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Mit Strategie und Hands-on-Mentalität das Mathestudium erfolgreich bewältigen

Jun.-Prof. Dr. Michael Liebendörfer erforscht die Hochschuldidaktik im Fach Mathematik

Die Abbruchquoten im Fach Mathematik und in solchen Fächern, die einen hohen Bezug zur Mathematik haben, sind bisweilen relativ hoch. Das trifft insbesondere auf die Studieneingangsphase zu. Mit Lernstrategien, die zur einer deutlichen Verbesserung der Situation beitragen sollen, beschäftigt sich Jun.-Prof. Dr. Michael Liebendörfer von der Didaktik der Mathematik. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Hochschuldidaktik.

„In Fächern wie Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften und erst recht in der reinen Mathematik gehören Vorkurse inzwischen zwar zum Standard, trotzdem sind die Abbruchquoten noch vergleichsweise hoch. Ich untersuche zum einen, mit welchen Strategien die erfolgreichen Studierenden lernen, und zum anderen, was Lehrende richtigmachen, deren Veranstaltungen bei den Studierenden Anklang finden“, erklärt Jun.-Prof. Liebendörfer. Dazu analysiert der Wissenschaftler verschiedene Taktiken und deren Erfolge empirisch – gemessen in Noten und Punkten: „Als Grundlage dienen Konzepte aus der Psychologie, die wir dahingehend überprüfen, ob sie für einen Einsatz in der Hochschulmathematik taugen, und dann entsprechend anpassen. Inhaltich geht es dabei um Faktoren wie Zeit, Anstrengung, Frustrationstoleranz und Motivation.“

Instrument zur Erfassung der Lernstrategien

 Lernstrategieforschung und selbstregulierendes Lernen sind etablierte Konzepte in der Psychologie. „Dabei steht letztendlich immer die Frage im Zentrum: Wie lernen Menschen eigentlich?“, so Jun.-Prof. Liebendörfer. „Bisher gab es allerdings kein geeignetes Instrument, das die Besonderheiten der Lernstrategien im Bereich Mathematik berücksichtigt. Deshalb habe ich mit meinem Team einen Fragebogen entwickelt, der ebendiese im Fachstudium, der Lehrerbildung und den angewandten Studiengängen wie etwa den Ingenieurwissenschaften erfasst“, erklärt Liebendörfer die Relevanz der Studie. Rund 1.900 Studierende und Lehrkräfte wurden zu ihrem Lern- und Lehrverhalten befragt. Das Ergebnis: „Anstrengung lohnt sich, was kaum verwunderlich ist. Aber: Auswendiglernen und bloße Wiederholung reichen nicht. Hier sind methodische Erkenntnisse und das tatsächliche Verstehen sowie die eingehende Auseinandersetzung mit den Inhalten von zentraler Bedeutung. Nur dann kann auch ein langfristiger Lerneffekt erzielt werden“, sagt der Juniorprofessor. „Mathe muss man eben wirklich machen“, lautet sein Fazit.  Seine Erkenntnisse – und das ist der Plan für die künftige Anwendung der Forschung – sollen sich in der Hochschullehre niederschlagen.

Abbruchquoten durch Interaktion und Praxisbezug reduzieren

 „Gerade im Bereich Gymnasiallehramt liegt die Abbruchquote bei rund 50 %. Daran wird deutlich: Grundlagen zu vermitteln, ist nicht trivial. Das ist in der Fachmathematik noch schwieriger als bei den anwendungsorientierten Disziplinen. Wenn es um Berechnungen zur Tragkraft von Brücken geht, fällt den Studierenden die Vorstellung häufig leichter, anstatt mit abstrakten Formeln ohne Bezug und Kontext zu arbeiten“, so Jun.-Prof. Liebendörfer. Hilfreich wäre es außerdem, wenn Lehrende ihre Denkprozesse an der Tafel nachvollziehbar machen würden. „Das ist nicht nur spannender als die reine Ergebnispräsentation, sondern bildet auch die Entstehung von Prozessen ab, die den Studierenden sonst verborgen bleiben. Das schafft Verständnis und Klarheit, Strukturen können besser verinnerlicht werden.“ Dabei sei es wichtig, dass Lehrende im Dialog mit ihren Studierenden bleiben. „Aktiv dabei zu sein, darauf kommt es an“, weiß der Wissenschaftler. Zentral für das Lernen von Mathematik sind für ihn vor allem Eigeninitiative und häufige Interaktion: „Beim Lernen muss man die Dinge erst selbst versuchen und dann Hilfe bekommen, wenn man festsitzt“. Das betreffe Universität und Schule gleichermaßen. Künftig will Jun.-Prof. Liebendörfer Lernvideos produzieren, damit Studierende ansprechende Erklärungen von Inhalten genau dann abrufen können, wenn sie sie brauchen. Ein entsprechendes Forschungsprojekt ist im Oktober angelaufen.

Nina Reckendorf, Stabsstelle Presse und Kommunikation

Die Universität der Informationsgesellschaft