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Projekt INGRID

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Ontologie

Dem interdisziplinären Ansatz von INGRID entsprechend werden neben allgemeinen Informationen (Objekttyp, Akteur, Ort, Datum/Datierung, Technik, Inhalt) auch die schriftsprachlichen und bildlichen Eigenschaften des Objekts erfasst. Ebenfalls werden Art und Materialität des Anbringungsortes sowie das Verhältnis des Graffitis zur Umgebung beschrieben. Die Beschreibung zielt darauf, Eigenschaften zu erfassen, die für das Phänomen konstitutiv und in der breiten fachlichen Erschließung relevant sind. Die Bezeichnungen der Kategorien folgen der sprach- und kunstwissenschaftlichen Terminologie. Bei der Bezeichnung des Graffiti-Typs, des Buchstabenstils und der Stilelemente wird die szeneübliche Terminologie aufgegriffen. Die Oberkategorien der Liste unten finden Sie hier nochmals in einer schematischen Übersicht. Die Kriterien der Annotation sind detailliert im Annotationsmanual beschrieben. Es handelt sich um die Arbeitsversion (Stand 30.10.2019). Die Finalversion wird nach Abschluss der laufenden Korrekturen zugänglich. 

Ontologie der Datenbank (Erfassungskategorien)

Bildebene

Bei der Annotation werden vier Bildebenen unterschieden: „Foto“, „Graffiti“, „Teilgraffiti“, „Fotostrecke“. Auf der Ebene „Foto“ werden nur die Eigenschaften des Fotos (Aufnahmedatum, Aufnahmeort, Herkunft des Fotos) und alle auf dem Foto lesbaren Graffitis textlich erfasst. Auf der Ebene „Graffiti“ erfolgt die Annotation eines der auf dem Foto erkennbaren Graffitis. Dies ist die zentrale Bildebene. Bei einem mehrteiligen Graffiti, das einen sog. „Comment“ aufweist, wird dieser auf der Ebene „Teilgraffiti“ gesondert annotiert. Dazu wird in der Regel ein Bildausschnitt erzeugt. Zusammengehörende Fotos, die eine ganze Wand oder einen Raum mit mehreren Graffitis dokumentieren, werden zu einer „Fotostrecke“ zusammengefasst. Als Platzhalter für das bildliche Panorama erscheint ein rechteckiges, schwarz-weißes Symbol. Bilder verschiedener Ebenen, die in einer Eltern-Tochter-Relation zueinander stehen, sind in der Datenbank verbunden.

   
Item

Text des Graffitis, auf das sich die Annotation bezieht (kein Eintrag bei rein figürlichem Graffiti)

   
Text

Texte aller auf einem Foto erkennbaren Graffitis

   
Motiv

Bildmotiv bei figürlichem Graffiti: „Frau“, „Mann“, „Kind“, „Fantasiefigur“, „Tier“, „Pflanze“, „Kopf“, „sonstiges Motiv“ ...

   
Sprüher/Crew

Pseudonym (Szenename) des Sprühers und/oder der Crew, der/die das annotierte Graffiti angefertigt hat

   
Datierung 

Jahreszahl, die der Sprüher bzw. die Crew selbst am Graffiti angebracht hat

   
Fundort GPS

GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts des Fotos

   
Fundort Stadt

Aufnahmeort des Fotos (Stadt)

   
Fundort Straße

Aufnahmeort des Fotos (Straße, ggf. mit Hausnummer)

   
Fundort Postleitzahl 

Aufnahmeort des Fotos (Postleitzahl)

   
Technik

Technik, in der das annotierte Graffiti ausgeführt ist: „Sprühdose“, „Farbstift“, „Kreide“, „Säure“ ...

   
Trägermedium

Objekt, auf das das annotierte Graffiti aufgebracht ist: „Brücke“, „Fallrohr“, „Personenzug“, „Strom-/Verteilerkasten“, „Wand“ ...

   
Oberfläche

Art der Oberfläche: „Beton“, „Glas“, „Kunststoff“, „Metall“, „Naturstein“, „Ziegel“ ...

   
Kontext

Verhältnis des annotierten Graffitis zu anderen Graffitis in der unmittelbaren räumlichen Umgebung: „isoliert“ (allein stehend), „aggregiert“ (in einer Menge anderer Graffitis, aber ohne erkennbaren Bezug auf diese), „integriert“ (führt vorhandene Graffitis weiter, bildet mit diesen eine neue, komplexe Einheit), „umgebungsbezogen“ markiert Graffitis, die sich auf Anderes als Graffitis in deren unmittelbarem räumlichen Umfeld beziehen.

   
Typ 

Typ des annotierten Graffitis: Dies sind in der Szene geläufige Kategorien („Piece/Writing/Style“, „Tag(s)“, „Throw Up“, „Comment“, „Character“, „Stencil“, „Skizze“); Kategorien zur Erfassung weiterer Typen: „Komposition“ (mehrteiliges Graffiti ohne dominantes Element), „Ko-Konstruktion“ (Graffiti, das durch spätere Bearbeitung und spielerische Fortführung von bereits vorhandenen Graffitis durch andere Sprüher entstanden ist), „Spruch/Konzeptaufruf“ (Einzelwörter oder Sprüche).

   
Thema

thematische Zuordnung des zu beschreibenden Graffitis, z. B. Graffitikultur, Kunst, Musik, Politik ...

   
Funktion

kommunikative Funktion des annotierten Graffitis: „Beleidigen“, „Drohen“, „Grüßen“, „Widmen“ ...

   
Sprache

Einzelsprache, in der das annotierte Graffiti geschrieben ist: „de“ (Deutsch), „en“ (Englisch), „ar“ (Arabisch), „ru“ (Russisch), „tr“ (Türkisch) ... ; „Hybridbildung“ (zwei- oder mehrsprachige Form), „Regionalsprache“, „Verfremdung“ (spielerisch verfremdende Schreibweise), „unbestimmt“ (Sprachen nicht bestimmbar) ...

   
Sprachliche Konstruktion

Konstruktionstypik der annotierten Graffitis; der Kategorisierung liegen teils schematische grammatische Eigenschaften („Abkürzung/Akronym“, „finite Konstruktion“, „infinite Konstruktion“, „verblose Konstruktion“, „Pseudonym“, „Eigenname“, „Künstler-/Objektname“, „Namenauflistung“, „Text“ ...), teils funktionale Eigenschaften zugrunde („Datierungskonstruktion“, „Identitätskonstruktion“, „Lokalisierungskonstruktion“ ...). Erfasst werden zudem (szene-)spezifische lexikogrammatische Muster („to-Konstruktion“, „x-AGAINST/FOR-y-Konstruktion“, „yo-/hi-Konstruktion“ ...).

   
Enthaltene sprachliche Konstruktionen

Konstruktionstypik von Graffitis, die Einheiten innerhalb eines mehrteiligen Graffitis bilden

   
Zeichentyp

verwendete(r) Zeichentyp(en) im annotierten Graffiti: „Buchstaben“, „Interpunktionszeichen“, „symbolische Zeichen“, „Zahlzeichen“ ...

   
Direktionalität

Ausrichtung des annotierten Graffitis auf der Fläche: „horizontal“, „vertikal“, „diagonal“, „sonstige“

   
Buchstabenstil / Style

Buchstabenstil des annotierten Graffitis nach den in der Szene geläufigen Stilbezeichnungen: „Bubble Style“, „Simple Style“, „Tag Style“, „Wild Style“ ...

     
Figurenstil

Stil des Motivs: flächig, linear, modellierend

   
Stilelemente / Design

verwendetes Dekorum nach den in der Szene geläufigen Bezeichnungen: „Arrows“, „Breaks“, „Bubbles“, „Crowns“, „Drips“, „Highlights“, „Quotes“ ...

   
Farben

verwendete Farben: „Schwarz“, „Weiß“, „Silber“, „Blauton“, „Gelbton“, „Rotton“ ...

   
Einbettung / Erweiterung

Art der Graffitis, die in das annotierte Graffiti eingebettet sind oder dieses ergänzen: „Comment“, „Gruß“, „Widmung“ ...

   
Anmerkung

kulturgeschichtliche Anmerkungen der INGRID-Redaktion, die zum Verständnis des annotierten Graffitis beitragen können

   
Notiz

internes Kommentarfeld für die Bearbeiter

   
Architektur / Denkmal

bekanntes/bedeutendes Bauwerk, an dem das annotierte Graffiti angebracht ist, etwa „Kölner Dom“, „Berliner Mauer“ ...

   
Literatur

Graffiti-Literatur, in der das annotierte Graffiti besprochen wird und/oder in der es abgebildet ist

   
Bestand

Herkunft/Bestandszugehörigkeit des Fotos, z. B. Polizei Mannheim, Sammlung Kreuzer im Stadtarchiv München ...

   
Aufnahmedatum

Aufnahmedatum des Fotos

   
Bearbeitungsdatum

Datum der Erfassung/Bearbeitung in INGRID