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Photo: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

| Presseinformation Studiobühne

Jeder Mensch ist ein Abgrund – Georg Büchners „Woyzeck“ an der Studiobühne Paderborn

Ein realer Mordfall diente Büchner für sein bekanntes Dramenfragment zur Vorlage. Im Jahre 1824 wurde Johann Christian Woyzeck zum Tode verurteilt, weil er eine Frau mit sieben Messerstichen erstochen hatte. In den Vernehmungen gab er an, dass innere Stimmen ihn dazu aufgefordert hätten. Es entfachte eine über Jahre dauernde Ermittlungsphase, die Justiz und Medizin gleichermaßen beschäftigte. Denn die Frage war, ob Woyzeck Herr seines freien menschlichen Willens gewesen war, als er den Mord begangen hatte. Psychiatrische Gutachten sollten Auskunft geben über die Zurechnungsfähigkeit eines Mannes, der vor der Tat unauffällig und umgänglich war, seine Pflichten erfüllt hat, ein guter Mensch zu sein schien – und plötzlich zum Mörder wurde.

Bei Büchner ist Franz Woyzeck gefangen in Abhängigkeiten. Als mittelloser Soldat erfüllt er die Pflicht bei seinem Hauptmann und unterwirft sich für ein Zubrot den absurden Experimenten des Doctors. Bei Marie, mit der er ein uneheliches Kind hat, hofft er auf Liebe und wähnt doch Betrug. Allein Andres, sein einziger Freund, verspricht Hoffnung oder wenigstens ein wenig Ruhe, wenn selbst die eigenen Sinne versagen. Woyzecks Suche nach Glück ist beschwerlich, die Definition eines guten Menschen auch hier eng gefasst. Das Scheitern scheint unausweichlich: Woyzeck tötet Marie.

Der Mord, der im realen Fall mit dem Tode bestraft wurde, bleibt bei Büchner ungesühnt. Im Zentrum steht vielmehr die Unausweichlichkeit, mit der äußere Umstände das Leben des Einzelnen bestimmen. In der aktuellen Inszenierung an der Studiobühne Paderborn ist Büchners Werk konzentriert auf die Zerrissenheit zwischen existenziellen Nöten und inneren Stimmen und findet sich Woyzeck (Henrik Fockel) gefangen in einem schier ausweglosen Kreislauf. Büchners „Woyzeck“ wird so eine Suche nach der Schuld und stellt die scheinbar zeitlose Frage nach dem freien Willen des Menschen.
 

Premiere: 13. Januar 2011, 20 Uhr

Weitere Termine: 15., 18., 19., 22., 24. und 26. Januar 2011, jeweils um 20 Uhr
 

Karten:

Service Center der Universität Paderborn:
9-16 Uhr (freitags bis 14:30): 05251 60-5040
ab 16 Uhr (freitags ab 14:30) und Wochenende: 05251 60-2499

Kartenvorverkauf im Pader Ticket Center:
Marienplatz 2a
05251 299750

Abendkasse ab 19 Uhr
05251 60-2665
Eintritt: 8,- EUR / 5,- EUR (Schüler, Studenten)

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