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Perspektivenwechsel.

Foto: Universität Paderborn

Feminismus

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts schlossen sich im Rahmen der europäischen bürgerlichen Revolutionen und der Antisklavereibewegung in den USA Frauenvereinigungen zusammen, die sich der sogenannten ‚Frauenfrage‘ widmeten und den Zugang zu Politik, Bildung und Erwerbsleben forderten (vgl. Thiessen 2010: 37). Ausgangspunkt von Feminismus stellt grundsätzlich die Kritik an der „Identifizierung“ (ebd.: 38) des weiblichen Subjekts als eine Gruppe dar, die den Männern nach- und damit untergeordnet ist. Das Anliegen von Feminismus ist es daher, die gesellschaftliche Position von Frauen und alle daraus resultierenden Benachteiligungen (vgl. zur „doppelten Vergesellschaftung von Frauen“ ausf. Becker–Schmidt 2010: 65) besonders im Hinblick auf stark geschlechtlich strukturierte Bereiche wie Produktion, Reproduktion und Regeneration zu verändern. Dies schließt auch die Analyse derjenigen politischen, ökonomischen und sozialen Prozesse ein, die die Unterdrückung resp. Benachteiligung von Frauen hervorgebracht haben bzw. hervorbringen. Regina Becker-Schmidt (2010) beschreibt daher das Geschlechterverhältnis als ein „Ensemble von Arrangements […], in denen Frauen und Männer durch Formen der Arbeitsteilung, soziale Abhängigkeitsverhältnisse und Austauschprozesse aufeinander bezogen sind.“ (Ebd: 69)

Im Zeitverlauf hat es Veränderungen, unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und Zielgruppen innerhalb des Feminismus gegeben: Während in den 1980er Jahren bspw. vor allem ökofeministische Positionen (Ökofeminismus) vertreten wurden, die Kategorien wie ,Natur‘ und ,Frau‘ auf ihre strukturellen Zusammenhänge hin untersuchten und damit einhergehende Ausbeutungsverhältnisse aufzeigten, wurden diese als essentialistisch und naturalisierend zu bewertenden Weiblichkeitsbilder innerhalb der feministischen Naturwissenschaftskritik und durch das zunehmende Einwirken poststrukturalistischer Konzepte ab Mitte der 1980er Jahre kritisiert (vgl. Thiessen 2010: 39f.). Es gibt daher nicht eine feministische Theorie, sondern unterschiedliche Positionen und Theorierichtungen innerhalb des Feminismus.

Dabei hat der Feminismus durchaus neue Ausschlüsse und „Hegemonien“(ebd.: 40) mit sich gebracht, die u. a. von Judith Butler (1990) kritisiert wurden: Nicht nur wurde angemerkt, dass die Kategorie ‚Frau‘ als grundlegend vorausgesetzt und Differenzen zwischen Frauen oder andere Marginalisierungen nicht thematisiert wurden, zugleich werden andere, teils mit Geschlecht interagierende Merkmale wie race, class oder ethnicity nicht berücksichtigt (vgl. ausführlicher Thiessen 2010: 40f.).

Ziel der Etablierung von Frauenbildung und -forschung an Hochschulen sowie anderen Weiterbildungseinrichtungen ist daher die Förderung des Transfers von Theorie und Praxis sowie eine Verbreitung, Ausweitung sowie Systematisierung der feministischen Theoriebildung (vgl. ebd.: 38). Sigrid Metz-Göckel (2003) bezeichnet den Feminismus daher auch als „Theorie“, die Frauenbewegung hingegen als „Praxis“ (vgl. ebd: 170ff.; zit. nach Thiessen 2010: 38).

Auch wenn aus Sicht des Feminismus durchaus Gewinne auf Ebene von Bildung, Gleichstellung, Menschenrechten und sexueller Selbstbestimmung zu verzeichnen sind, bestehen durchaus Ungleichheiten, Ausschlüsse und Diskriminierungen auf struktureller wie institutioneller Ebene weiter fort, die es zu bearbeiten gilt.
 

Literatur:

Becker-Schmidt, Regina (2010): Doppelte Vergesellschaftung von Frauen: Divergenzen und Brückenschläge zwischen Privat- und Erwerbsleben. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg.) unter Mitarbeit von Budrich, Barbara/Lenz, Ilse/Metz-Göckel, Sigrid/Müller, Ursula/Schäfer, Sabine: Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie. 3. Erweiterte und durchgesehene Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaft, S. 65-74.

Butler, Judith (1990): Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity. New York u. a.: Routledge.

Thiessen, Barbara (2010): Feminismus: Differenzen und Kontroversen. In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg.) unter Mitarbeit von Budrich, Barbara/Lenz, Ilse/Metz-Göckel, Sigrid/Müller, Ursula/Schäfer, Sabine: Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie. 3. erweiterte und durchgesehene Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaft, S. 37-44.

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