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Foto: © Simon Atzbach | augwerk.de

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Andreas Borsch: 11. Politische Einstellung bzw. Funktionen: Jude". Zur wirklichkeitsorganisierenden Relevanz antisemitischer Topoi in Gestapo-Akten

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ist eine während des Nationalsozialismus neugeschaffene Institution, die für die Herstellung, Überwachung und Absicherung der „arischen Volksgemeinschaft“ in einem spezifischen Raum zuständig war. Zu ihrem Aufgabenbereich zählte auch die antisemitische Exklusion der als Juden bezeichneten Menschen. Für die Gestapo Trier sind ca. 3500 „Personenakten“ erhalten, in denen meistens über eine Person, in standardisierter formal-bürokratischer Form, Wissen zusammengetragen wurde.

Auf Grundlage eines Samples von 110 Personenakten möchte der Vortrag eruieren, welche Relevanz Antisemitismus in der Organisation Gestapo Trier, über die sinnfällige antisemitische Praxis des „Judenreferats“ hinaus, innehatte. Damit lenkt der Vortrag den Blick auf die behördeninterne Kommunikationsstruktur, wodurch zum einen eine Diversifizierung der relevanten Akteure impliziert ist, genannt seien hier neben dem Gestapa, dem RSHA, Gestapo-Beamten und -Angestellten aus Trier, Akteure der kommunalen Verwaltung, des Justizwesens sowie des Militärs. Zum anderen soll durch die Rekonstruktion und Analyse der dort verwendeten antisemitischen Topoi, Aussagen zu einer wirklichkeitsorganisierenden Relevanz des Antisemitismus getroffen werden können.

Das bedeutet folgenden Fragen nachzugehen: Wie wird Antisemitismus von welchem Akteur in welchem Kontext sprachlich realisiert? Wie wird diese sprachliche Realisierung von Kommunikationspartnern aufgenommen, bewertet, modifiziert? Auf welchen antisemitischen Traditionen fußen die antisemitischen Topoi? Welche Topoi können rekonstruiert werden?

Dadurch wird es auch möglich, die Arbeitsweise und Struktur der Gestapo Trier, die konstitutiv auf Kooperationen angewiesen war, auch wenn sie federführend agierte, zu konturieren. Damit einher geht, dass hinsichtlich der antisemitischen Topoi auch Aussagen zu top-down oder buttom-up-Prozessen gemacht werden können, die Ausdruck der Dynamik der Organisation Gestapo sind.