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Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

| Pressemitteilung Fach Kunst

Campus Curating (V) Ess-Bar – Ausstellungskooperation von Studierenden des Faches Kunst der Universität Paderborn und acht Paderborner Restaurants

Am Dienstag, den 29. Januar 2013, wird im Rahmen der Siloausstellung um 20.30 Uhr eine weitere Ausstellung im Silo eröffnet: "Ess-Bar", die von Studierenden des Faches Kunst im Rahmen des jährlichen Projektseminars Campus Curating unter der Leitung von Prof. Dr. Sabiene Autsch konzipiert wurde.

Das Thema "Essen" hat Konjunktur. Ob als Kochshow im Fernsehen, als Spielfilm, Roman oder aufwendig gestaltetes Kochbuch, seit geraumer Zeit findet eine intensive mediale Auseinandersetzung rund um das Essen statt. Wichtige Impulse für die Veränderungen in der Gastronomie lieferte die Molekularküche sowie die asiatische Küche. Damit eng verbunden ist ein neues sportliches Bewusstsein, das neben der körperlichen Betätigung auch eine Reflexion über gesunde Essgewohnheiten beinhaltet. Die Verbindung von Kunst und Kulinarik, die sich über Themen von Geschmack, Ästhetisierung und Inszenierung trifft und erstaunliche Parallelen aufweist, wird am Lehrstuhl von Prof. Dr. Autsch seit Jahren intensiv verfolgt: Kunstgeschichtlich und kunstpraktisch wurden mit Studierenden bereits mehrere Seminare und Projekte durchgeführt, die vom niederländischen Küchenstillleben, über futuristische Küchen und Koch-Experimente, der Eat Art bis hin zur Gegenwartskunst reichen, in der das Essen als Material zu neuen Bildfindungen und Ausstellungsdisplays motiviert.

Und warum nicht einmal schauen, wie es sich mit dem Thema Essen in Paderborn verhält? Da mit der Projektreihe "Campus Curating" stets der kuratorisch-künstlerische Bezug zur Öffentlichkeit gesucht wird, konnten acht Paderborner Restaurants gefunden werden, die sich auf das Experiment Kunst und Kulinarik eingelassen haben. Und das ist es auch, ein Experiment: Restaurants bzw. Speiseräume in Ausstellungsräume zu verwandeln, mag sich noch vergleichsweise leicht anhören. Aber bei dieser Verwandlung sollte es um künstlerische Arbeiten gehen, die einen Bezug zum Thema Essen und außerdem einen Bezug zum Ort des Restaurants aufweisen. Das alles stand vor vier Monaten aber noch nicht fest. Und so begann die Arbeit an diesem Projekt sehr ungewöhnlich: Zuerst standen intensive Recherchen im Stadtarchiv an, wodurch der Standort des jeweiligen Restaurants, seine Geschichte, Biografie und Architektur quellenmäßig aufgearbeitet wurde.

So konnte die kuratorische Gruppe, die sich mit der Kaffeebar "Sergio" auseinander setzte, ihr Konzept aus der uralten Geschichte des Hauses, das zwischen 1847 und 1974 als Druckerei benutzt wurde, in der mit Bleisätzen gearbeitet wurde, entwickeln. Sie möchten den Besucher auf dieses ursprünglich zum Drucken benutzte feste Material, das jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört und im Feuer zum Fließen gebrachte wurde, sensibel machen. Der Wandel des Materials und seine neuen Formfindungen steht im Mittelpunkt: Längst vertraute Materialien, scheinbar Festes und Unverrückbares, wie u. a. auch Geschirr- und Küchengeräte, die zum Inventar der Kaffeebar gehören, können von einem neuen Blickwinkel betrachtet werden. Die Architektur des Restaurants "Zu den Fischteichen", die durch unterschiedliche Grundrisspläne des mehr als einhundert Jahre alten Baus dokumentiert ist, veranlasste die Studierenden zu einer topografischen Inszenierung. Der Bezug zum Wasser, der durch die großen Panoramafenster möglich ist und wie ein eigenes Bild erscheint, wurde in seiner Oberflächenspiegelung als ein wiederkehrendes Element in der Hängung aufgegriffen. In anderen Arbeiten wird der Bezug zum Innenraum aufgegriffen, dabei wird konterkariert, es wird zitiert und transformiert. Auf diese Weise wird der Besuch des Restaurants zu einem sinnlichen Erlebnis, wodurch die Bezüge zwischen Kunst und Kulinarik experimentell und spielerisch vermittelt werden.

Zur Eröffnung am 29.1.2013 liefern die Restaurants ausgewählte kulinarische Leckerbissen ins Silo, und vielleicht erhalten die Ateliers dadurch den Charakter eines Restaurants, oder einer Küche? Weitere Infos unter: http://www.campuscuratingV.wordpress.com

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