Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Bildinformationen anzeigen

Konzept & FAQ

Über uns

Das Kompetenzzentrum Schreiben existiert seit April 2008. Es wird seit Oktober 2011 aus dem Bund-Länder-Programm "Qualitätspakt Lehre" und aus Kompensationsmitteln finanziert. Von 2008 bis September 2011 wurde es aus Studienbeitragsmitteln finanziert.

Schlüsselkompetenz Schreiben

Wissenschaftliche Texte zu verfassen ist in unserem Verständnis ein Handwerk, das erlernbar ist. In diesem Sinne unterstützen wir Studierende auf der Grundlage der prozessorientierten Schreibdidaktik beim Anfertigen ihrer Studienarbeiten und fördern eine schreibintensive Lehre.

Schreiben ist dabei zum einen eine Form der Kommunikation. Wir schreiben, um unsere Gedanken und unser Wissen anderen verständlich und strukturiert mitzuteilen. Neben dieser kommunikativen Funktion ist Schreiben aber auch ein zentrales Instrument des Denkens, des Lernens und der Selbstorganisation. Als solches dient es dazu, eigene Gedanken zu entwickeln und sie schreibbar zu machen. Ebenso unterstützt das Schreiben die Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu reflektieren, die einzelnen Arbeitsschritte handhabbar zu machen und die schriftlichen Arbeiten in der vorgesehenen Zeit zu bewältigen.Die Fähigkeit, klar strukturierte und verständliche Texte zu verfassen, ist eine Schlüsselkompetenz, die nach dem Studium in nahezu allen Berufen vorausgesetzt wird. In den geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufen gehört Schreiben zum täglichen Brot. Doch auch Ingenieur_innen und Techniker_innen verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit damit, Texte zu verfassen. Deshalb ist es wichtig, während des Studiums ein breites Repertoire an Schreibtechniken zu entwickeln, das auch für Schreibanforderungen im Beruf flexibel eingesetzt werden kann.

Wissenschaftliches Schreiben zu fördern, ist in diesem Sinne ein Kernelement eines exzellenten Studiums und unterstützt die im Bologna-Prozess geforderte Ausbildung von Schlüsselkompetenzen.

Unser Ansatz: Heterogenität wertschätzen

Wissenschaftliches Schreiben zu lernen ist Teil der akademischen Ausbildung. In diesem Sinne richten sich unsere Angebote an alle Studierenden, unabhängig von ihrem Leistungsniveau. Auf die heterogenen Anliegen und Bedürfnisse der Studierenden reagieren wir mit differenzierten Angeboten von der Schreibdiagnose über individuelle Beratung bis zu fachspezifischen und fachübergreifenden Workshops für jede Studienphase.

Schreiben bedeutet dabei sehr viel mehr als nur Aufschreiben. Zum Schreibprozess gehört neben dem Verfassen eines Textes eine Vielzahl weiterer Teilschritte von der Themenfindung über das Strukturieren bis zur Textüberarbeitung. Diese Teilschritte des wissenschaftlichen Arbeitens machen wir transparent und vermitteln zu jedem Schritt konkrete, praxisorientierte Handwerkstechniken. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich auf diese Weise viele Probleme im Schreibprozess, die sich als unüberwindbare Hindernisse auftürmen, auf ein normales Maß zurückführen lassen und dadurch handhabbar werden.

Bei allen Angeboten berücksichtigen wir unterschiedliche Konventionen wissenschaftlicher Textproduktion, indem wir in fachspezifischen und fachübergreifenden Angeboten das Bewusstsein für die Unterschiede wissenschaftlicher Normen und Gepflogenheiten der verschiedenen Fachkulturen fördern.

Schreiben bleibt dennoch immer eine individuelle Angelegenheit. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, mit eigenen, auch völlig unkonventionellen Strategien zum Ziel zu gelangen. Deshalb ist unser Ziel, bei allen Angeboten einen bewertungsfreien Raum zu schaffen, in dem Studierende ihr Arbeits- und Schreibverhalten reflektieren, verschiedene Methoden und Übungen zu den Teilschritten einer wissenschaftlichen Arbeit erproben und hieraus ihre individuell passenden Strategien entwickeln können. Dabei spielt auch Austausch mit anderen Studierenden eine zentrale Rolle, der beispielsweise durch selbstorganisierte Schreibgruppen intensiviert werden kann.

 

 

FAQs

Wer Abitur hat, muss auch wissen, wie man eine Hausarbeit schreibt!

Wir fassen die Entwicklung von Schreibkompetenz als einen kontinuierlichen Prozess auf, der mit dem Abitur keinesfalls abgeschlossen ist. Unser Hauptanliegen ist, Studierenden zu vermitteln, wie man den Arbeits- und Schreibprozess bei der akademischen Textproduktion steuern kann. Wenn Studierende Defizite in der deutschen Rechtschreibung und Grammatik haben, verweisen wir sie an das Zentrum für Rechtschreibkompetenz.

Uns hat früher auch niemand beim Schreiben geholfen!

Das ist schade. Schön, dass Sie trotzdem Ihren Weg gehen konnten! Wir verstehen unsere Angebote als konstitutiven Teil der akademischen Ausbildung sowie als Förderung des Erwerbs von Schlüsselkompetenzen. Eine reflektierte schriftsprachliche Ausdrucksfähigkeit eröffnet Chancen nicht nur im Studium, sondern wird in jedem akademischen Beruf vorausgesetzt.

Heutzutage muss man Studierende aber auch wirklich am Händchen nehmen und führen!

Durch die Bologna-Reform hat sich einiges geändert. War es vorher noch möglich, durch Fehler zu lernen, gehen nach der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse oft alle Leistungen von Studienbeginn an in die Abschlussnote ein. Es ist deshalb ein Akt der Fairness, den Studierenden Unterstützung zu bieten, damit sie entsprechende Leistungen erbringen können.

Die Angebote richten sich doch vor allem an schwache Studierende, die ihr Studium nicht allein bewältigen!

Unsere Kurse werden sowohl von leistungsstarken Studierenden belegt als auch von solchen, die Unterstützungsbedarf haben. Unser Ziel ist, dass Studierende ihr kognitives Potenzial voll ausschöpfen können. Bei begabten Studierenden geht es um die Ausbildung zu exzellenten angehenden Wissenschaftler_innen, bei schwächeren Studierenden leisten wir einen Beitrag, dass sie ihr Studium in angemessener Zeit bewältigen können.

Schreibblockaden haben doch nur Menschen, die kognitive Defizite haben!

Leider erleben auch Schreibexpert_innen immer wieder Phasen der Stagnation und Selbstzweifel. Stockungen im Schreibprozess treten auch und besonders bei Personen auf, die sehr hohe Ansprüche an sich und an den entstehenden Text haben. Wir bieten Möglichkeiten zur Analyse von Schreibschwierigkeiten und geben Anregungen, wie Schreibende wieder in eine Produktivität hineinfinden können.

Was machen Sie in Ihren Kursen ganz konkret?

Unsere Workshops sind in der Regel an der Produktion eines konkreten Textes orientiert. Teilnahmevoraussetzung ist, dass die Angemeldeten ein konkretes eigenes Schreibvorhaben verfolgen. Zu unseren Kursinhalten gehören Techniken zum Generieren und Strukturieren von Ideen, zur Themenklärung und Entwicklung einer Fragestellung, Übungen zum Lesen und Exzerpieren von Fachtexten sowie Methoden der Textanalyse einschließlich Textfeedback. Darüber hinaus geben wir Informationen zu den Teilprozessen wissenschaftlicher Textproduktion sowie zum Zeitmanagement.

Eine Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten im ersten Semester muss doch genügen!

Im Verlauf eines Studiums nimmt die Vielschichtigkeit der geforderten schriftlichen Arbeiten zu. Von der ersten Hausarbeit über eine größere Hausarbeit oder die Bachelorarbeit bis zur Master- oder Examensarbeit steigen die Anforderungen kontinuierlich. Wir streben an, dass Studierende ihre Schreibkompetenz sukzessive ausbauen und vertiefen können. Deshalb bieten wir Workshops für jede Studienphase an, abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen der Fächer und Genres sowie auf die Bedürfnisse der Studierenden.

Die Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten können doch studentische Tutor/innen übernehmen.

Tutor_innen können eine wichtige Säule bei der Vermittlung von Schreibkompetenz darstellen. Dies setzt aber voraus, dass sie angemessen ausgebildet werden. Durch eine enge Kooperation mit dem „TutorInnen-Programm Kulturwissenschaften“ vermitteln wir schreibdidaktische Methoden, die auf die Anforderungen in Tutorien zugeschnitten sind. Dadurch erzielen wir einen Multiplikationseffekt unserer Inhalte und Methoden.

Aber eine Examensarbeit müssen Studierende doch ohne Hilfestellung schreiben!

Unser Anliegen ist es, die Fähigkeit der Studierender zu fördern, ihre Arbeits- und Schreibprozesse sinnvoll zu planen und zu gestalten. Deshalb bieten wir auch keine Patentrezepte und Lösungen an, sondern vermitteln Techniken, mit denen Studierende ihre Schreibstrategien reflektieren und weiterentwickeln können. Wir regen das kritische Denken an und fördern die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen.

Nur Lehrende eines Faches können beim wissenschaftlichen Schreiben kompetent beraten.

Mit unseren Angeboten entlasten wir Lehrende, indem wir Hilfestellungen in Bezug auf den Schreibprozess geben. Zu inhaltlichen und fachbezogenen Fragen und Konventionen geben wir keine Auskünfte, sondern verweisen an die Betreuer_innen im Fach.

„Ich will irgendwas über Inklusion schreiben.“ - Kennen Sie solche Sprechstundengespräche?

Wir unterstützen Studierende dabei, sich auf Treffen mit ihren Betreuungspersonen vorzubereiten. Hilfreich, um eine Gesprächsgrundlage für die Sprechstunde zu schaffen, ist z.B. eine Übung zur Themenklärung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Fragestellung. Wir verfügen über eine Bandbreite von Methoden, die geeignet sind, Ideen und Gedanken zu klären und den Arbeitsprozess gezielt zu planen.

Schreiben kann nicht losgelöst von Fachinhalten gelehrt werden!

Dieser Aussage stimmen wir zu. Deshalb bieten wir für Lehrende jährlich die Weiterbildung „SCHREIBEN LEHREN“ sowie Lehrberatungen und fachspezifische Fortbildungen an (z.B. „Schreiben lehren in Naturwissenschaft und Technik“, „Prozessorientierte Schreibdidaktik und schreibintensive Lehre für Lehrende der Germanistik“). Ziel ist, dass Lehrende ihre Fachinhalte mit schreibdidaktischen Methoden verschränken können. Zugleich profitieren Schreibende aber auch von fachübergreifenden Workshops, da diese ihr Bewusstsein für das Spezifische ihrer Disziplin schärfen.

Gute Wissenschaftler_innen können auch gut schreiben.

Die Komplexität des wissenschaftlichen Schreibens resultiert aus der Fülle und Uneinheitlichkeit der Informationen, die verarbeitet und in einem Text integriert werden müssen. Da das Schreiben einer Dissertation ausgereiftere Problemlösungs- und Schreibstrategien als das Schreiben im Studium erfordert, bieten wir Workshops für den Beginn der Promotionsphase (Schreiben von Exposés) und für den Schreibprozess der Dissertation an. Unsere Angebote leisten einen wesentlichen Beitrag zur Forschungsförderung an der Universität Paderborn.

Wozu braucht die Universität Paderborn eigentlich ein eigenes Schreibzentrum?

Noch nicht alle Universitäten in Deutschland verfügen über Einrichtungen, die das wissenschaftliche Schreiben vorantreiben. Das Kompetenzzentrum Scheiben leistet einen Beitrag, die Universität überregional interessant zu machen, nicht nur für Studierende, sondern auch für Promovierende und Lehrende. Unser Angebot ist konkurrenzfähig in den Bereichen der schreibdidaktischen Fort- und Weiterbildung, der studentischen Schreibberatung sowie in der Entwicklung fachspezifischer und fachübergreifender Angebote.

Die Texte von Student_innen werden immer schlechter!

Die Klage über eine mangelnde Qualität studentischer Texte ist so alt wie das akademische Schreiben selbst. Eine Abnahme der Schreibkompetenz Studierender wurde bislang nicht empirisch nachgewiesen. Wir erleben, dass es oft mangelndes Wissen über Schreibprozesse ist, das zu unausgereiften Texten führt. Beispielsweise wissen viele Studierende nicht, dass Texte nicht nur sprachlich, sondern auch strukturell überarbeitet werden müssen. Andererseits sind in den letzten Jahrzehnten die Anforderungen an schriftliche Arbeiten kontinuierlich gestiegen. Dieser steigenden Komplexität muss Rechnung getragen werden.

Ist so eine Schreibpädagogik nicht ein Verrat an humanistischen Bildungsidealen?

Ganz im Gegenteil! Wir unterstützen hochschuldidaktische Ansätze, die das forschende Lernen und Schreiben befördern. Darüber hinaus greifen wir Impulse aus dem angloamerikanischen Bereich auf. Von deren Konzepten kann man lernen, wie man das Interesse von Lesenden weckt und Texte adressatengerecht strukturiert.

Was hat eigentlich die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften vom Schreibzentrum?

Viele Studierende der Fakultät werden während der Bachelor-Arbeit intensiv betreut. Dennoch ist aufgrund der hohen Studierendenzahlen oft eine explizite Begleitung des Schreibprozesses nicht zu leisten. Da die Bachelor-Arbeit für Studierende der Wirtschaftsfakultät oft die erste schriftliche Arbeit dieser Art ist, führen wir regelmäßig Workshops speziell für Bachelor-Arbeiten in den Wirtschaftswissenschaften durch, in denen der geringen Schreiberfahrung der Studierenden Rechnung getragen wird. Die 2010 erstmalig durchgeführte Fortbildung „Betreuung von Bachelor-Arbeiten in den Wirtschaftswissenschaften“ kann bei Bedarf erneut angeboten werden.

Was haben eigentlich Angehörige der Fakultäten NW, MB oder EIM vom Schreibzentrum?

In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Kurse für Arbeitsgemeinschaften der Fakultäten EIM und MB durchgeführt, in denen das Schreiben im technischen Kontext thematisiert wurde. Die Fortbildung „Schreiben in Naturwissenschaft und Technik“ wurde im Jahr 2012 von zwölf Mitarbeiter_innen der MINT-Fakultäten absolviert. Für Studierende der MINT – Fächer findet einmal pro Semester ein  Workshop für BA- und Masterarbeiten statt.

Die Universität der Informationsgesellschaft