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Traditionell veranstaltet das Department Chemie im Dezember die „Weihnachtsvorlesung“. Bildinformationen anzeigen
Besinnlich geht es im Audimax eher wenig zu – dafür aber umso spektakulärer. Bildinformationen anzeigen
Thema der Weihnachtsvorlesung 2018: „Nachts sind alle Katzen grau, ohne Chemie auch tagsüber – Erhellendes zu Licht und Farbe“ Bildinformationen anzeigen
Chemie gibt es nur im Hörsaal und in Laboren? Nein: Dr. Andreas Hoischen zeigt insbesondere auch chemische Prozesse aus dem Alltag. Bildinformationen anzeigen
Das Finale: keine Weihnachtsvorlesung ohne das abschließende Feuerwerk. Bildinformationen anzeigen

Zum Jahreswechsel – die Weihnachtsvorlesung der Chemie

Traditionell veranstaltet das Department Chemie im Dezember die „Weihnachtsvorlesung“.

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Zum Jahreswechsel – die Weihnachtsvorlesung der Chemie

Besinnlich geht es im Audimax eher wenig zu – dafür aber umso spektakulärer.

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Zum Jahreswechsel – die Weihnachtsvorlesung der Chemie

Thema der Weihnachtsvorlesung 2018: „Nachts sind alle Katzen grau, ohne Chemie auch tagsüber – Erhellendes zu Licht und Farbe“

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Zum Jahreswechsel – die Weihnachtsvorlesung der Chemie

Chemie gibt es nur im Hörsaal und in Laboren? Nein: Dr. Andreas Hoischen zeigt insbesondere auch chemische Prozesse aus dem Alltag.

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

Zum Jahreswechsel – die Weihnachtsvorlesung der Chemie

Das Finale: keine Weihnachtsvorlesung ohne das abschließende Feuerwerk.

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

| Pressemitteilung

Das Verständnis mathematischer Strukturen – wie Forschung unterstützen kann

Vom 5. bis 9. März fand an der Universität Paderborn die GDMV-Tagung mit über 1.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Mathematik und Mathematikdidaktik statt. In mehr als 700 Vorträgen, Symposien und Workshops wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert. Im Interview berichtet eine der Hauptvortragenden der Tagung, Prof. Dr. Susanne Prediger vom Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts an der Technischen Universität Dortmund, von klassischen Verständnisproblemen, gutem Mathematikunterricht und gesellschaftlichen Rollenbildern.
 

Liebe Frau Prediger, die große Besonderheit der GDMV-Tagung war die Kommunikation über fachmathematische und mathematikdidaktische Forschung und Lehre. Was können die unterschiedlichen Wissenschaften voneinander lernen?

„Die Mathematikdidaktik ist aus der Fachmathematik entstanden, hat sich aber in den letzten 40 Jahren als eigenständige wissenschaftliche Disziplin etabliert. An den Hochschulen ist die Hochschuldidaktik ein wachsendes Arbeitsfeld der Didaktik, in dem Fachmathematikerinnen und -mathematiker praktisch arbeiten. Wenn wir also die Hochschuldidaktik verbessern wollen, dann machen wir das gemeinsam. Hier auf der Tagung konnten Didaktikerinnen und Didaktiker erfahren, welche neuen mathematischen Methoden und Kenntnisse es gibt. Umgekehrt konnten sich Fachmathematikerinnen und -mathematiker anhören, wie die Lernstände und Lernprozesse der Studierenden verlaufen. Inzwischen haben viele Standorte erkannt, dass es sich lohnt, sich gezielt um die Lehramtsstudierenden zu kümmern. Denn wenn man Lehrerausbildung lieblos gestaltet, schickt man schwache Lehrkräfte in die Schule und bekommt damit auch schwache und uninteressierte Schülerinnen und Schüler. Die beste Nachwuchsförderung ist also zunächst mal die Investition in die Lehrkräfte.“

Wie erforscht man denn eigentlich Mathematikunterricht?

„Wir müssen erst einmal erforschen, wie das Lernen von Mathematik überhaupt funktioniert, was beim Lernen schwierig ist und vor allem warum. Anschließend stellt sich die Frage, wie man die Lernenden dabei unterstützen kann. Dazu filmen wir zunächst zwei Schüler, nachdem wir ihnen Aufgaben gestellt haben, und beobachten, was sie da tun, und versuchen herauszufinden, wo sie Probleme haben. Dann untersuchen wir in ganzen Klassen, wie der Unterricht gestaltet werden kann. Wenn wir dazu Forschungsergebnisse haben, dann tragen wir sie auch in die Lehrerausbildung und -fortbildung. Dazu ist das Deutsche Zentrum für Lehrerbildung Mathematik eine wichtige Schnittstelle geworden.“

Fachdidaktische Entwicklungsforschung in der Mathematik – wie sieht die aus?

„Wissenschaft besteht aus Forschung und Entwicklung. Das heißt, wir entwickeln ganz konkrete Produkte wie Schulbücher oder Lernumgebungen, um Lernende zu unterstützen, damit sie besser lernen können. Diese Produkte und Methoden erforschen wir dann. Die Forschung soll dazu beitragen, spätere Lernsituationen zu verbessern.“

Was sind die klassischen Verständnisprobleme in der Mathematik der Unter-, Mittel- und Oberstufe?

„Die Probleme sind strukturell ganz ähnlich. Oft werden aber die sprachlichen Voraussetzungen unterschätzt, was dazu führt, dass wir einige Lernende abhängen. Diese Hürden gibt es sogar bis hin in die Universitäten. Aber: An jeder Stelle, an der die Mathematik einen Abstraktionsschub macht, verlieren wir Schülerinnen und Schüler. Das beginnt schon beim ersten Aufstellen einer Rechenaufgabe in der Grundschule. Ähnlich ist es bei der Einführung der Brüche. Dann kommt die Variable in den Klassen 7 und 8. Das ist dann die Stelle, an der die Nachhilfezahlen messbar in die Höhe schnellen. Und später natürlich der Übergang von der Schule in die Hochschule.“

Drei Dinge, die man als Lehrkraft tun kann.

„Zum einen muss mehr visualisiert werden – wir müssen die unsichtbaren Strukturen sichtbar machen. Visualisierungen ermöglichen es, und das ist der zweite Punkt, Denkprozesse zu kanalisieren. Und drittens lohnt es sich, die Sprache zu unterstützen und beispielweise Vokabeln an die Hand zu geben, damit die Lernenden auch Kompliziertes ausdrücken können.“

Gibt es Unterschiede beim Mathematikverständnis zwischen Frauen und Männern?

„Bei den Zehnjährigen gibt es keinen messbaren Unterschied im mathematischen Verständnis – bei den 15-Jährigen schon. In der Pubertät, der Zeit der Rollenfindung, lassen sich noch immer viele Mädchen einreden, dass sie das erstens nicht können müssen und zweitens sich nicht dafür interessieren sollten. Studien zeigen, dass es nicht an den kognitiven Grundvoraussetzungen liegt, sondern allein an gesellschaftlichen Rollenbildern und Selbstkonzepten. Die Unterschiede sind dabei nicht groß, aber da. Schule kann etwas dagegen tun und mehr Mädchen für MINT-Studiengänge gewinnen.“
 

Die Fragen stellten Johannes Pauly und Nina Reckendorf von der Stabsstelle Presse und Kommunikation der Universität Paderborn.

Die Universität der Informationsgesellschaft