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Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“

Foto: Universität Paderborn

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Foto: Beshim Mazhiqi

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Foto: Pixabay

Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“

Das im Jahr 2020 initiierte Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“ richtet sich an Wissenschaftler*innen ab der Postdoc-Phase aus sämtlichen Disziplinen der Universität. Es bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit bis zu zwei externen Kolleg*innen ausländischer Universitäten oder Forschungseinrichtungen Unterstützung für die Entwicklung eines interdisziplinären und international ausgerichteten Forschungsvorhabens aus dem weit gespannten Themenfeld der Digitalisierung zu beantragen.  Eine Arbeitsgruppe des Wissenschaftskollegs kann sich – frei von Lehrverpflichtungen und in eigenen Räumen, die im AStA-Stadtcampus zur Verfügung stehen – über einen Zeitraum von sechs Monaten ganz auf die Entwicklung ihres Forschungsvorhabens konzentrieren.

Ziel des Paderborner Wissenschaftskollegs ist es, interdisziplinäre Forschungsvorhaben und internationale Kooperationen zu einem für die Gesellschaft in allen ihren Bereichen wichtigen Zukunftsthema zu initiieren. Im April 2021 haben die ersten beiden im Rahmen des Paderborner Wissenschaftskollegs geförderten Projekte ihre Arbeit aufgenommen.

Die Ausschreibung erfolgt einmal jährlich im Juli/August (Frist: Mitte Oktober) und kann dann auf der Seite „Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FK)“ in der Box „Aktuelle Ausschreibungen“ abgerufen werden.

Förderbedingungen Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“ 
Formulare Antragstellung Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“ 
Datenschutzhinweise Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“ 

Aktuelle Projekte im Paderborner Wissenschaftskolleg „Data Society“

The Scoring Society: Epistemology, Sociotechnical Practices, and Algorithmic Foundations

Antragsteller*innen: 
Prof. Dr. Jutta Weber (Universität Paderborn, Mediensoziologie)
Prof. Dr. Eyke Hüllermeier (inzwischen LMU München, Informatik)

Gastwissenschaftler*innen:
Prof. Dr. Theo Röhle (Universität Göteborg, Medientheorie)
Dr. Doris Allhutter (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Politikwissenschaft)

Projektbeschreibung
In dem Forschungsprojekt werden die Grundlagen, Praktiken und Effekte automatisierter Bewertung und Vergleichung in der Data Society untersucht. Leitende Forschungsfragen sind: Wie und weshalb gewinnen Praktiken der Vergleichung, des Rankings und Profilings (hier im Sinne einer automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten) so rasant an Bedeutung? Warum werden zuvor inkommensurable Eigenschaften zunehmend selbstverständlich miteinander verglichen?
Neben der Suche nach fairen und transparenten Methoden des Rankings sind im Rahmen des Forschungsprojekts Interviews mit Expert*innen im Bereich algorithmenbasierter sprachanalytischer Bewerbungsverfahren geplant, um Effekte automatisierter Bewertung und die damit verbundenen Sozioimaginationen einer standardisierten und vermeintlich Bias-freien, „objektiveren“ Beurteilung zu untersuchen. Das Forschungsvorhaben vereint Perspektiven der Science & Technology Studies, der Medientheorie, der Politikwissenschaft, der Informatik sowie des Machine Learnings.

Kontakt: Prof. Dr. Jutta Weber 

Reshaping the Triangle of Work Relations and Gender in the Platform Economy

Antragstellerin: 
Dr. Lena Weber (Universität Paderborn, Soziologie)

Gastwissenschaftler*innen:
Prof. Dr. Anne Kovalainen (Universität Turku, Wirtschaftswissenschaft)
Prof. Dr. Seppo Poutanen (Universität Turku, Soziologie)

Projektbeschreibung
Diese Kooperation von Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Philosophie eröffnet eine innovative Perspektive auf die Begleiterscheinungen einer die gesamte Gesellschaft durchdringenden Digitalisierung. Dabei ist der Fokus insbesondere auf die Grenzen einer solchen tiefgreifenden Entwicklung gerichtet, die nicht nur ökonomische Beziehungen, sondern weite Bereiche der Wissensproduktion sowie damit einhergehende Geschlechterungleichheiten beleuchtet.
 
Durch die Plattform-Ökonomie entstehen neue Formen der kommerziellen Nutzung von User- und Klient*innendaten. Für den bisher eher auf privaten Märkten organisierten Bereich der informellen Care-Arbeit (Babysitting, Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen) stellen beispielsweise Care-Plattformen wie betreut.de, helpling.de, carelinx.com neue Herausforderungen dar. Es wird eine Industrie geschaffen, die sich darauf spezialisiert, care giver und care receiver zu vermitteln und zu matchen, also auf ihre Passfähigkeit und Sicherheit hin zu prüfen. Offene Fragen in diesem Forschungsfeld sind, nach welchen Prinzipien Plattformen vermitteln und inwiefern soziale Ungleichheitsdimensionen dabei entscheidende Einflussgrößen darstellen. Welche Motive bewegen Klient*innen, etwa Babysitter über Plattformen, statt in ihrem sozialen Umfeld zu suchen? Welchen Einfluss haben Profile der care giver und care receiver auf die Vermittlungschancen? Inwiefern führen Care-Plattformen zu einer Formalisierung informeller Care-Arbeit und mit welchen Vor- und Nachteilen ist dies verbunden? Wie verändert sich das Markt-Verhältnis in diesem Bereich durch die entstehende Plattform-Ökonomie?
Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, eine gemeinsame theoretische Perspektive herauszuarbeiten, von der aus sie bilaterale Anträge stellen kann.

Kontakt: Dr. Lena Weber

Die Universität der Informationsgesellschaft