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Foto: © Simon Atzbach | augwerk.de

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Felix Berge: Hören und Sprechen im Krieg: Praktiken informeller Kommunikation in der Mehrheitsgesellschaft des Nationalsozialismus

Wie hörten und sprachen „ganz normale Deutsche“ unter den Bedingungen von Krieg und Diktatur? Wie kommunizierten Menschen jenseits, aber auch im Zusammenspiel mit den Angeboten des Nationalsozialismus aber auch der 'Feindsender' in Zeiten von Krise und Unsicherheit? Welche räumlichen Faktoren wirkten und welche Akteure traten auf?

Der Vortrag orientiert sich mit Fallbeispielen an der Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Durch Funktionen und Folgen von Kommunikation kann dabei auf Akteursebene gezeigt werden, dass soziale Praktiken die Gesellschaft konstituieren und Informationshierarchien schaffen konnten. Entgegen dominanter Interpretationen, etwa von volksgemeinschaftlichen Logiken der Inklusion und Exklusion sowie der Analyse typischer NS-Orte von Propaganda und Pogromen, sollen soziale Gruppen und Räume diskutiert werden, die bisher nicht im Fokus der Forschung standen: So etwa Fernfahrer, die Gerüchte durch Pausenräume und Verkehrswege trugen, Kinder, die vom früh morgendlichen Milchholen als erste neue Informationen mit nach Hause brachten oder Hausfrauen, die sich regelmäßig beim Schlangestehen vor Lebensmittelläden austauschten. Sie alle waren in kommunikativer Hinsicht keine bloßen Objekte. Ihr Handeln offenbart eine Deutung von Informationen im konkret besetzten lokalen Raum. Darüber hinaus soll diskutiert werden, wie das Regime nicht nur diese „Gerüchtemacherei“ seiner „Volksgenossen“ bekämpfte, sondern auch begann, sich diese Praktiken mit eigener Agenda anzueignen.