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Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

Transgender

Als transgender wird eine Person bezeichnet, bei der Geschlechtsidentität und äußere Erscheinung bzw. das bei Geburt zugeschriebene Geschlecht nicht übereinstimmen (vgl. Funk 2002: 391), d. h. eine Identifizierung mit einem anderen Geschlecht vorliegt. Dabei wird häufig durch Operationen oder Hormoneinnahme eine körperliche und/oder – etwa durch Namensänderung oder Kleidung – soziale Angleichung an die gefühlte Geschlechtsidentität angestrebt. Bei dem Begriff handelt sich um eine Weiterentwicklung bzw. Nachfolge des Terminus ‚Transsexualität‘, welcher – der sexologischen Typologie aus dem 19. Jahrhundert entstammend (vgl. ebd.) – eine medizinisch-pathologische Konnotation aufweist und diese damit als ‚krankhaft‘ ausweist. Während mit dem Begriff Transsexualität vor allem das biologische und körperliche Geschlecht und damit die sex-category fokussiert wird, steht bei transgender eher der soziale Charakter im Vordergrund und es wird eine Geschlechtsidentität anerkannt, die nicht aus dem biologischen Geschlecht abgeleitet wird (vgl. ebd.). Damit hat das Konzept einen starken Erkenntniswert für die Gender Studies bzw. Geschlechterforschung: So verdeutlicht die „Diskrepanz zwischen Körper und Geist”, dass es keine eindeutige Geschlechtsidentität gibt, womit eine zweigeschlechtliche, heteronormative Gesellschaftsordnung infrage gestellt wird (Rinnert 2002: 392). Insbesondere das Präfix ‚trans‘ betont dabei die Überschreitung einer zweigeschlechtlichen Ordnung, so dass alle Formen von Trans-, Mehr- und Zwischengeschlechtlichkeit unter dem Begriff subsumiert werden können (vgl. Funk 2002: 391). „Bezogen auf Geschlecht deutet trans* auf Lebensweisen hin, die nicht in einer (vermeintlich natürlichen und angeboren) Zweigeschlechtlichkeit aufgehen.“ (Kleiner/Scheunemann 2015: Absatz 2)

Die sich in dem Begriff Transsexualität ausdrückende Pathologisierung von Menschen, deren Geschlechtsidentität vom ihnen zugeschriebenen biologischen Geschlecht abweicht, zeigt, wie wirkmächtig die „heterosexuelle Matrix” (Butler 1991) und damit der Zwang ist, sich eindeutig als Frau oder Mann auszuweisen. Dies zeigt auch das bis 2011 geltende Transsexuellengesetz, demnach bis zur Änderung des Geschlechtseintrags im Personenregister erst gesundheitsgefährdende operative Eingriffe im Intimbereich sowie eine Sterilisation vorgenommen werden mussten. Diese diskriminierenden Regelungen wurden vom Bundesverfassungsgericht 2011 jedoch als verfassungswidrig eingestuft, wodurch die Möglichkeit zur individuellen Entscheidung über die eigene Geschlechtsidentität gestärkt wurde.
 

Literatur:

Butler, Judith (1991): Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Funk, Julika (2002): Transgender people. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 391.

Kleiner, Bettina/Scheunemann, Kim (2015): Trans* / Trans*Geschlechtlichkeit. In: Gender Glossar / Gender Glossary (6 Absätze). Verfügbar unter: gender-glossar.de (letzter Zugriff: 12.01.2016). 

Rinnert, Andrea (2002): Transsexualität/Transvestismus. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 391f.

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