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Maik Bierwirth

Kontakt: maik.bierwirth(at)mailbox(dot)org

 

Projektbeschreibung

Wiederholung, Wertung, Intertext. Strukturen literarischer Kanonisierung

Wertungen sind im kulturellen Diskurs omnipräsent. Trotzdem ist die Wertung von und in Literatur ein akademisch weithin vernachlässigtes Thema. Kanonisierung basiert auf der wiederholten Erneuerung der Relevanz eines literarischen Werkes. Indessen wird über den Kanon selbst ungleich mehr gesprochen und geschrieben, als über die Modi und Valorisierungen, die ihm zugrunde liegen. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um einen theoriebildenden, kultursemiotisch fundierten Beitrag zur literarischen Wertungsforschung. Das Interesse der Arbeit gilt der Beschreibung und Beschreibbarkeit der unübersichtlichen Relevanz-Zuteilung durch Referenzen. Dafür müssen zentrale Aspekte bisheriger Wertungs- und Kanonforschung eingehend unter die Lupe genommen und zum Teil revidiert werden. Um den Anspruch einer deskriptiven Betrachtung weiter zu schärfen und den Fokus auf kleine, subtile Wertungen zu legen, erweitert Maik Bierwirth den Begriff literarischer Wertung gegenüber der primär handlungsanalytischen Denkschule von Renate von Heydebrand und Simone Winko. Entsprechend werden in Anlehnung an den New Historicism und Julia Kristevas Verständnis von Intertextualität normative Perspektiven auf Kulturökonomie kritisiert, die nur vorgeblich als „wertneutral“ modelliert sind. Diesen wird eine Referenz- bzw. Relevanzökonomie entgegengehalten, für deren strukturelle Bestimmung Søren Kierkegaards spezifischer Wiederholungsbegriff dient. Literarische Kanonisierung wird demnach als Prozessualisierung punktueller Wertungen im Wechselspiel von Synchronie und Diachronie verstanden. Abschließend werden die entwickelten Konzepte exemplarisch auf einige Facetten in Werk und Wirkung des impressionistischen Autors und Impresarios Detlev von Liliencron angewandt und analytisch erprobt.

 

Summary

Valuations are omnipresent in the cultural discourse. Still, the analysis of these forms of valorization of (and in) literature is a widely neglected topic in the humanities. The acceptance of a literary work into a canon is based on the repeated renewal of its relevancy. But canon debates are much more established than questions of how value is attributed and which premises support canonization in the first place. This book proposes a theory of valorization based predominantly on semiotic models from cultural studies. The study investigates descriptions and ascriptions of relevance that fundamentally rely on an intertextual structure of crossreferences. The analysis, therefore, requires a critical review and revision of past studies on literary evaluation and of canon research. In contrast to action theory approaches (Renate von Heydebrand and Simone Winko), Maik Bierwirth focuses on literary valorization as constituted by small, subtle attributions of value. In advocating a descriptive approach, Bierwirth criticizes normative views on the economics of culture that maintain an allegedly neutral stance to valuative standards. Instead, he suggests an economics of references and relevancy, drawing from New Historicism, Julia Kristeva’s concept of intertextuality, and Søren Kierkegaard’s treatment of “repetition”. Literary canonization is thus regarded as a process founded on pointed value attributions plotted on synchronous and diachronous axes. A brief analytical chapter takes up Detlev von Liliencron’s literary work and its impact in order to demonstrate how the central theoretical concepts relate to a specific example of literary valorization in action.

Curriculum Vitae

02/2015-
Project Editor Philosophy im Verlag Walter de Gruyter, Berlin

06/2011-01/2015
freier Lektor/Korrektor (u.a. Wochenzeitung Jungle World, Deutsches Studentenwerk, Robert-Bosch-Stiftung, De Gruyter)

10/2009-03/2011,
01/2012-09/2013
wissenschaftlicher Mitarbeiter am germanistischen Lehrstuhl von Norbert Otto Eke in Paderborn 

05/2008-04/2011
Stipendiat am Graduiertenkolleg „Automatismen“ 

SoSe 2009
Seminar zu Gilles Deleuze/Félix Guattari (mit Renate Wieser), Universität Paderborn, fachübergreifend in Medienwissenschaft und Germanistik. 

09/2006-08/2007
Studium am Department of Germanics der University of Washington in Seattle, Abschluss: MA; Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache (Kurse 101-103).

10/1999-08/2006
Studium der Dt. Philologie, Philosophie und Engl. Philologie in Münster; Abschluss: Magister Artium; studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Detlef Kremer, 2002-2005.

Veröffentlichungs- und Vortragsliste

Monografie:

  • Wiederholung, Wertung, Intertext. Strukturen literarischer Kanonisierung, Heidelberg: Synchron 2017. (= Diskursivitäten, Bd. 21)

Herausgaben:

  • Doing Contemporary Literature. Praktiken, Wertungen, Automatismen, Paderborn: Fink 2012. (hg. mit Anja Johannsen und Mirna Zeman)
  • Ungeplante Strukturen. Tausch und Zirkulation, Paderborn: Fink 2010. (hg. mit Oliver Leistert und Renate Wieser)

Aufsätze:

  • „Context – Intertext: A prerequisite of cultural relevance and value“, in: Elisabeth Wåghäll Nivre/Beate Schirrmacher/Claudia Egerer (Hg.), (Re)Contextualizing Literary and Cultural History. The Representation of the Past in Literary and Material Culture, Stockholm: Stockholm University 2013, S. 49-62.
  • „Doing Contemporary Literature“ (mit Anja Johannsen u. Mirna Zeman), in: dies. (2012), Doing Contemporary Literature, S. 9-19.
  • „Relevanz und Referenz. Wertung durch Wiederholung am Beispiel von Thomas Meineckes Hubert-Fichte-Palimpsest in Lookalikes“, in: Bierwirth/Johannsen/ Zeman (2012), Doing Contemporary Literature, S. 87-110. (außerdem langer Textauszug daraus in: Thomas Meinecke, Ich als Text. Frankfurter Poetikvorlesungen, Berlin 2012, S. 336-349.)
  • „‚Wo kommt diese Energie her?‘ Moritz Baßler im Gespräch über synchrone Avantgarde, Kulturpoetik und Pop-Literatur (Interview Maik Bierwirth)“, in: Bierwirth/Johannsen/Zeman (2012), Doing Contemporary Literature, S. 131-149. 
  • „Detlev von Liliencron und das Verlags- und Urheberrecht von 1901“, in: Christian Meierhofer/Eric Scheufler (Hg.), Turns und Trends der Literaturwissenschaft. Literatur, Kultur und Wissenschaft zwischen Nachmärz und Jahrhundertwende im Blickfeld aktueller Theoriebildung, Zürich: germanistik.ch 2011, S. 129-146.
  • „...jenseits geplanter Prozesse. Einleitendes und Methodisches“, in: Bierwirth/ Leistert/Wieser (2010), Ungeplante Strukturen. Tausch und Zirkulation, S. 9-17.

Übersetzung aus dem Englischen

 

  • „Selbstorganisation und (Un)Koordination in Menschenmengen. Die Dynamiken von Massenpaniken“ von Anders Johansson, in: H. Bublitz/R. Marek/C.L. Steinmann/H. Winkler (Hg.), Automatismen, Paderborn: Fink 2010, S. 61-70. (mit Tobias Conradi)

 

Journalistische/feuilletonistische Veröffentlichungen:

 

  • bei 3sat DENKmal, taz NRW, taz, epd Film und im Bürgerfunk von Antenne Münster (2002-2006); seit 2014 in der Jungle World und für Titanic online.

 

Vorträge:

  • „Innovation in den Künsten - Kulturökonomie oder Regelästhetik?“, Abendvortrag am Institut für Medienforschung der HBK Braunschweig, am 20.11.2012
  • „Automatismen der Kanonisierung. Wertung und Wiederholung“, am 08.02.2012 in Paderborn (Begehung zur Verlängerung des Graduiertenkollegs Automatismen)
  • „Context – Intertext: A prerequisite of cultural relevance“ bei der Konferenz ‚(Re)Contextualizing Literary and Cultural History‘ am 02.-04.09.2010 in Stockholm
  • „Referenz und Relevanz: Zur Kanonisierung durch Wiederholung“ auf dem Workshop ‚„Doing Contemporary Literature“ – Praktiken, Wertungen und Automatismen in der Forschung zur Gegenwartsliteratur‘ am 20.-21.07.2010 in Paderborn
  • „Detlev von Liliencron und das Kartell lyrischer Autoren“ bei der Tagung ‚Turns und -Trends der Literaturwissenschaft. Literatur, Kultur und Wissenschaft zwischen 1848 und 1914 im Fokus aktueller Theoriebildung‘ am 02.-03.07.2010 in Bremen

Organisation von Tagungen:

 

  • ‚„Doing Contemporary Literature.“ Praktiken, Wertungen und Automatismen in der Forschung zur Gegenwartsliteratur‘, mit Anja Johannsen und Mirna Zeman, Paderborn, Juli 2010.
  • ‚Verteilt. Vertauscht. Verhandelt. Entstehung ungeplanter Strukturen durch Tausch und Zirkulation in Kultur und Medien‘, mit Heike Derwanz und Renate Wieser, Paderborn, April 2009.

Die Universität der Informationsgesellschaft