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Auf wissenschaftlichen Konferenzen und Tagungen treffen sich Expertinnen und Experten, um gemeinsam über ihre Erkenntnisse zu diskutieren. Bildinformationen anzeigen
In kurzen Vorträgen werden Forschungsergebnisse präsentiert. Bildinformationen anzeigen
Selten ist das Publikum fachfremd – aber auch Interdisziplinarität bietet neue Blickwinkel auf aktuelle Forschungsfragen. Bildinformationen anzeigen
Offene Diskussionen und Austausch sind zentrale Elemente auf Tagungen, um Wissen zu teilen und Netzwerke zu bilden. Bildinformationen anzeigen
Auch Studierende, erst am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karrieren, sind auf Fachtagungen willkommen und können so Wissenschaft direkt erfahren. Bildinformationen anzeigen

Wissen teilen – Konferenzen und Tagungen an der Universität Paderborn

Auf wissenschaftlichen Konferenzen und Tagungen treffen sich Expertinnen und Experten, um gemeinsam über ihre Erkenntnisse zu diskutieren.

Foto: Universität Paderborn, Roland Mikosch

Wissen teilen – Konferenzen und Tagungen an der Universität Paderborn

In kurzen Vorträgen werden Forschungsergebnisse präsentiert.

Foto: Universität Paderborn, Eduard Zakureny

Wissen teilen – Konferenzen und Tagungen an der Universität Paderborn

Selten ist das Publikum fachfremd – aber auch Interdisziplinarität bietet neue Blickwinkel auf aktuelle Forschungsfragen.

Foto: Universität Paderborn, Eduard Zakureny

Wissen teilen – Konferenzen und Tagungen an der Universität Paderborn

Offene Diskussionen und Austausch sind zentrale Elemente auf Tagungen, um Wissen zu teilen und Netzwerke zu bilden.

Foto: Universität Paderborn, Eduard Zakureny

Wissen teilen – Konferenzen und Tagungen an der Universität Paderborn

Auch Studierende, erst am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karrieren, sind auf Fachtagungen willkommen und können so Wissenschaft direkt erfahren.

Foto: Universität Paderborn, Eduard Zakureny

| Pressemitteilung

100 Jahre Frauenwahlrecht – wo stehen wir heute?

Seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen. Grund genug, um aktuelle Entwicklungen im Bereich der Gleichstellung anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März kritisch zu hinterfragen.

Prof. Dr. Antje Langer, wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für Geschlechterstudien an der Universität Paderborn, erklärt im Interview, wo Gleichberechtigung gut funktioniert und wo sie Nachholbedarf sieht. 

 

Gerade wurde die Änderung der kanadischen Nationalhymne rechtskräftig, Österreich hat seine Hymne bereits 2012 in gendergerechte Sprache „übersetzt“. Jetzt fordert SPD-Politikerin Rose-Möhring, Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, den Text der deutschen Nationalhymne ebenfalls anzupassen: „Heimatland“ statt „Vaterland“, „couragiert mit Herz und Hand“ statt „brüderlich mit Herz und Hand“. Wie bewerten Sie das?

Langer: Ich begrüße die Thematisierung und die Diskussion darüber. Gleichwohl erwarte ich nicht, dass sich soziale und strukturelle Ungleichheiten dadurch lösen lassen.

Das Frauenwahlrecht war ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung, zumindest auf politischer Ebene. Allerdings kursieren auch heute noch konservative Frauenbilder in der Politik – 100 Jahre später. Wie kommt es dazu? Stillstand oder Rückschritt?

Langer: Das Frauenwahlrecht war sehr wichtig, da es Frauen grundsätzlich überhaupt die Möglichkeit gab, an politischen Entscheidungen teilzuhaben und sie auch als politisch handlungsfähige Personen anzuerkennen. Diese Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit wurde ihnen zuvor aberkannt. Wenn wir jetzt auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurückblicken, werden die Errungenschaften überhaupt erst wieder deutlich. Im Alltag sind diese ja wenig präsent. Dass Frauen wählen dürfen, scheint mittlerweile ebenso selbstverständlich wie Frauen als Spitzenpolitikerinnen. Wie sehr aber vermeintlich überholte Vorstellungen von Frauen und Männern auch diesen immer wieder begegnen, wird daran deutlich, dass Politikerinnen immer als Frau betrachtet und bewertet werden, bei Politikern spielt deren Mann-Sein in der Regel keine Rolle.

Ich würde weder von Stillstand noch von Rückschritt sprechen, es finden sich derzeit viele unterschiedliche Entwürfe von Männlichkeit und Weiblichkeit, die nebeneinander bestehen oder sich aneinander reiben. Emanzipierte junge Leute werden in der Regel erst wenn sie Eltern werden oder mit dem Berufseinstieg mit den Hürden, die die strukturelle Geschlechterdifferenzierung mit sich bringt, konfrontiert. Es finden zur gleichen Zeit viele Veränderungen statt, die höchst widersprüchlich und sehr komplex sind. So ändern mehr Frauen in der Politik nicht zwangsläufig etwas daran, dass es beispielsweise unter alleinerziehenden Müttern besonders viel Hartz IV-Empfängerinnen gibt oder besonders Frauen von Altersarmut bedroht sind.

Grundsätzlich: Wo besteht Nachholbedarf, wo funktioniert die Gleichberechtigung gut?

Langer: Im Bereich der Bildung haben Mädchen gleiche Zugänge wie Jungen, problematischer ist hier die soziale Ungleichheit, die aus der sozialen Herkunft resultiert. Auch gibt es ein zunehmendes Bewusstsein, dass Geschlechterfragen diskutiert werden müssen. Diese Diskussionen dürfen allerdings nicht als Konkurrenzkampf geführt werden. Es geht um strukturelle Ungleichheit. Grundsätzlichen Handlungsbedarf sehe ich in der Anerkennung von Berufen und Tätigkeiten vor allem von Frauen. Es muss über eine andere Verteilung von Arbeit nachgedacht werden und sowohl Fürsorge als auch Pflege als gesellschaftlich notwendig anerkannt werden. Das Prestige entscheidet auch darüber, ob Männer sich dafür entscheiden, sich solchen Bereichen zu widmen. Frauen in Führungspositionen geben diese Tätigkeiten häufig an Migrantinnen ab. Dadurch kommt es lediglich zu Verschiebungen. Und wieso soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur Frauen betreffen? Die Rückblicke auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zeigen doch eigentlich, dass wir da tatsächlich weiter sind.

 

Das Interview führte Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation.

Ansprechpartner

Antje Langer

Prof. Dr. Antje Langer

AG Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung

Zur Person

Die Universität der Informationsgesellschaft