Schüler-Work­shop „Games En­gin­eer­ing“ – Start in ein In­form­atik-Stu­di­um?

Am 16. und 17. Juli veranstaltete die Fachgruppe Computergrafik, Visualisierung und Bildverarbeitung um Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger einen Schüler-Workshop zum Thema „Games Engineering“. Dabei entwickelten Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 des Gymnasiums Delbrück ein Autorennspiel am Computer. Um die Autos, Straßen oder Häuser für den Computer zu erstellen und zu verändern oder ihre Autos entlang der Straßen auf dem Bildschirm zu bewegen, verwendeten sie dabei anstelle fertiger Spielesoftware nichts anderes als die ihnen längst bekannte Schulmathematik.

„Computerspiele sind eine der sinnvollsten Anwendungen der Schulmathematik der 11. Klasse“, findet Prof. Domik-Kienegger. Denn: Auch wenn die Ergebnisse nach belebten Städten, Menschen und realistischen Landschaften aussehen, werden virtuelle Welten und die Dynamik in virtuellen Welten durch Punkte und Dreiecke, Vektor- und Matrizenrechnung erzeugt. Hinter den realistisch anmutenden grafischen Welten der Computerspiele steckt ausschließlich in Computerprogramme eingebettete Mathematik.

Durch die Kürze der Entwicklungszeit über zwei halbe Tage des Schülerworkshops wirken die Autorennspiele zwar nicht so realistisch wie bei TrackMania, einem bekannten Online-Computerspiel. Trotzdem konnte jeder Teilnehmer aus ein paar Zahlentripel bereits eigene Formen, zum Beispiel eine Kühlerfigur für das Auto, entwerfen.

Viele Schülerinnen und Schüler sind mit Computer und Computerspielen vertraut und können sich einen Beruf in der Spieleindustrie gut vorstellen. Aber was muss man können, um in der Spieleindustrie gefragt zu sein? Eine spezielle Software spielt hier eine besonders große Rolle: Als Spieleentwicklungsumgebung wird „Game Engine“ genutzt. Mit ihr können Entwickler den Spieleverlauf steuern und die visuelle Darstellung bestimmen.

Game Engines sind sehr komplexe und sehr große, in Schichten strukturierte Software-Systeme, die eine bedeutende Herausforderung der Informatik darstellen. So spiegeln sich alle Vorlesungen der ersten vier Semester des Informatikstudiums an der Komplexität dieser Software wider. Im weiteren Informatikstudium können sich Studierende dann noch gezielter auf die Spieleentwicklung vorbereiten: Das notwendige Wissen kann man sich unter anderem durch die freie Wahl der Fächer im 5. und 6. Semester sowie im Studium Generale aneignen, aber auch durch die freie Wahl des Nebenfaches.

Wer Interesse hat, Informatik zu studieren, oder dies bereits tut und sein Wissen besonders im Bereich „Games Engineering“ vertiefen möchte findet hier einen „roten Faden“ durch das Informatikstudium: http://www.cs.uni-paderborn.de/fachgebiete/ag-domik/lehre/games-engineering.html

Foto (Thomas Thissen): Schüler aus dem Gymnasium Delbrück (am Tisch, v. l.) Teresa Göstenmeier, Marvin Düsterhus und Cedric Richter gemeinsam mit (hintere Reihe, v. l.) Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger, Dipl.-Inf. Stephan Arens, Dr. Hauke Friedrich und
Foto (Thomas Thissen): Schüler aus dem Gymnasium Delbrück (am Tisch, v. l.) Teresa Göstenmeier, Marvin Düsterhus und Cedric Richter gemeinsam mit (hintere Reihe, v. l.) Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger, Dipl.-Inf. Stephan Arens, Dr. Hauke Friedrich und Peter Stilow