere Lebenswelten mit unterschiedlichen Gruppen im privaten, halböffentlichen oder öffentlichen Raum zu teilen – mit gravierenden Auswirkungen auf die interpersonelle Kommunikation. Auch das Textsortenspektrum der öffentlichen, politischen, werblichen und selbst der religiösen Kommunikation wird erheblich umgestaltet. 

Da Textmuster mit der Entstehung und Entwicklung kommunikativer Aufgaben verbunden sind und sich für letztere konventionelle Lösungen mit entsprechenden sprachlichen Formen etablieren, liegt es nahe, grundsätzlich nach der Veränderung kommunikativer Aufgaben zu fragen. Diese sind sehr vielfältig und umfassen etwa die Wissensvermittlung, die politische Positionierung, die religiöse Ausrichtung oder die Herstellung sozialer Identität. Die Faktoren, die in Wechselwirkung mit der Entwicklung von Textmustern stehen, sind beispielsweise die Nutzung neuer Medien oder Codes sowie die Herausbildung neuer sozialer Stile oder neuer wissenschaftlicher Paradigmen.

Im Projekt soll die Entwicklung von zwei Textgruppen, der Erbauungsliteratur und der Pressetextsorten, im diachronen Längsschnitt gezeigt werden. Im Besonderen wird die Entwicklung von erbaulichen Textsorten im Zeitraum von 1650 bis 1800 und der Pressetextsorten im 19. und 20. Jahrhundert betrachtet. Grundlage bilden zwei Korpora, die das Deutsche Textarchiv (DTA) ergänzen werden (s. Korpora). Methodisch werden die Stärken der automatischen Textanalyse, einschließlich der entsprechenden korpuslinguistischen Tools, mit denen der manuellen Annotation und qualitativen Interpretation statistischer Ergebnisse verbunden und ein Standardworkflow für die historische Textsortenanalyse aufgebaut (s. quantitative und qualitative Methoden). Damit sollen einerseits Textsortenmerkmale und deren musterhafte Kombinationen ermittelt werden, andererseits soll ein erheblich erweitertes Beschreibungsvokabular für den Textmusterwandel auf der Basis komplexer Textsorten gewonnen werden und so eine genaue Einschätzung der die Textmuster prägenden Faktoren möglich werden.

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