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Gebäude aus Sicht des Innenhofs Bildinformationen anzeigen

Gebäude aus Sicht des Innenhofs

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Geschlechtersensible Sprache

Sprache ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und bestehender Machtverhältnisse: Nicht nur drücken sich letztere in Sprache aus und werden durch sie gleichermaßen gebildet wie tradiert, darüber hinaus hat Sprache selbst einen Einfluss auf die Vorstellungskraft der Mitglieder einer Gesellschaft und transportiert damit Bewusstsein: Wer denkt bei Mitarbeitern, Schülern, Studenten schon an Frauen? Früher sprach man (oder mensch?) sogar selbst bei Mitarbeiterinnen von Bankkaufmännern, lange Zeit konnte man selbst als Frau in verschiedenen Berufsfeldern nur eine Ausbildung oder ein Studium zum Kaufmann oder z. B. Volkswirt absolvieren. Diese androzentrische Prägung der deutschen Sprache wird auch als generisches Maskulinum bezeichnet. Damit ist gemeint, dass etwa bei Substantiven, Pronomen und Relativsätzen in der Regel nur die männliche Form gebraucht wird. Nicht nur muten Bezeichnungen wie „Der Mitarbeiter hat sich für heute abgemeldet – ihr Kind ist krank“, „Sie ist Student der Psychologie“ oder „Der Mitarbeiter ist schwanger“ jedoch äußerst merkwürdig an, darüber hinaus ist eine solche Sprechweise höchst diskriminierend. So wird selbst dann häufig ausschließlich in der männlichen Form gesprochen, wenn die Ansprache sich überwiegend an Mädchen oder Frauen richtet. Die Universität Leipzig hat gegen alle Widerstände daher ausschließlich weibliche Sammelbegriffe eingeführt und spricht z. B. nur noch von Professorinnen.

Aufgrund der vielfältigen Diskriminierungen, die aus der Verwendung des generischen Maskulinums resultieren, wird mittlerweile – dies ist bspw. in Gesetzgebungen zu Gleichstellungspolitiken überdies rechtlich festgehalten – vermehrt gefordert, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Viele Hochschulen und auch andere Einrichtungen haben daher bereits Leitfäden entwickelt, die aufzeigen, bei welchen sprachlichen Formulierungen diese zu berücksichtigen ist. Eine entsprechend gerechte bzw. sensible Sprache kann – neben weiteren Varianten – z. B. wie folgt umgesetzt werden.

  1. Neutrale Formulierungen: Vielfach ist es möglich, die männliche Form durch neutrale Formulierungen zu ersetzen, wie z. B. die Studierenden, die Mitarbeitenden, die Antragstellenden etc., oder statt der Person die Sache zu bezeichnen: z. B. die Teilnahmebegrenzung statt die Teilnehmerbegrenzung.
  2. Paarformulierungen: Zugleich ist es möglich, Frauen explizit anzusprechen oder sowohl Männer als auch Frauen zu adressieren: „Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer“.
  3. Großschreibung des Binnen-I`s und von ‚R‘ und ‚N‘: z. B. MitarbeiterInnen statt Mitarbeiter, jedeR statt jeder, eineN BeschäftigteN statt einen Beschäftigten. Etabliert hat sich hier auch die Trennung der weiblichen und männlichen Form durch das Slash-Zeichen: Mitarbeiter/innen, Schüler/innen.
  4. Unterstrich _ oder Sternchen *: Eine Sprache, die sich ausschließlich auf Frauen und Männer, d. h. auf eine sog. ,Kultur der Zweigeschlechtlichkeit‘ bezieht, ist immer noch diskriminierend für all diejenigen Menschen, die nicht in dieses Muter passen und keine eindeutige Geschlechtsidentität leben. Um diese Heteronormativität zu umgehen, hat es sich insbesondere in den Queer Studies und der Geschlechterforschung etabliert, den Unterstrich zu verwenden oder mit Sternchen zu schreiben: die Schüler_innen, Schüler*innen. Schweden hat darüber hinaus ein drittes Personalpronomen verabschiedet, was ‚er‘ (han) und ‚sie‘ (hon) um ‚hen‘ erweitert.

Beispiele für entsprechende Leitfäden:

Leitfaden der FU Berlin

Leitfaden der LMU München

Leitfaden der Universität Potsdam

Leitfaden der Universität Göttingen

Weiterführende Literatur:

Hornscheidt, Lann (2012): feministische w_orte. ein lern-, denk- und handlungsbuch zu sprache und diskriminierung, gender studies und feministischer linguistik. Frankfurt a. M.: Brandes und Apsel.

Gleichstellungsbeauftragte

Dipl. Päd. Irmgard Pilgrim
Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Universität Paderborn

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
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Tel.: 05251/603724
E-Mail: irmgard.pilgrim(at)upb(dot)de 

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Dr. Claudia Mahs
Geschäftsführerin des Zentrums für Geschlechterstudien/Gender Studies

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Raum: H5.206
Telefon: 05251/60-2730
E-Mail: claudia.mahs(at)upb(dot)de

Webseiten des ZG

Frauen gestalten die Informationsgesellschaft

Dipl.-Soz. Franziska Pestel
Projektleitung

Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
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Telefon: 05251/60-3003
E-Mail: Franziska.pestel(at)uni-paderborn(dot)de

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