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Andreas Weich

Projektbeschreibung 
Selbstverdatungsmaschinen. Genealogie und Medialität des Profilierungs-Dispositivs


Ausgangspunkt des Buches ist die Beobachtung einer von Spannungen durchzogenen Konstellation rund um den Begriff des Profils und Konzepte der Profilierung, die die Frage aufwirft, warum wir uns – trotz der Ambivalenzen – profilieren und die titelgebenden Selbstverdatungsmaschinen so verbreitet und populär sind. Dieser Fragenkomplex wird durch eine genealogische Rekonstruktion dieser Konstellation als Profilierungs-Dispositiv bearbeitet.

Zur ersten Annäherung werden zunächst die verschiedenen Bedeutungen des Profil-Begriffs in historischen und aktuellen Diskursen zusammengetragen und Eingrenzungen und spezifische Fokussierungen auf ‚das Selbst‘ sowie Praktiken und Technologien der Registrierung, Erhebung, Auswertung und Einordnung, Auffindung und Authentifizierung, (Re-)Präsentation und Anpassung vorgenommen. Nach theoretischen und methodologischen Hinführungen zu einer dispositiv- und medientheoretisch basierten Mediengenealogie dienen jene Praktiken und Technologien als Raster für die genealogische Rekonstruktion. Dabei und in der anschließenden Konturierung des Profilierungs-Dispositivs als ein strategisches Ensemble zur Hervorbringung von Passungen kann gezeigt werden, welche genealogischen Linien sich in ihm schneiden und welche Rolle die Medialität des Profil-Konzepts dabei spielt.

Die Akzeptanz des Profil-Konzepts und der Praktiken der Profilierung kann vor dem Hintergrund der Genealogie zunächst darin begründet werden, dass sie auf lange genealogische Linien zurückgeführt werden können, die sie allgemein vertraut erscheinen lassen. Unter dem Begriff des Profils konvergieren diese Linien im Rahmen des Profilierungs-Dispositivs, das auf diese Weise sowohl (inter- und interspezial-)diskursiv als auch konzeptuell eine Integration und Verdichtung herstellt. Dabei reagiert es auf verschiedene Notstände. Der schieren Zahl von Individuen innerhalb gemeinsamer bzw. aneinander angeschlossener Medienkulturen und der gleichzeitigen funktionalen gesellschaftlichen Differenzierung stellt es die zentrale Strategie der Herstellung von Passungen gegenüber – sowohl im Sinne eines katalytischen Zusammenbringens jener Individuen und Elemente, die zueinander passen, als auch im Sinne einer Anpassung von Individuen an ihnen äußerliche Gegebenheiten oder andersherum. Durch die multidimensionale Repräsentation und Prozessierung von Individuen erlaubt es dabei Steuerungs- und Selbststeuerungsmechanismen, die z. B. über Kennzahlen, Kurven und Statistiken im Sinne des Link’schen Normalismus nicht möglich sind. Als Teil der Strategie reagiert es zudem auf kulturelle und technische Anonymisierungen in vernetzten computerbasierten Medien, insofern es registerbasierte oder aber ‚fluide‘ Zurechenbarkeiten herstellt. Gleichzeitig schafft es durch die zweckorientierte Ermöglichung von Automatismen flexible und selbststeuernde Orientierungs- und Relevanzstrukturen, die u. a. auf eine ‚Informationsflut‘ bzw. in Fortführung von James Beniger eine Control Crisis zweiter Ordnung reagieren, die sich aus der von ihm skizzierten Control Revolution ergibt und durch zentrale Planungen nicht mehr zu handhaben ist.

Aus medientheoretischer Perspektive integriert das Profil-Konzept zum einen das Allgemeine und das Besondere und stellt zudem eine Anschlussfähigkeit zwischen datenförmiger Prozessierbarkeit und semantischer Bedeutungsproduktion her und reagiert damit jeweils auf das Auseinanderfallen beider Sphären. Die Akzeptanz und Popularität von Selbstverdatungsmaschinen als Medien des Profilierungs-Dispositivs ist vor diesem Hintergrund verständlich, insofern sie den verdateten Selbsten u. a. zurechenbare Existenzen, Passungen und Anpassungen, Orientierungen und Bedeutungsproduktionen ermöglichen, die in der gegenwärtigen Medienkultur auf anderen Wegen nur schwer zu haben sind. Die Wirkungen, die mit der Tatsache des Profils und der Profilierung einhergehen, werden insbesondere in den Entgrenzungen der Konzepte des Labors, der Besserungsanstalt und des Büros deutlich, insofern Subjekte innerhalb des Profilierungs-Dispositivs als Test- und Wissensobjekte, mobilisierte ‚Insassen‘ und ‚PatientInnen‘ und bürokratische ‚Fälle‘ entworfen werden.


Kontakt

Andreas Weich
Dornberg 3a 
38159 Vechelde 
a.weich[at]tu-braunschweig.de
andreas-weich.de

Curriculum Vitae

Studium:

04/04 – 04/10
Magisterstudium der Medienwissenschaften, Politikwissenschaften, Technik der Medien an der HBK und TU Braunschweig


Wiss. Mitarbeiter- und Hilfskraftstellen:

10/10 – 09/11
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung eines Planspiels für die universitäre Lehre, TU Braunschweig/HBK Braunschweig

06/10 – 09/10
im Projekt-Portal TUgether, TU Braunschweig

05/10 – 09/10
bei Gastprof. Dr. Jutta Weber, TU Braunschweig

04/10 – 06/10
bei Prof. Dr. Rolf F. Nohr, HBK Braunschweig

Publikationen

2013:

  • „Wirbst du noch oder empfiehlst du schon?“ Überlegungen zu einer Transformation der Wissensproduktion von Werbung. In: ZfM Nr. 9 Werbung. S. 43-52. (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • Medienbildung und Medientheorie – Versuch eines medienwissenschaftlichen Beitrags. In: Dichtung Digital. (In Vorbereitung; gemeinsam mit Julius Othmer)

 
2012:

  • Lost in Digitalisation? Profiles as Means of Orientation in Computer Based Media. In: Eckel, Julia / Leiendecker, Bernd / Olek, Daniela / Piepiorka, Christine (Hg.): (DIS)ORIENTATION - (Dis)Orienting Media and Narrative Mazes. Amsterdam: Amsterdam University Press (in Vorbereitung). (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • ‘Plus Your World’. Profiling the Self between Analytics and Technologies of the Self. In: Noon, Derek / Giardina, Marco (Hg.): 7th Annual CGC Conference Proceedings (in Vorbereitung).
  • „Der Lehrer ist froh, weil er weiß: Du bist so und so. Selbsttechnologien in Facebook und ePortfolios.“ In: Computer und Unterricht, Vol. 22, Heft 86, S. 14-17. (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • WTF is my GearScore? Risiko und Sicherheit als datenbankgenerierte Elemente im Computerspiel. In: Stefan Böhme / Rolf F. Nohr / Serjoscha Wiemer (Hg.) (2012): Sortieren, Sammeln, Suchen, Spielen. Die Datenbank als mediale Praxis. LIT-Verlag Münster, Reihe Medien´ Welten Bd.18. S.183-208. (Gemeinsam mit Julius Othmer und Stefanie Pulst)
  • Er soll spielend sterben. Die Inszenierung der Angstkonstellation „Gewalt durch digitale Medien“ in den Filmen Tron und Tron: Legacy. In: Jörg Herrmann / Jörg Metelmann / Hans-Gerd Schwandt (Hg.): Wissen sie, was sie tun? Zur filmischen Inszenierung der Gewalt von und an Kindern und Jugendlichen, Marburg: Schüren, S. 191-211. (Gemeinsam mit Julius Othmer)


2011:

  • Matching – Popular media between securityworlds and cultures of risk. In: Ess, Charles; Hagengruber, Ruth (Hg.):  The Computational Turn: Past, Presents, Futures? Proceedings IACAP 2011. Münster: MV Wissenschaft 2011, S. 186-188. (Gemeinsam mit Julius Othmer)

 
 
Übersetzungen:

  • Nohr, Rolf F.: „Action Learning“ and „Management Games“. Trial Action and Economic Rationality. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Nohr, Rolf F. (in Vorb.): The Game is a Medium. The Game is a Message. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Nohr, Rolf F. (in Vorb.): Restart after death. Self optimizing, normalism and re-entry in computer games. In: Ouellette, Marc / Thompson, Jason: The Game Culture Reader. Cambridge: Cambridge Scholars Publishing. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Nohr, Rolf F. (in Vorb.): The Cabin as an ›Other Space‹. Medial Positionings. In: Eckel, Julia / Leiendecker, Bernd / Olek, Daniela / Piepiorka, Christine (Hg.): (DIS)ORIENTATION - (Dis)Orienting Media and Narrative Mazes. Amsterdam: Amsterdam University Press. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Nohr, Rolf F. (2010): „Strategy Computer Games and Discourses of Geopolitical Order.” In: Eludamos. Journal for Computer Game Culture, Vol 4, No 2, 181-195. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Weber, Jutta (2010): Interdisziplinarität, Gender & Diversität. Zur  Integration von Genderaspekten in die Lehre der Informatik an der Ostfalia- Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Expertise für die Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Ab S. 5/Schwerpunkt B. (Aus dem Englischen ins Deutsche)
  • Nohr, Rolf F.: “Invisible structures of fluid knowledge. Games as cultural techniques between common sense and specialized knowledge”. Vortrags-Manuskript für die Tagung Logic and Structure of the Computer Game der DIGAREC in Potsdam, 2009. (Aus dem Deutschen ins Englische)
  • Nohr, Rolf F. (2009): Free Market Economy and Dino Crisis: The Production and Circulation of Knowledge in Strategy Games. In: Fromme, Johannes / Unger, Alexander (Hg.): Computer Games and New Media Cultures. A Handbook of Digital Games Studies. Berlin: Springer Verlag, 125-142. (Aus dem Deutschen ins Englische)

 
 
Rezensionen:

  • Mirko Tobias Schäfers Bastard Culture! in der Zeitschrift für  Medienwissenschaft, 2011. (online-Ausgabe)
Vorträge und Workshops
  • 10/12 „Profile der Spekulation: Zur (Un)berechenbarkeit von Menschen.“ Vortrag auf der GFM Jahrestagung 2012 in Frankfurt am Main.
  • 05/12 „I, Profile. Von der Geschichte des Profils über Facebook zum ePortfolio.“ Vortrag bei der Ringvorlesung Medienkulturen – Medientheorien – Medienpädagogik an der Universität Flensburg.  (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • 03/12 „Risikoprofile _ Risiko Profil?“ Vortrag auf dem 25. Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquium an der Universität Erlangen. (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • 02/12 „‘Search Plus Your World’. Profiling the Self between Analytics and Technologies of the Self.“ Vortrag auf der 7th Annual CGC Conference an der University of Ottawa, Kanada
  • 11/11 "Lost in Digitalization? Profile als Orientierungsgrundlage in computerbasierten Medienkulturen", Vortrag auf der Tagung (Dis)Orientation (Bochum)
  • 11/11 Teilnehmer einer Podiumsdiskussion vor Schülerinnen, Schülern und Eltern im Gymnasium Petershagen zum Thema Social Web.
  • 10/11 "Profil|Bildung. Computerbasierte Profile als Ausgangspunkt für Reflexions- und Bildungsprozesse", Vortrag auf der Jahrestagung der GfM (Potsdam)
  • 10/11 Organisatior des Panels „Dysfunktionalität Digital Native“ auf der GfM Jahrestagung 2011, gemeinsam mit Julius Othmer
  • 07/11 “Matching – Popular media between securityworlds and cultures of risk”, Vortrag auf der International Conference on Computing and Philosophy in Aarhus, zusammen mit Julius Othmer
  • 03/11 „No Risk, No Fun. Risiko und Sicherheit als datenbankbasierte Elemente im Computerspiel.“ Vortrag auf der Abschlusstagung des Forschungsprojekts „Strategie spielen“ zusammen mit Julius Othmer
  • 02/11 Mitorganisator und Referent des medienwissenschaftlichen Symposiums „spiel_verderber“ im Rahmen der Phaenomenale 2011
  • 02/11 „A History of (Media-)Violence“. Vortrag auf dem medienwissenschaftlichen Symposium „spiel_verderber“ im Rahmen der Phaenomenale 2011 in Braunschweig.
  • 12/10 Host des Panels „Never let go. Selfcontrol and Identity.“ auf der internationalenTagung „Letting the Vampire in“ an der Ruhr-Uni-Bochum
  • 10/10 „Was ist ein Medium?“ Interaktiver Vortrag im Rahmen der Kiwi-Forschertage 2010 im Haus der Wissenschaft Braunschweig. Zusammen mit Julius Othmer und Patrick Jäkel

 

Organisation von Tagungen, Panels und Workshops
  • WS 13/14 Workshop „Kinder- und Jugendmedienwelten: ‚Generation Facebook‘ oder autonome Gestalter?“ im Rahmen der Flensburg Winter School an der Uni Flensburg. (Gemeinsam mit Julius Othmer und Martin Simonsen)
  • Workshops „Strukturen“ und „Prozesse“ im Rahmen Semesterschwerpunkts „Kulturen des Spiels“ des Graduiertenkollegs Automatismen an der Uni Paderborn, WS 2013/14. (Gemeinsam mit Marion Läser-Nather, Oliver Leistert, Christoph Neubert, Julius Othmer, Theo Röhle, Serjoscha Wiemer)
  • 08/13 KollegiatInnentagung des Graduiertenkollegs Automatismen: Planlos! Zu den Grenzen von Planbarkeit“ an der Uni Paderborn. (Gemeinsam mit Matthias Koch, Christian Köhler und Julius Othmer)
  • 07/13 Workshop „Zyklizität“. Gemeinsam mit der Forschergruppe „Moden, Trends, Hypes“ an der Uni Paderborn.
  • 01/13 Fachtagung: "Verflechtungen. Medien – Bildung – Dispositive" an der HBK und im Haus der Wissenschaft Braunschweig. (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • 10/12 Organisatior des Panels „Automatismen und Spekulation“ auf der GfM Jahrestagung 2012 in Frankfurt am Main. Zusammen mit David Kaller, Timo Kaerlein und Julius Othmer.
  • 10/11 Organisatior des Panels „Dysfunktionalität Digital Native“ auf der GfM Jahrestagung 2011 in Potsdam. Zusammen mit Julius Othmer.
  • 02/11 Organisator des medienwissenschaftlichen Symposiums „spiel_verderber“ im Rahmen der Phaenomenale 2011 in Braunschweig. Zusammen mit Julius Othmer.
  • 12/10 Host des Panels „Never let go. Selfcontrol and Identity.“ auf der internationalen Tagung „Letting the Vampire in“ an der Ruhr-Uni-Bochum.
Lehrveranstaltungen und Tutorien (Auswahl)
  • WS 12/13: Verflechtungen: Medien – Bildung – Dispositive (gemeinsam mit Julius Othmer)
  • SoSe 12: Projektseminar: Organisation einer Fachtatgung (gemeinsam mit Julius Othmer)
  • WS 11/12: Mediengeschichte des Computers (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • SoSe 11: Sicherheitsrisiko (Gemeinsam mit Julius Othmer)
  • WS 10/11: Amüsiert euch zu Tode. Medien(fan)kulturen und ihre Praktiken (Gemeinsam mit Julius Othmer und Patrick Jäkel)
  • SoSe 10: Bin ich denn eine aufgezogene Orange? Subjekttheorie und Neue|Medien|Kompetenz (Seminar und Übung, gemeinsam mit Julius Othmer, Patrick Jäkel und Denis Nösges)
  • WS 09/10: Reading Twilight (Gemeinsam mit Julius Othmer und Patrick Jäkel)
  • SoSe 09: Clash of Theories (Gemeinsam mit Julius Othmer und Patrick Jäkel)
  • SoSe 09: Surfen mit Foucault. Wissens-, Macht- und Subjekttechniken im Web 2.0
  • WS 08/09: Plenum|Medientheorie (Gemeinsam mit Julius Othmer und Patrick Jäkel)
  • WS 08/09: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
  • SoSe 08: Übung zur Einführung in die Fernsehwissenschaft (Gemeinsam mit Justus Jasenek)
Medienpräsenz
  • 09/13 Interview im Deutschlandfunk zur Tagung „Planlos! Zu den Grenzen von Planbarkeit“
  • 05/11 Interview bei Radio Okerwelle zum Thema Medienbildung / Gewalt und Neue Medien
  • 02/11 Bericht in der Braunschweiger Zeitung zum Thema Medienbildung / Gewalt und Neue Medien
Mitgliedschaften
  • Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
  • AG Medienkultur und Bildung (Gründungsmitglied) der GfM

Die Universität der Informationsgesellschaft