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Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

Gender Studies/Geschlechterforschung

Die Gender Studies, wegen ihres besonders starken Fokus auf die Benachteiligungen von Mädchen wie Frauen zunächst als ,Frauenforschung‘ bezeichnet (vgl. Rendtorff 2011: 224), etablierten sich insbesondere in den 1980er Jahren (vgl. Feldmann/Schülting 2002: 143f.). Mit ihrem Fokus auf das Geschlechterverhältnis und die Berücksichtigung der Verschränkung von Geschlecht mit weiteren Kategorien wie race und class entsprachen sie dem gegenüber dem frühen Feminismus oftmals vorgebrachten Vorwurf, ausschließlich die Erfahrungen weißer Frauen der Mittelschicht zu berücksichtigen, während Differenzen zwischen den Frauen vernachlässigt würden (vgl. ebd.; Funk 2002: 155). Zentrale Analysekategorie ist daher abweichend von den Women`s Studies nicht „,die Frau‘ oder ,Weiblichkeit‘, sondern Geschlechtlichkeit” (Feldmann/Schülting 2002: 143) in einem allgemeineren Sinne. Letztere wird unter Berücksichtigung der gleichermaßen Frauen wie Männern zugeschriebenen Rollen, Funktionen und Attribute als ein soziales Konstrukt verstanden, das historisch-kulturellen Wandlungen unterliegt. Der Ausdruck ,Geschlecht‘ wird demnach „nicht (nur) als individuelle Eigenschaft oder Kennzeichnung einer Person aufgefasst, sondern als soziales Verhältnis innerhalb politisch und historisch gewachsener und veränderlicher Gesellschaftsstrukturen.” (Rendtorff 2011: 224) Dementsprechend stellte das von der Anthropologin Gayle Rubin entwickelte sex/gender-System über lange Zeit ein grundlegendes Modell der Gender Studies dar (vgl. Feldmann/Schülting 2002: 144) – Judith Butlers (1990) These, dass auch sex diskursiv konstruiert sei, wurde hingegen erst verspätet in die eigenen Arbeiten aufgenommen (vgl. Funk 2002: 156).

Zentraler Forschungsgegenstand der Gender Studies besteht entsprechend in der Analyse des hierarchischen Geschlechterverhältnisses – etwa in Bezug auf die Geschlechterdifferenz, die Geschlechtsrolle und Geschlechtsidentität – sowie dessen Manifestation in verschiedenen Gesellschaftsbereichen bzw. -feldern. Dabei werden durchaus auch Asymmetrien im Geschlechterverhältnis in verschiedenen Gesellschaftsbereichen in den Blick genommen, vorrangiges Interesse gilt aber vor allem der Frage nach der „Funktion”, „Konstitution” wie „Ausformung” von Geschlechterdifferenz (vgl. Feldmann/Schülting 2002: 143).

Zwar etablierten sich die Gender Studies in den letzten Jahren zunehmend auch als eigenes Studienfach an Hochschulen, dennoch stellen sie nicht unbedingt einen ‚weiteren‘ Forschungsansatz neben anderen dar, sondern vielmehr einen Zugang bzw. eine Perspektive resp. Haltung, die jederzeit Einfluss auf die Forschung nehmen sollte (vgl. ebd.: 143f.). Trotz einer gemeinsamen theoretischen Grundlage und vielfältiger Überschneidungen divergieren die Zugänge daher je nach Fachwissenschaft. So verfolgt die Literaturwissenschaft, die sich etwa mit Weiblichkeits- und Männlichkeitsentwürfen und ihrer narrativen Konstruktion in literarischen Texten befasst, andere Fragestellungen und hat andere Methoden, als es z. B. in der Erziehungswissenschaft und der Soziologie der Fall ist.

Je nach Perspektive werden Gender Studies und Geschlechterforschung entweder synonym gesetzt, oder letztere wird als eine für den deutschen Raum spezifische Ausrichtung verstanden (vgl. Funk 2002: 154f.), die jedoch andere Forschungsgegenstände hat und sich hinsichtlich des institutionellen Kontextes unterscheidet (zur Unterscheidung zwischen Geschlechterforschung und Gender Studies siehe Hahn 2002: 156f.). Der Terminus gender wird dabei oftmals aufgrund der Eigenständigkeit als beweglicher wahrgenommen als die deutsche Bezeichnung ,Geschlecht‘, die sowohl sex – sprich das ‚biologische‘ Geschlecht – als auch gender umfasst (vgl. ebd.: 157).
 

Literatur:

Feldmann, Doris/Schülting, Sabine (2002): Gender Studies/Gender-Forschung. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 143-145.

Funk, Julika (2002): Geschlechterforschung. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 155-156.

Hahn, Barbara (2002): Geschlechterforschung und Gender Studies. In: Metzler Lexikon Gender Studies / Geschlechterforschung. Ansätze – Personen – Grundbegriffe. Hrsg. von Knoll, Renate. Stuttgart: J. B. Metzler, S. 156f.

Rendtorff, Barbara (2011): Stichworte und Begriffe aus der Geschlechterforschung. In: Rendtorff, Barbara/Mahs, Claudia/Wecker, Verena (Hrsg.): Geschlechterforschung. Theorien, Thesen, Themen zur Einführung. Stuttgart: Kohlhammer, S. 220-233, hier S. 224f.

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